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18.05.2019 10:09
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Gewinne satt! 12 Investments mit Rendite-Power

Euro am Sonntag-Titel: Gewinne satt! 12 Investments mit Rendite-Power | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Titel
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Warum die Börsen in diesem Jahr wieder in den Haussemodus übergegangen sind. Welche Märkte und Branchen die größten Gewinne versprechen.
€uro am Sonntag
von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Erinnern Sie sich noch an das vierte Quartal 2018? Da war doch was. Weltweit brachen die Aktienkurse ein, das Ende des jahrelangen Börsenaufschwungs schien gekommen. Der Stimmung nach zu urteilen, war die globale Wirtschaft auf direktem Weg in die Rezession.

Doch seit Jahresbeginn hat sich das Blatt an den Börsen gewendet. Die Bullen schwingen das Zepter - und wie. Die meisten Aktienmärkte weltweit liegen im Plus, viele davon deutlich. Spitzenreiter aus Sicht deutscher Anleger ist die Börse in Shanghai. Sie gewann auf Euro­basis seit Anfang Januar knapp 30 Prozent hinzu. Mehr als 20 Prozent Plus gab es auch beim kanadischen Leitindex TSX, an der Athener Börse sowie in einigen exotischeren Märkten wie Saudi-­Arabien, Ägypten und Kolumbien. Andere wichtige Märkte wie die USA, Russland sowie Italien folgen nicht weit dahinter und verzücken ebenfalls die Herzen der Anleger.

Auf den folgenden Seiten stellt €uro am Sonntag die besten Aktienmärkte seit Jahresbeginn vor. Aus den zehn renditestärksten Staaten hat die Redaktion fünf Länder beziehungsweise Regionen herausgegriffen und analysiert diese. Erläutert werden die Hintergründe für die gute Performance und die weiteren Aussichten. Zusätzlich werfen wir einen Blick auf die fünf Branchen, die 2019 bislang die höchste Rendite erzielt haben.

Börse trotzt mieser Laune


Auffällig ist die Diskrepanz zwischen den steigenden Aktienkursen und der schlechten Stimmung an den Märkten vor allem in den ersten Wochen des Jahres. Letztere beruhte einerseits auf den mäßigen Daten vonseiten der Konjunktur, andererseits auf politischen Problemen, allen voran der Zollstreit zwischen den USA und China sowie das Gezerre um den Brexit.

Für viele Volkswirtschaften wurden in den vergangenen Monaten die Wachstumsprognosen reduziert. Anfang April senkte die Welthandelsorganisation ihren Ausblick drastisch, vor vier Wochen kappte der Internationale Währungsfonds seine Vorhersagen. Weltweit werde das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr nur noch 3,3 Prozent betragen - der geringste Zuwachs seit 2009.

Auch die Einkaufsmanagerindizes, Indikator für die konjunkturelle Lage in der Industrie, sind im globalen Durchschnitt in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Besonders schwach sind diese Zahlen in der Eurozone, vor allem in Deutschland und Italien. "In Deutschland liegt der Wert bei 44,4 und ist so niedrig wie seit der Eurokrise nicht mehr", berichtet Marcus Poppe, Co-­Manager des Fonds DWS Top Dividende. Auch in den wichtigen asiatischen Märkten Japan, Südkorea und Taiwan liegen die Einkaufsmanagerindizes unter 50 Punkten, was auf eine rückläufige Aktivität in der Industrie hindeutet.

Überraschend gute Zahlen


Dass es weltweit aber nicht ganz so schlimm gekommen ist wie im vierten Quartal 2018 befürchtet, ist einer der Gründe für die Hausse im laufenden Jahr. Die Konjunkturdaten aus den USA waren in den vergangenen Monaten zumindest solide. Vor einer Woche überraschten die Vereinigten Staaten dann sogar mit einem Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, das deutlich höher ausfiel als prognostiziert.

Auch aus China kommen bessere Si­gnale als erwartet. Die aktuellen Stimulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung, mit der sie der Wirtschaft neuen Schwung verleihen möchte, zeigen Wirkung.

Überrascht haben ebenso die jüng­sten Schätzungen aus der Eurozone, die am Dienstag vom Statistikamt Eurostat bekannt gegeben wurden. Experten hatten ein Wachstum wie im vierten Quartal 2018 erwartet, als das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugelegt hatte. Doch stattdessen wuchs die Wirtschaft mit einem Plus von 0,4 Prozent doppelt so stark.

