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Krieg in Nahost eskaliert: DAX legt tiefroten Handelstag aufs Parkett

02.03.26 20:09 Uhr

BÖRSE AKTUELL: Montag an der Börse Frankfurt - Deutscher Aktienmarkt mit kräftigen Kursverlusten | finanzen.net

Am Montag schickte die Eskalation im Nahen Osten die Stimmung an den Aktienmärkten deutlich ins Minus - die Märkte brachen ein.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

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105,82 USD 2,62 USD 2,54%

93,78 USD 3,46 USD 3,83%

Indizes

22.663,4 PKT -293,7 PKT -1,28%

Der DAX sackte um satte 2,56 Prozent auf 24.638 Zähler ab.

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Damit entfernte sich der Leitindex weiter von seiner Bestmarke, obwohl Experten vor der Eskalation im Nahost-Konflikt sogar für März einen Vorstoß in Richtung 26.000 Punkte für möglich gehalten hatten.

DAX-Rekord zuletzt im Januar

Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.

Eskalation im Nahen Osten

Der deutsche Aktienmarkt hat mit starken Abgaben auf den US-israelischen Militärschlag auf den Iran reagiert. Der Angriff könnte sich über mehrere Wochen hinziehen. Geht es nach DWS-CIO Vincenzo Vedd, dürften sich die Auswirkungen auf Wirtschaft und Märkte vor allem über die Entwicklung des Ölpreises entfalten, der maßgeblich davon abhänge, welche Einschränkungen der Konflikt für die iranische Ölproduktion sowie für die Handelsströme durch die Straße von Hormus mit sich bringe. Bis Börsenschluss ging es mit dem Ölpreis um rund 7 Prozent nach oben, zeitweise hatte er deutlich höher notiert. Der DAX verlor 2,4 Prozent auf 24.672 Punkte und schloss damit kaum erholt von Tagestief bei 24.577.

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Öl- und Gaspreise im Fokus - Gold gesucht

Neben den Ölpreisen sind auch die europäischen Erdgaspreise ein Belastungsfaktor, diese könnten sich nach Einschätzung von Analysten bei Goldman Sachs beinahe verdoppeln, falls die Lieferungen durch die Straße von Hormus für einen Monat vollständig gestoppt würden. In einem solchen Szenario würde die Kapazität der nordwesteuropäischen Gasspeicher um rund 8 Prozent sinken, was die TTF-Preise von derzeit rund 39 Euro auf etwa 62 Euro je Megawattstunde treiben würde. Der Dollar profitierte, der Euro fiel auf 1,1682 Dollar zurück. Gold war gesucht, wenngleich das Edelmetall von den Tageshochs deutlich zurückkam.

Branchengewinner und -verlierer

Alles in allem sprachen Marktteilnehmer von einer geordneten Risikoscheu unter Investoren mit Blick auf die Entwicklung im Nahen Osten - ein chaotischer Abverkauf quer durch alle Assetklassen und Notverkäufe infolge von Margin Calls habe zumindest bisher nicht stattgefunden.

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Defensive Branchen wie Versorger und Rüstung hielten sich besser als Banken oder Chemie. Vor allem Aktien aus der Reisebranche gerieten unter Druck. Der Touristikkonzern TUI hat nach den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran Reisen in die Region storniert oder abgesagt. Für das Lufthansa-Papier ging es 5,2 Prozent nach unten. BASF gaben 2,8 Prozent nach. Deutsche Bank büßten 3,5 Prozent ein und Commerzbank 3,9 Prozent.

Die Aktien der Rüstungsindustrie profitierten zum Teil von einer verschärften sicherheitspolitischen Lage, unter anderem stiegen Hensoldt 4,9 Prozent. Versorger hielten sich besser: Für E.ON ging es 1,2 Prozent nach unten, RWE gewannen sogar 0,7 Prozent.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX / Dow Jones Newswires

Bildquellen: thodonal88 / Shutterstock.com, Pavel Ignatov / Shutterstock.com

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