Die dunkle Seite der KI

Wells Fargo warnt: Speicherchip-Mangel könnte Autohersteller hart treffen

29.01.26 03:38 Uhr

Wells Fargo alarmiert: Autoindustrie durch Speicherchip-Mangel in Gefahr | finanzen.net

Infolge des KI-Booms droht eine erneute Verknappung bei kritischen Halbleitern - mit potenziell gravierenden Folgen für die Kostenstrukturen der Automobilhersteller.

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• Wells Fargo: Chiphersteller könnten sich auf KI-Branche konzentrieren
• Auf Autoindustrie könnte daher ein Chipmangel zukommen
• Deutliche Kostensteigerungen drohen

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Die deutsche Industrie kann beim Thema Materialbeschaffung vorerst durchatmen, denn die Versorgungslage hat sich zum Jahresende verbessert. Laut ifo Institut berichteten im Dezember nur noch 7,5 Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten bei der Beschaffung notwendiger Materialien, nachdem dieser Wert im November noch bei 11,2 Prozent gelegen hatte. "Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Dennoch warnt er zur Wachsamkeit: "Die Lieferketten müssen aber weiterhin aufmerksam beobachtet werden."

Besonders prägnant ist die Entwicklung in der Automobilbranche. Hier sank der Anteil der Firmen mit Engpässen laut ifo Institut massiv von 27,6 Prozent im November auf lediglich 5,6 Prozent im Dezember. Ein wesentlicher Grund für diese Beruhigung liegt vermutlich in der Entspannung rund um den Chiphersteller Nexperia.

Der Faktor Nexperia: Ein politisch aufgeladener Konflikt

Hinter den Kulissen der Chipversorgung schwelt ein geopolitischer Disput. Im vergangenen Herbst hat das niederländische Wirtschaftsministerium in die Führung von Nexperia eingegriffen, nachdem Berichte laut wurden, der chinesische Eigentümer plane die Verlagerung von Know-how und Kapazitäten nach China. In der Folge stoppte China den Export von Nexperia-Chips. Zwar wurde dieses Verbot inzwischen gelockert, doch ganz gelöst ist der Konflikt aber nicht.

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Neue Gefahr durch den KI-Boom

Trotz der aktuellen Erholung bleibt die Lage fragil. Das ifo Institut weist darauf hin, dass die verstärkte Ausrichtung der Chiphersteller auf KI-Anwendungen die Nachfrage nach bestimmten Kapazitäten erhöht und einzelne Industriezweige erneut unter Druck setzen könnte.

Diese Einschätzung teilen auch die Analysten von Wells Fargo. Investing.com zufolge drohen den Automobilherstellern aufgrund der steigenden Chip-Nachfrage seitens Rechenzentren und KI-Anwendungen wahrscheinlich erneute Lieferunterbrechungen und Kostendruck. Im Fokus steht dabei insbesondere der dynamische Direktzugriffsspeicher (Dynamic Random Access Memory , DRAM), der für Infotainment-Systeme und Assistenzsysteme in modernen Fahrzeugen essenziell ist.

Die Automobilindustrie verliert an Verhandlungsmacht

Die Marktmacht der Autobauer schwindet in diesem Segment zusehends. Laut den Analysten von Wells Fargo entfallen weniger als 10 Prozent des weltweiten DRAM-Marktes auf den Automobilsektor. Dies führe zu einer Benachteiligung der Branche, da Chip-Produzenten Kunden mit höheren Margen, wie etwa Cloud- und KI-Betreibern, den Vorzug geben, so der Bericht.

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Die Preisentwicklung bei den Speichern ist bereits drastisch: Nach Angaben von Wells Fargo liegen die DDR5-Spotpreise aktuell mehr als achtmal und die DDR4-Preise sogar mehr als sechzehnmal so hoch wie die Durchschnittspreise des Jahres 2024.

Düstere Aussichten für 2026: Drohen Produktionsstopps?

Besserung ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Für das kommende Jahr prognostizieren die Experten eine deutliche Marktenge. Laut Wells Fargo wird eine weltweite DRAM-Nachfragesteigerung von 26 Prozent erwartet, während das Angebot lediglich um 21 Prozent wachsen soll, was rechnerisch zu einer Unterversorgung von etwa 14 Prozent führt.

Dies hat direkte finanzielle Auswirkungen: Die Analysten schätzen den DRAM-Gehalt pro Fahrzeug derzeit auf etwa 50 bis 110 US-Dollar und warnen laut Investing.com, dass die jüngsten Preissprünge im Jahr 2026 zu einem erheblichen Kostenanstieg führen könnten. Besonders betroffen seien Premium-Fahrzeuge und Elektroautos aufgrund ihres hohen Speicheranteils.

Die Situation erinnert bereits an dunkle Zeiten: Wells Fargo konstatiert demnach bereits Anzeichen für Panikkäufe, die an die Chipkrise von 2021 erinnern. Sollten Hersteller nicht bereit sein, die höheren Kosten zu absorbieren, könnten letztlich erneut Produktionsstörungen die Folge sein.

Redaktion finanzen.net

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26.03.2020Wells FargoCo HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
29.03.2019Wells FargoCo HoldDeutsche Bank AG
15.09.2017Wells FargoCo NeutralUBS AG
18.01.2017Wells FargoCo HoldArgus Research Company
11.01.2017Wells FargoCo NeutralUBS AG
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10.07.2019Wells FargoCo UnderperformWolfe Research
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24.03.2016Wells FargoCo SellUBS AG
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