VW-Aktie setzt Rally nach Megasprung nicht fort: So reagieren Analysten auf die starken Automobil-Zahlen

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen hat die Märkte mit ausgesprochen starken Zahlen für das Automobilgeschäft überrascht. Analysten reagieren prompt.
Werte in diesem Artikel
• VW überrascht mit deutlich höherem Netto-Cashflow im Automobilgeschäft
• Mehrheit der Analysten bestätigt Kaufempfehlungen
• Nachhaltigkeit des Cashflows bleibt zentraler Prüfpunkt für Investoren
Vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 haben der VW-Aktie am Donnerstag einen kräftigen Kursschub verpasst. Die deutlich besser als erwartete Finanzlage und ein Netto-Cashflow im operativen Kerngeschäft, der weit über den eigenen Erwartungen lag, hat Anleger in einen Freudentaumel versetzt. Am Freitag findet die Rally aber zunächst keine Fortsetzung, die VW-Aktie verliert auf XETRA 0,62 Prozent auf 104,65 Euro.
So bewerten Analysten die positive Überraschung von VW
Analysten haben nach der positiven Zahlenüberraschung reihenweise Kommentare abgegeben, die mehrheitlich positiv ausgefallen sind.
So untermauerte etwa die kanadische Bank RBC sowohl ihr Kursziel von 135 Euro für die VW-Aktie als auch ihr "Outperform"-Rating. Der Netto-Cashflow des Autobauers liege über dem Konsens, schrieb Tom Narayan in einer am Donnerstag vorliegenden Einschätzung. In China sei die Geschäftsentwicklung rückläufig gewesen, entspreche aber derjenigen der Konkurrenz.
Auch bei Jefferies zeigt man sich von den Eckdaten des Autobauers positiv überrascht, Analyst Philippe Houchois empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 140 Euro weiterhin zum Kauf und verweist dabei ebenfalls auf den starken Cashflow des Unternehmens. Erfolgreich sei VW seiner Einschätzung nach insbesondere durch die Freisetzung von Betriebskapital sowie niedrigere Investitionen gewesen, erklärt er.
Die britische Investmentbank Barclays schließt sich dem positiven Tenor an. Die veröffentlichten Resultate untermauerten seine positive Einschätzung der Aktien, schrieb Henning Cosman in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Für ihn bleibt die VW-Aktie damit auf "Overweight", zudem bestätigte der Experte sein Kursziel von 125 Euro.
Und auch die Deutsche Bank sieht sich nach den Eckdaten in ihrer Kaufempfehlung für die VW-Aktie bestätigt - ebenfalls mit Blick auf den überraschend hohen Free-Cashflow des Autobauers, wie Analyst Tim Rokossa betonte. Das Kursziel des Finanzhauses liegt mit 120 Euro allerdings unterhalb den Zeilen der anderen Analysten-Bullen.
Weitere Neutral-Ratings abgegeben
Drei weitere Analysten haben sich nach den Zahlen zwar nicht zu einer Kaufempfehlung durchringen können, haben die jüngsten Daten aber dennoch durchaus positiv bewertet. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Volkswagen nach ersten Eckdaten zur Entwicklung im vergangenen Jahr auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 108 Euro belassen - auch hier behielt Analyst Stephen Reitman insbesondere den Netto-Cashflow im Blick.
Für die Experten von Goldman Sachs bleibt die VW-Aktie unterdessen weiterhin "Neutral", das Kursziel liegt bei 106 Euro. Der Cashflow des Geschäftsbereichs Automobile habe die Markterwartungen getoppt, schrieb Christian Frenes am Donnerstag. Er hält dies zwar für positiv, weil es die geplante Senkung der Investitionen signalisiere. Es seien aber weitere Details nötig, um die Nachhaltigkeit der Cashflow-Entwicklung einzuschätzen.
Die UBS sieht die VW-Aktie unterdessen bei deutlich weniger - nämlich 95 Euro - fair bewertet. Dennoch bleiben die Schweizer Analysten bei ihrem "Neutral"-Rating für den Anteilsschein, der überraschend hohe Free Cashflow belege, dass die Wolfsburger bei den Kapitalausgaben Disziplin an den Tag legten, schrieb Patrick Hummel in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Der Autobauer sei auf gutem Weg, die Vorgaben für den Free Cashflow und die Profitabilität in diesem Jahr zu erreichen.
Redaktion finanzen.net
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