13.01.2018 08:00
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Mifid II: Anlegerschutz treibt Anleger zur Verzweiflung

Euro am Sonntag-Meldung: Mifid II: Anlegerschutz treibt Anleger zur Verzweiflung | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Meldung
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Seit 3. Januar gelten neue Regeln für die Finanzbranche. Die Gesetze sollen EU-weit mehr Transparenz für Investoren schaffen. Bislang schufen sie eher Verwirrung als Klarheit.
€uro am Sonntag
von Sonja Funke, €uro am Sonntag

Sie sind eine Herausforderung für alle: Seit Jahresanfang gelten in allen EU-Ländern neue Regeln für den Wertpapierhandel. Unter dem Kürzel Mifid II (Markets in Financial Instruments Directive) sollen sie den Handel mit Aktien, Derivaten und anderen Wertpapieren transparenter machen und den Verbraucherschutz stärken.


Um Anleger besser zu schützen, müssen Banken sämtliche Kosten rund um ein Finanzprodukt vollständig und verständlich ausweisen. Dazu gehören Provisionen, Order­gebühren, Verkaufskosten, aber auch die Kosten durch Drittanbieter, deren Leistungen eine Bank in Anspruch nimmt. Ergänzt wird das neue Regelwerk durch eine Art Beipackzettel für Finanzprodukte, die PRIIP-Verordnung.


Anleger direkt betroffen
Nach dem ersten Eindruck der Deutschen Kreditwirtschaft verlief die Umsetzung "bisher im Wesentlichen erfolgreich", teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband auf Anfrage mit, verwies aber darauf, dass es für eine grundsätzliche Einschätzung der Auswirkungen noch zu früh sei.

Während EU-Aufseher den Verlauf der Umstellung bereits als reibungslos bezeichneten, gab es in der praktischen Umsetzung aber offenbar doch erheblich Probleme: Viele unserer ­Leser und zahllose Anleger empörten sich etwa darüber, dass sie Finanzmarktprodukte, die sie in den ersten beiden Tagen des Jahres noch problemlos handeln konnten, am 3. Januar, dem Tag des Inkrafttretens der neuen Regeln, plötzlich nicht mehr kaufen konnten: "Was ist da los?", wollten sie wissen, schimpften über die "Regulierungswut der EU" und die "Entmündigung der Anleger".


Der Hintergrund: Die Emittenten - also sozusagen die Hersteller von Finanzmarktprodukten wie ETFs, Fonds und Derivaten - müssen künftig vor dem Vertriebsstart einen Zielmarkt für das angebotene Finanzmarktprodukt bestimmen. Für die Definition des Zielmarkts sind die Banken für jedes einzelne Produkt auf Daten von Emittenten und Dienstleistern angewiesen.

"Wir hatten zum Start nicht zu allen Wertpapieren entsprechende Informationen vorliegen, aber die Situation hat sich täglich verbessert", sagte Dirk Althoff, Sprecher der Consors­bank auf Anfrage von €uro am Sonntag. "Ich gehe davon aus, dass die bestehenden Lücken in den kommenden Tagen geschlossen werden. Die Emittenten haben ja ein großes Inte­resse daran, ihre Produkte anbieten zu können. Wichtig ist: Die Problematik bezieht sich immer auf den Kauf der Wertpapiere, Verkäufe sind jederzeit möglich."

Auch bei der Comdirect Bank hat sich die Datenlage in den vergangenen Tagen deutlich verbessert. "Für den Großteil der betroffenen Produkte konnten die Zielmarktdaten inzwischen über unsere Dienstleister geliefert werden", sagt eine Sprecherin.

Die befragten Emittenten gaben an, alle Zielmarktbestimmungen rechtzeitig geliefert zu haben, verwiesen aber darauf, dass die Umstellung ein vielschichtiger Prozess sei, der an mehreren Stellen haken könne.

Gesetz schreckt Anleger ab
Tatsächlich ist der Aufwand enorm, die Finanzbranche sieht sich auf die Probe gestellt: Allein für 1,8 Millionen verbriefte Derivate und 43.000 Fonds werden laut WM Datenservice Zielmarktdaten ausgeliefert. Hinzu kommt bei verbrieften Derivaten die gleiche Anzahl an PRIIP-­Informationen.

Damit nicht genug, der Start der neuen Vorgaben fordert private Anleger auch anderweitig heraus: Künftig erhalten sie mehrere Dokumente zu den Kosten von Produkten und stehen vor einem "Flickenteppich an widersprüchlichen Informationen", wie der deutsche Fondsverband BVI kritisiert.

Befragte Vermögensverwalter lehnen die neuen Regeln ab: Sie fürchten, der zusätzliche bürokratische Aufwand schrecke mehr Privatanleger vom Wertpapierkauf ab.
Einer unserer Leser äußert diese Sorge ebenfalls und schreibt: "Ich frage mich, was soll dieser Schwachsinn ..."
Bildquellen: Everett Collection / Shutterstock.com, Vontobel, alphaspirit / Shutterstock.com

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