Einen wesentlichen Anteil an der Rally im laufenden Jahr haben allerdings auch die Zentralbanken, allen ­voran die US-Notenbank. "Fed-Chef Jerome Powell hat im Januar andere Töne angeschlagen", sagt Gergely Majoros, Invest­mentstratege der Vermögensverwaltung Carmignac. Anstatt die Geldpolitik weiterhin zu straffen, hat Powell eine Pause bei den Zinserhöhungen verkündet. "Das ist ein gravierender Unterschied gegenüber dem vierten Quartal 2018 und hat vielen Märkten, insbesondere den Schwellenländern, erlaubt aufzuatmen", erklärt Majoros.

Auch vonseiten der Politik gab es Zeichen der Entspannung. "Der Handelskonflikt zwischen den USA und China schien 2018 unlösbar. Nun gibt es viele Indikatoren, dass ein Kompromiss möglich ist", so der Carminac-Stratege. Die Verhandlungen zwischen den beiden Nationen laufen, und die Anleger gehen mittlerweile überwiegend davon aus, dass eine Lösung bevorsteht.

Ein solches Vertrauen in die Wirtschaftsdiplomatie ist zwar positiv. Es bedeutet aber auch, dass die Lösung des Zollstreits an den Märkten bereits eingepreist ist. "Wenn es zu einem Deal zwischen den USA und China kommt, müsste dieser außerordentlich gut sein, um weitere Kursanstiege auszulösen", meint Mark Phelps, Portfoliomanager der Fondsgesellschaft AllianceBernstein (AB). Eine bloße Einigung dürfte keine größeren Auswirkungen auf die Börsen haben.

Konzerne unter Erwartungsdruck


Ebenso muss die Wirtschaft nun liefern, um die gestiegenen Kurse zu rechtfertigen. "Falls das Wachstum im zweiten Halbjahr wieder schwächer ausfällt, ist eine Korrektur wahrscheinlich", mahnt DWS-Manager Poppe. Wie viele andere Experten ist er nach der jüng­sten Rally vorsichtig geworden.

Halten indes die aktuellen Versprechungen von der Konjunkturfront und wächst die Wirtschaft moderat weiter, dürfte sich die Hausse fortsetzen - wenn auch in geringerem Tempo. "Aktuell sind wir wieder in einem Goldilocks-Szenario", sagt Poppe. "Die Zinsen bleiben niedrig, die Wirtschaft plätschert dahin." Ein solches Umfeld ist gut für Aktien, weil das mäßige Wachstum es nicht notwendig macht, die Zinsen zu erhöhen, um eine Überhitzung der Wirtschaft und Inflation zu verhindern. Gut möglich also, dass uns der Börsenaufschwung länger erhalten bleibt, als es Ende 2018 den Anschein hatte.

Kursfeuerwerk in Shanghai


Die stärksten Regionen 2019: Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, die USA und China, gehören bisher im laufenden Jahr zu den Top-­Aktienmärkten

Der Finanzdienstleister Bloomberg stellt Daten für die Aktienmärkte von rund 90 Ländern zur Verfügung. Der Blick auf die Rangliste im laufenden Jahr ist ein Traum in Grün: In Euro gerechnet liegen 75 Leitindizes seit Jahresbeginn im Plus, knapp 40 davon sogar zweistellig.

China


Bester Aktienmarkt im laufenden Jahr aus Sicht deutscher Anleger ist China. Der Shanghai Composite liegt knapp 30 Prozent im Plus. Der Index enthält die wichtigsten Aktien Chinas ohne Hongkong. Titel aus dem Reich der Mitte hatten sich nicht erst im vierten Quartal, sondern im Gesamtjahr 2018 schlecht entwickelt. Die Rally seit Jahresbeginn ist also im besonderen Maß eine Gegenbewegung zum vorangegangenen Horrorjahr.

Aus zwei Gründen ist die Lust auf ­chinesische Aktien zurückgekommen. Zum einen hat die Regierung in Peking eine Reihe von Stimulierungsmaßnahmen angestoßen. "China ist zu einer lockereren Geldpolitik und einer expansiveren Fiskalpolitik übergegangen", sagt Victoria Mio, Chefanlegerin von ­Robeco China. Steuern wurden gesenkt und Kapitalbeschränkungen für Banken gelockert, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Die Maßnahmen tragen Früchte, das Wachstum ist stabilisiert. Zum anderen profitieren chinesische Aktien besonders stark von der Hoffnung, dass eine Lösung des Zollstreits mit den USA unmittelbar bevorsteht.

