13.07.2016 21:10

Nintendo surft auf der Pokémon-Welle ins Smartphone-Geschäft - doch zu welchem Preis?

Die Welt im Poké-Fieber: Nintendo surft auf der Pokémon-Welle ins Smartphone-Geschäft - doch zu welchem Preis? | Nachricht | finanzen.net
Die Welt im Poké-Fieber
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Die Pokémon haben Nintendo einmal mehr aus der vermeintlichen Versenkung geholt. Seit dem Launch von "Pokémon Go" schwimmt Nintendo auf der Erfolgswelle und hat den Sprung in die Smartphone-Welt geschafft - oder?
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Lange hat Nintendo damit gezaudert, endlich ins Smartphone-Geschäft einzusteigen - und nicht wenige Anleger damit verprellt. Was Super Mario und Donkey Kong nicht vermochten, schafften nun die Pokémon: Die App "Pokémon Go" hat sich in Sekundenschnelle zum veritablen Hype entwickelt, der Aktienkurs von Nintendo schoss am Montag steil in die Höhe und die Welt steht offenbar Kopf. Doch trotz der begeisterten Pokémon-Trainer, die nun die Straßen bevölkern - noch hat Nintendo keinen Gewinn aus dem Pokémon-Fieber geschlagen. Denn die Verlagerung ins Smartphone-Business stellt Nintendos bisheriges Geschäftsmodell gleichzeitig in seinen Grundzügen in Frage.

Nintendo - Raus aus der Komfortzone

Bislang hat sich Nintendo hauptsächlich an den altbewährten Kurs gehalten: Die Kombination aus Spielekonsolen und zugehörigen Games, deren Figuren sich im Laufe der Jahre zu eigenen kleinen funktionierenden Marken entwickelt haben - alles aus einer Hand. Die Spielekonsolenwelt von Super Mario und Yoshi stellte für Nintendo eine sichere Einnahmequelle dar - bis das Smartphone immer weiter auf den Games-Markt vorrückte. Und das mit einem entscheidenden Vorteil: Während Nintendo seine Konsolenspiele für rund 60 Euro pro Stück auf den Markt bringt, sind Smartphone-Spiele oftmals völlig kostenlos. Vielleicht war es das rückläufige Konsolengeschäft, das Nintendo zum Sprung in die Smartphone-Welt inspirierte, vielleicht war der Druck durch die Branchen-Analysten, die immer wieder zum Sturm auf das Smartphone-Business aufriefen, letztendlich doch groß genug: Fakt ist - Nintendos Vorstoß in das App-Geschäft ist zum Erfolg geworden, den Pokémon sei Dank.

Ist das Geschäftsmodell der Smartphone-Welt für Nintendo ein Win?

Trotz des aktuellen Pokémon-Booms: Das Geschäftsmodell der Smartphone-Spiele steht auf relativ wackeligen Beinen und wird im Falle von Nintendos "Pokémon Go" maßgeblich von der Begeisterung der Pokémon-Trainer in spe abhängen. Denn die App soll sich bis auf weiteres ausschließlich über den Verkauf von Fanartikeln und virtuellen Pokémünzen finanzieren, mit denen sich die Spieler bestimmte Vorteile und Spiel-Gadgets erkaufen können. Für einen Sack mit 1.200 Pokémünzen müssen die Spieler aktuell 9,99 Euro auf den Tisch legen. 100 Poké-Bälle, die die Spieler zum Fangen der verschiedenen Pokémon benötigen, kosten etwa 460 virtuelle Münzen. Der Treibstoff für die "Erfolgsmaschinerie Pokémon Go" ist also ausschließlich die Euphorie der Spieler. Die Frage, die sich aufdrängt, ist demnach: Hält die Begeisterung dauerhaft an?

Warum das Smartphone-Geschäft für Nintendo zur Poké-Falle werden könnte

Das Geschäftsmodell mit App-Käufen kann sich zur Goldgrube entwickeln - sofern das Spiel ein erfolgreicher Dauerbrenner wird. Klappt das nicht, kann das Geschäft mit den Smartphone-Spielen auch schnell zur Geldverbrennungsmaschine werden. Gerade das Geschäft mit den In-App-Käufen ist ein zweischneidiges Schwert. Denn wenn zahlende Spieler zu viele Vorteile gegenüber den kostenlosen Nutzern haben, wirkt sich das oft negativ auf die Beliebtheit des Spiels aus. Auch wird es eine Herausforderung sein, das Spiel auf lange Sicht für die User interessant zu halten. Der ursprüngliche Pokémon-Boom brach in den 90er-Jahren aus - das ist nahezu 20 Jahre her. Die Frage ist, ob die Welt nicht auch diesmal irgendwann genug haben wird von den bunten Taschenmonstern. Sollte der Hype irgendwann kippen, wäre dies für Nintendo und "Pokémon Go" ein herber Schlag.

Nintendo plant schon den nächsten Coup

Nintendo wird noch eine Weile auf der Pokémon-Erfolgswelle reiten, wie sich vermuten lässt. Denn noch im Juli wollen die Japaner mit einer surrenden Erweiterung fürs Handgelenk nachlegen. "Pokémon Go Plus" ist ein rot-weißes Gerät, das wie eine Uhr am Handgelenk zu tragen ist und rund 40 Euro kosten wird. Sobald sich der vermeintliche Pokémon-Trainer in der Nähe einer "Beute" befindet, soll das Gerät zu Surren beginnen - damit wäre zumindest das dauernde Starren aufs Smartphone überflüssig.
Auf dem Aktienmarkt ist jedoch noch Luft nach oben. Die Nintendo-Aktie ist von ihren Höchstständen, trotz Pokémon-Fieber, noch weit entfernt. Tatsächlich müsste Nintendo mit Zusatz-Verkäufen in der App monatlich 130 bis 173 Millionen Euro einnehmen, damit sich das kostenlose "Pokémon Go" auch tatsächlich positiv in der Bilanz niederschlagen würde, zitiert die Wirtschaftszeitung "Nikkei" eine Analystin von Morgan Stanley. Ein weiterer Markt könnte allerdings nun auch im Bereich der Pokémon-Wearables entstehen und eventuell ist sogar der Markt mit Pokémon-Fanartikeln einmal mehr wiederzubeleben. Ob sich die Pokémon jedoch tatsächlich zum Dauerbrenner für Nintendo entwickeln werden, wird die Zeit zeigen müssen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Syafiq Adnan / Shutterstock.com, TK Kurikawa / Shutterstock.com

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