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13.07.2020 07:02

Nach fulminantem Börsenstart: Darum kommt die Nikola-Aktie unter die Räder

Aktie unter Druck: Nach fulminantem Börsenstart: Darum kommt die Nikola-Aktie unter die Räder | Nachricht | finanzen.net
Aktie unter Druck
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Der Börsenneuling Nikola hat einen überaus überzeugenden Start aufs Parkett gelegt. Doch seit einigen Tagen schlägt dem potenziellen Tesla-Konkurrenten ein rauer Wind entgegen, der die Rally der Nikola-Aktie abrupt unterbrochen hat. Gründe dafür gibt es einige, und auch der Nikola-Chef will einen Verantwortlichen ausgemacht haben.
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• Aktie bricht nach fulminantem Börsenstart ein
• Konzernchef gibt Tesla-Jüngern Teilschuld


Mit seiner Idee, das "Tesla für LKWs" zu werden, hat Nikola viele Anleger überzeugt. Anders als der namhafte US-Konzern setzt Nikola aber nicht auf Elektromobilität, sondern legt seinen Fokus auf Wasserstoff. Dieser gilt als Kandidat für mögliche Zukunftstechnologien, was einer der Gründe war, wieso das US-Unternehmen einen fulminanten Start an der Börse verzeichnete.

Doch die Euphorie der Anleger flaut ab - und obwohl die Nikola-Aktie seit dem Börsenstart weiter deutlich im Plus ist, bröckelten die Gewinne in den vergangenen Tagen, nachdem die Aktie deutlicher unter die Räder kam.

Nikola-Chef gibt Tesla-Jüngern die Schuld

Für den Unternehmenschef von Nikola, Trevor Milton, ist Konkurrent Tesla schuld am jüngsten Absturz der Nikola-Aktie. Konkret macht er zwar nicht Elon Musk und das Management des Elektroautobauers verantwortlich, wohl aber einige Tesla-Fans, die auf Twitter koordinierte Angriffe gegen Nikola gestartet haben sollen. "Wir haben die negativen Tweets verfolgt, und die meisten kommen nicht von Nikola-Aktionären, sondern von angeheuerten Händen, die behaupten, sie würden alle ihre Aktien verkaufen, um Angst zu schüren, und die anderen auffordern, dasselbe zu tun, was sich als Anti-Nikola oder bezahlte Angriffe herausstellt", so der Manager.
Tesla-Fans seien selbst über Jahre Ziel bösartiger Angriffe gewesen und richteten diese nun gegen Nikola, heißt es bei Bloomberg unter Bezug auf Tweets des Nikola-Chefs.

Der massive Aktienverkauf, der für einen großen Teil der Kursverluste zum Start dieser Woche verantwortlich gewesen sei, sei von einem einzigen Trader ausgegangen, behauptete Milton darüber hinaus auf Twitter, löschte den Tweet kurz darauf allerdings wieder. Ein Screenshot eines Users, der den Beitrag von Milton gesichert hatte, ist aber weiter auffindbar:

"Jemand hat heute 1,5 Millionen Aktien in einem Trade bewegt, ~ 75.000.000 USD zusätzlich zu allen anderen Trades. Es war nicht der Gesamtmarkt, der uns nach unten zog, oder die Herdenmentalität. Es war Nachlässigkeit und Gier einer Person, die alles auf einmal tat, ohne Rücksicht auf andere", hatte Milton den Aktienabsturz begründet.

Mehr Businessmodell als Business?

Doch während Trevor Milton sich und sein Unternehmen als Opfer böswilliger Attacken sieht, sehen Marktteilnehmer noch andere Gründe für den jüngsten Kurseinbruch bei Nikola. Denn tatsächlich war es mit dem Aktienkurs seit dem Börsengang im vergangenen Monat sehr schnell sehr weit nach oben gegangen. Anleger hatten sich von der Idee des Unternehmens überzeugt gezeigt, ein Fahrzeug in Produktion gibt es aber noch nicht.

Das hatte zuletzt auch RBC-Analyst Joseph Spak bemängelt, der der Nikola-Aktie ein "Hold"-Rating und ein Kursziel von 46 US-Dollar verpasste. Er sehe zwar ein gewisses Potenzial in dem Startup, der Experte bemängelte aber, Nikola habe immer noch "eher einen Businessplan als ein richtiges Business", was es ihm schwer mache, die Aktie zu bewerten.

Tatsächlich hat Nikola mit seinem Konzept eines Brennstoffzellen-Trucks offenbar den Nerv der Zeit getroffen, das Fahrzeug existierte allerdings lange Zeit noch gar nicht. Zwar konnten potenzielle zukünftige Kunden den Truck gegen Zahlung einer Kaution bereits vorbestellen, erst nach dem Vorbestellerstart wurde aber ein Video veröffentlicht, das Details des Fahrzeuges zeigt. Vor der zweiten Jahreshälfte 2021 können Vorbesteller wohl nicht auf die Auslieferung hoffen.

Nikola-Aktie bleibt riskante Wette

So lange Nikola den Produktionsprozess nicht gestartet hat, auf Basis dessen Anleger Anleger und Analysten das Produkt und damit den Wert des Unternehmens bewerten können, bleiben die US-Amerikaner ein Startup mit einer innovativen Idee.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Nikola

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