09.07.2012 09:34
Bewerten
(4)

Die traditionelle Zinspolitik hat ausgedient

DRUCKEN
Die Notenbanken in Europa, in China und in Großbritannien haben am vergangenen Donnerstag das getan, was sie scheinbar am besten können.
Sie haben die Zinszügel weiter gelockert und vermutlich wird diesem Beispiel auch bald die US-Notenbank folgen. Das Dumme daran ist nur, dass diese Maßnahmen immer weniger bewirken. Die Konjunktur wird durch die niedrigen Zinsen zwar gestützt, gemessen an den Eingriffen lässt der Erfolg aber zu wünschen übrig. Viele für die Weltwirtschaft entscheidenden Frühindikatoren weisen jedenfalls schon wieder nach unten.

Zinssenkungen als Warnsignal

Selbst an den Börsen zeigen die geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen immer weniger Wirkung. Dieses Mal setzte es nach Bekanntgabe der Zinsbeschlüsse sogar Verluste. Das ist auch wenig verwunderlich. Denn inzwischen dämmert es auch den größten Optimisten, dass wir ganz tief drin stecken in der Bredouille. Das lässt sich an fünf Fingern abzählen, denn sonst hätten die Verantwortlichen nicht so schwere Geschütze aufgefahren. Das Problem dabei: Während es den Marktteilnehmern langsam dämmert, haben die Entscheidungsträger offenbar noch immer nicht erkannt, dass fehlende geldpolitische Anreize nicht der Grund dafür sind, warum wir in Schwierigkeiten stecken. Die Leitzinsen sind längst so niedrig, dass weitere expansive Maßnahmen fast keine Wirkung mehr auf die Realwirtschaft haben. Dafür erinnert jede neue Verzweiflungstat, die letztlich dann doch wieder nur verpufft, dass etwas faul sein muss in unserem Wirtschaftssystem.

Kaufkraft der Sparer schwindet

Hart trifft es dabei auch die Sparer. Sind die Realzinsen oftmals doch bereits negativ und wenn die Industriestaaten jemals ihre Schulden abbauen wollen, dann wird das auch noch länger so bleiben. Die Kaufkraft zu erhalten ist in so einem Umfeld schwierig. Selbst institutionelle Anleger wie Versicherungen haben zusehends Probleme, für ihre Kunden die versprochenen Renditen zu erwirtschaften. Und dieses Beispiel macht deutlich, dass mit künstlich tiefen Zinsen auch neue volkswirtschaftliche Baustellen aufgemacht werden. Wir stecken somit längst in einem Teufelskreis. Und ich befürchte fast, dass es daraus kein einfaches Entrinnen mehr geben wird. Stimmt diese Prognose, dann könnte sich die jüngste Erholung an den Rohstoffmärkten schnell als Bärenmarktrallye entpuppen.

Marc Nitzsche ist Chefredakteur des Rohstoff-Trader Börsenbriefs. Der Börsenbrief ist ein Spezialist für Rohstoffe und bietet konkrete Kaufempfehlungen mit Analysen und Kursprognosen. Mehr Infos unter: www.rohstoff-trader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
J&T BANKA1,70%
Atlantico Europa1,35%
Imprebanca1,36%
Banco BNI Europa1,35%
Privatbanka1,35%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen -- Aktionärszahl auf höchstem Stand seit zehn Jahren -- Siemens gibt Startschuss für Healthineers-Börsengang -- Deutsche Bank im Fokus

HOCHTIEF droht Abertis bei Dividenden-Zahlung mit niedriger Offerte. S&P: Digitalwährungen derzeit keine Bedrohung für Finanzstabilität. Bill Gates: Ich müsste höhere Steuern zahlen. Softbank strebt Sitze im Verwaltungsrat von Swiss Re an. IWF für Überwachung Griechenlands auch nach Ende des Hilfsprogramms.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Thema: Künstliche Intelligenz

Im neuen Anlegermagazin stellen wir Ihnen drei Aktien aus dem Software-Sektor vor, die beim Megatrend "Künstliche Intelligenz" gut positioniert sind. Außerdem: Der US-Medienkonzern Walt Disney verspricht langfristigen Anlegern die Chance auf attraktive Renditen. Gilt das auch für RTL und ProSiebenSat1?
Kostenfrei registrieren und lesen!

Top-Rankings

KW 7: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 7: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen.

Umfrage

Wen wünschen Sie sich als künftigen deutschen Außenminister?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Deutsche Telekom AG555750
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
CommerzbankCBK100
Allianz840400
Siemens AG723610
Amazon906866
BYD Co. Ltd.A0M4W9
E.ON SEENAG99
Infineon AG623100
GeelyA0CACX