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19.02.2019 08:47
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Der Oscar geht an... Netflix?

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Der Streamingdienst könnte bei den Oscars 2019 groß absahnen. Die Analysten sind entzückt. Doch die Aktie hat ihre Tücken, genauso wie die des Streaming-Rivalen Amazon. Vielleicht stiehlt Hollywoods größte Maus den beiden die Show.
Die digitale Revolution macht vor nichts und niemandem halt - nicht mal vor Hollywood. Am 24. Februar werden im Dolby Theatre in Los Angeles zum 91. Mal die wichtigsten und begehrtesten Filmpreise der Welt vergeben: die Oscars. Und es ist der digitale Streamingdienst Netflix, der mit insgesamt 15 Nominierungen schon im Vorfeld des Medienspektakels für Schlagzeilen sorgte. Als einer der Top-Favoriten gilt die Netflix-Produktion "Roma". Für zehn Oscars ist das Werk nominiert, darunter auch in der besonders prestigeträchtigen Kategorie "Bester Film".

Million Dollar Baby

Angesichts der zahlreichen Nominierungen ist die Aufregung bei Netflix groß. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen für die Oscar-Promotion eine gewaltige Summe investiert. So zitiert die New York Times diverse Brancheninsider, die das Werbebudget von Netflix für die diesjährige Oscar-Saison auf zehn bis 20 Millionen US-Dollar schätzen. So viel wird eigentlich nur für absolute Blockbuster ausgegeben.

139 Millionen "Netflixer"

Auch für die Aktie von Netflix läuft es derzeit wieder rund, nachdem der Titel infolge eines etwas nachlassenden Abonnentenwachstums im zweiten Halbjahr 2018 zwischenzeitlich mächtig unter Druck geraten war. Mittlerweile ist der Kurs wieder in Blickweite des alten Allzeithochs bei 419 US-Dollar. Die jüngsten Quartalszahlen fielen recht ordentlich aus: So hat Netflix im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2018 rund 8,8 Millionen neue Bezahlabonnenten hinzugewonnen, davon 1,5 Millionen in den USA und 7,3 Millionen international, und damit seine eigene Prognose von 7,6 Millionen neuen Kunden deutlich übertroffen. Nun liegt die Gesamtzahl der Abonnenten bei gut 139 Millionen "Netflixern".

So oder so ein Coup

Für ein wenig Ernüchterung sorgte jedoch der Ausblick auf das laufende Quartal. Demnach rechnet Netflix mit einem Umsatzwachstum von 21,4 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar und einer Zunahme der Abonnenten um 8,9 auf 148,2 Millionen. Das ist etwas weniger, als erwartet. Möglicherweise übertrifft Netflix aber seine Prognose. Denn die Oscarverleihung ist eines der größten Medienereignisse der Welt und dürfte die Bekanntheit der Firma weiter steigern, je nachdem wie viele der goldenen Statuen es für den Streaming-Dienst am Ende werden. Doch allein schon wegen der zahlreichen Nominierungen ist Netflix in aller Munde.

Globaler Appeal

Entsprechend positiv beurteilen die meisten Analysten die Kurschancen der Aktie. Ein Blick in die Analystendatenbank der Nachrichtenagentur Reuters zeigt, dass von 43 befragten Experten 28 die Aktie als "Kauf" oder "Outperformer" einstufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 410 US-Dollar. Netflix sei ein Unternehmen, das mit seinem hervorragenden Geschäftsmodell sowie seiner globalen Anziehungskraft überzeugt, zitiert Reuters einen Analysten in einem Report vom 19. Januar 2019. Gleichwohl weist die Nachrichtenagentur in demselben Bericht darauf hin, dass das Unternehmen an der Börse derzeit mit dem 83-fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns bewertet wird. Sollten die immensen Erwartungen nicht erfüllt werden, drohen hohe Kursverluste.

Die Konkurrenz schläft nicht

Ähnliches gilt für Amazon. Das Unternehmen verfügt mit dem Bezahldienst Amazon Prime, dazu gehören auch Prime Video und Prime Music, ebenfalls über Streaming-Kanäle. Über die Zahl der Mitglieder hüllt sich der Konzern zwar in Schweigen, aber die US-Marktforschungsgesellschaft CIRP hat in einer Studie herausgefunden, dass Amazon Prime in den USA Ende 2018 die Marke von 100 Millionen Abonnenten überschritten hat. Zum Vergleich: Bei Netflix lag die Zahl der US-Abonnenten zum Jahresende bei knapp 61 Millionen.

Amazon hat schon einen Oscar zu Hause stehen

Nicht nur in diesem Punkt ist Amazon seinem Konkurrenten einen Schritt voraus. Denn dem Internet-Riesen gelang mit seiner Filmsparte "Amazon Studios" bereits im Jahr 2017, worauf Netflix jetzt hofft: Einen Oscar in einer der Hauptkategorien zu gewinnen. Damals wurde Casey Affleck für seine überragende Darstellung in der Amazon-Produktion "Manchester By The Sea" als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr sind die Amazon Studios bei den Oscars vertreten. Die im Nachkriegspolen spielende Liebesgeschichte "Cold War - Der Breitengrad der Liebe" ist in drei Kategorien nominiert: Beste Kamera, beste Regie und bester fremdsprachiger Film.

Anlageideen

Wie bei Netflix braucht es auch für die Amazon-Aktie eine gewisse Risikoneigung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 200 ist sie sogar noch höher bewertet als der Rivale. Für Anleger kann es daher Sinn machen, nicht direkt in die Aktie, sondern über Anlageprodukte, die mit einem Teilschutz ausgestattet sind, zu investieren. Discount-Zertifikate zum Beispiel verfügen in Form des Rabatts über einen Sicherheitspuffer. Bonus-Zertifikate wiederum sind mit einer Barriere ausgestattet. Wenn diese von der zugrundeliegenden Aktie nicht verletzt wird, wird das Produkt am Laufzeitende mindestens zum Bonusbetrag zurückgezahlt. Es ist also machbar, attraktive Renditen zu erzielen, selbst wenn sich der Basiswert im Zuge der Oscars nicht nach oben entwickelt.

Hollywoods Vorzeigedinosaurier

Wer sich für Medienaktien interessiert, sollte nicht nur neue Player wie Netflix und Amazon auf dem Radar haben, sondern auch das Film-Urgestein Walt Disney. Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,6 nicht nur weitaus günstiger bewertet, sondern zeigt sich mit einer Jahresvolatilität von 18 Prozent auch deutlich weniger schwankungsanfällig als die beiden Streaming-Riesen (Netflix: 45 Prozent, Amazon: 35 Prozent). Und noch eines hat der Mickey-Mouse-Konzern seinen digitalen Wettbewerbern voraus: 19 Oscar-Nominierungen.

Stand 18.02.2019

Dirk Heß, Finanzexperte der Citigroup, schreibt zu aktuellen Markt- und Derivate-Themen. Als Co-Head EMEA Public Listed Products Sales & Distribution bei der Citi besitzt er langjährige Expertise in allen Fragen rund um Börse und Investments. In seinem regelmäßigen Kommentar gibt Dirk Heß fundiertes Fachwissen weiter. Die Citigroup ist seit dem Jahr 1989 als Emittent von strukturierten Produkten permanent am deutschen Markt vertreten und feierte 2014 ihr 25-jähriges Jubiläum.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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