Angst und Gier

Keine Panik beim Aktienhandel: Wie Anleger rationale statt emotionale Entscheidungen treffen

31.01.24 06:03 Uhr

Anleger: Wie man rationale Entscheidungen beim Aktienhandel trifft | finanzen.net

Bei dem was man tut ein gutes Bauchgefühl zu haben, ist sicher nicht verkehrt. Beim Handel an der Börse sollten Entscheidungen jedoch besser auf Grundlage von Zahlen, Daten und Fakten getroffen werden. Dennoch bleibt die Psychologie ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Investment-Entscheidungen.

Werte in diesem Artikel

• Angst und Gier bereiten Probleme, rational zu handeln
• Buffett rät: Konträr zur emotionalen Lage an den Märkten handeln
• Strategie zurechtlegen und an dieser festhalten



Wenn die Kurse steigen, fällt es leicht, sich als Anleger zurückzulehnen und das Geld arbeiten zu lassen - fallen die Kurse hingegen, wird der ein oder andere Händler schon einmal nervös und trifft infolgedessen womöglich vorschnelle emotionale statt rationale Entscheidungen. Doch Emotionen sind am Aktienmarkt nicht gerade der beste Ratgeber. Lassen sich Anleger zu sehr vom Aufwärtstrend am einen oder vom Abwärtstrend am anderen Tag mitreißen, kann es passieren, dass sie sich auch zu schnell zu Käufen oder Verkäufen hinreißen lassen.

Wie vermeidet man es als Anleger also, sich zu sehr von seinen Emotionen leiten zu lassen und schafft es stattdessen, rationale Entscheidungen zu treffen?

Warum fällt es uns schwer, rational zu handeln?

In Hinblick darauf, dass sich Anleger oft schwertun, rational zu handeln, verweist der deutsche Psychologe Arnold Kitzmann in seinem Buch "Massenpsychologie und Börse: So bestimmen Erwartungen und Gefühle Kursverläufe" auf zwei hauptverantwortliche Eigenschaften des Menschen. Diese Eigenschaften seien Angst und Gier. Auf der einen Seite verhindere die Gier oftmals, dass Anleger während einem Aufschwung den richtigen Zeitpunkt finden, um zu verkaufen. Auf der anderen Seite sorge die Angst dafür, dass es während einem Abschwung zu übermäßigen Ausverkäufen an den Börsen käme.

Auch Börsenlegende Warren Buffett gab einmal einen wichtigen Rat bezüglich Angst und Gier: "Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind", ist wohl eine der bekanntesten Börsenweisheiten und bedeutet, dass Anleger konträr zur emotionalen Lage an den Märkten handeln sollten, statt sich von der vorherrschenden Stimmung mitreißen zu lassen.

So können sich Anleger vorbereiten

Um keine voreiligen Entscheidungen zu treffen und auch sicher durch schlechte Zeiten zu kommen, gibt es einige Dinge, die Anleger tun können.

Um keine überhasteten Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen, ist es wichtig sich vorher eine Strategie zurechtzulegen. So sollte man festlegen, welches Ziel man verfolgen will und auch welches Risiko man bereit ist dafür einzugehen. Da auch an der Börse nicht immer alles wie geplant läuft, sollte man sich auch eine Exit-Strategie überlegen. Bleibt man also auch bei Verwerfungen investiert und sitzt die Phase aus oder steigt man in unruhigen Zeiten aus - und wenn, wann? Wer sich das alles schon vorher überlegt, reduziert das Risiko sich zu sehr von seinen Emotionen leiten zu lassen.

Beim Festlegen einer Strategie ist der Anlagehorizont ein wichtiger Faktor. Wer zum Beispiel einen langfristigen Anlagehorizont hat, braucht sich um zwischenzeitliche Verluste wenig Sorgen machen, da diese normalerweise über die Jahre wieder aufgeholt werden. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, fällt es bei kurzfristigen Turbulenzen vermutlich leichter die Füße still zu halten.

Entscheidend bei der Auswahl von Aktien ist zudem, nicht nur deren Preis zu berücksichtigen, sondern auch ihren Wert - hier kann es deutliche Differenzen geben. So werden manche Aktien als überbewertet erachtet, während andere vielleicht sehr günstig und unterbewertet sind und somit noch Aufwärtspotenzial bieten. Auch für Berkshire Hathaway-CEO Warren Buffett - sicherlich der bekannteste Value-Investor der Welt - ist der Wert einer Aktie oder eines Unternehmens entscheidend. Buffett setzt also auf Aktien, die er auf Basis des inneren oder fairen Unternehmenswerts für unterbewertet hält und empfiehlt Anlegern, sich auf Unternehmen zu fokussieren, die dauerhaft werthaltig sein dürften.

Wichtig ist außerdem, nicht nur in Aktien zu sparen. Anleger sollten immer auch über ausreichend liquide Mittel aus anderen Anlagen verfügen, um einen möglichen Abschwung aussitzen zu können und nicht aus irgendeinem Grund gezwungen zu sein, sich in schlechten Zeiten mit einem Abschlag von ihrem Investment trennen zu müssen.

Nicht zuletzt ist es wichtig, Ruhe und einen kühlen Kopf zu bewahren, sich auch in turbulenten Zeiten weiter an seine Strategie zu halten, sich die Argumente, warum man sich für ein bestimmtes Investment entschieden hat, noch einmal vor Augen zu führen und Angst und Gier möglichst abzuschütteln.

Redaktion finanzen.net

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