Dass der Shanghai Composite in diesem Tempo weitermacht, ist höchst unwahrscheinlich. Die vergangenen Tage, in denen die Börse in Shanghai um rund fünf Prozent nachgab, sollten eine Mahnung für Anleger sein. Langfristig jedoch sind chinesische Festlandsaktien aussichtsreich. Anders als die Unternehmen, die in Hongkong gelistet sind und Chinas "alte" Wirtschaft repräsentieren, stehen die Titel an der Börse Shanghai für das neue Reich der Mitte. "Der Konsum in China verlagert sich in Richtung höherwertiger Waren und Dienstleistungen", sagt Mio. Dieser Trend eröffnet neue Anlagemöglichkeiten.

Saudi-Arabien und Ägypten


Hohe Zuwächse liefern auch die Börsen in Saudi-Arabien und Ägypten, deren Plus in Euro seit Jahresanfang bei rund 23 Prozent liegt. Saudi-Arabien profitiert vor allem vom gestiegenen Ölpreis, der seit Jahresbeginn stark zugelegt hat. Hinzu kommen zwei weitere Faktoren, welche die Stimmung der Anleger gegenüber dem Königreich verbessert haben. "Nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi gab es kaum Sanktionen gegen Saudi-­Arabien", erläutert Georg von Wallwitz von der Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz. "Die Angst, dass westliche Firmen einen Bogen um Saudi-­Arabien machen, war unbegründet."

Darüber hinaus sorgte die Emission einer Anleihe des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, die auf hohe Nachfrage stieß, für gute Stimmung bei den Anlegern. "Sie gilt als Zeichen dafür, dass das Land sich finanziell öffnet", sagt von Wallwitz.

Im Fall Ägyptens honorieren die Anleger, dass die volkswirtschaftlichen Zahlen in die richtige Richtung gehen. "Das Land hat ein Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds geradezu vorbildlich durchgezogen", erklärt er. Auch aus der Tourismusbranche seien 2018 bessere Zahlen als im Vorjahr gekommen.

Russland


Gut entwickelt haben sich des Weiteren russische Aktien. Der Leitindex RTS hat 2019 auf Eurobasis knapp 20 Prozent hinzugewonnen. "Ausschlaggebend dafür waren neben der Ölpreisentwicklung auch ein allgemein besseres Sentiment für Schwellenländer, das in Russland von solideren Wirtschafts­daten untermauert wird", so Alexandra Richter, Portfoliomanagerin bei Allianz Global Investors. "Außerdem lassen die Sorgen nach, dass sich Sanktionen wieder drastisch verschärfen."

Bestehen bleiben dagegen die bekannten Merkmale des russischen Aktienmarkts: seine hohe Abhängigkeit vom Ölpreis und seine niedrige Bewertung. "Auch nach den deutlichen Kursgewinnen bleibt er im globalen Kontext sehr günstig und bietet eine voraussichtliche Dividendenrendite von sieben Prozent", erklärt Colin Croft, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management. Wer die für Russland typischen Risiken nicht scheut, kann diese Dividendenstärke für sich nutzen.

Italien und Griechenland


In Europa ragen seit Jahresbeginn die Aktienmärkte von Griechenland und Italien heraus. Die Börse in Athen legte um 27 Prozent zu, der Mailänder Index um 19 Prozent.

Beide Länder gelten wegen ihrer hohen Verschuldung als Sorgenkinder der Eurozone. Die Entwicklung ihrer Aktienmärkte ist deshalb eng mit der Stimmung an den Anleihemärkten verknüpft, wo sich das Vertrauen in die Stabilität der Länder widerspiegelt. "Wenn die Risikoaufschläge für italienische oder griechische Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen kleiner werden, treibt das den jeweiligen Aktienmarkt an", sagt Vermögensverwalter von Wallwitz. Das war zuletzt der Fall.

"Im Fall Italiens haben es die Anleger honoriert, dass die neue Regierung mit ihrem Haushaltsentwurf doch keine Konfrontation mit Brüssel gesucht hat." Zudem profitiere die italienische Exportwirtschaft vom schwachen Euro.

Griechenland ist auf gutem Weg, dauerhaft an den Kapitalmarkt zurückzukehren. Im März emittierte das Land erstmals seit der Schuldenkrise eine zehnjährige Anleihe. Kredite des Internationalen Währungsfonds will es früher als nötig zurückzahlen. Dadurch hat sich die Stimmung auch hier aufgehellt, zudem erkennen Experten ein großes Aufholpotenzial.

USA


Wie schon im vergangenen Jahr gehören die USA auch 2019 zu den stärksten Anlageregionen. In Euro umgerechnet liegt der S & P 500 seit Anfang Januar mit knapp 20 Prozent im Plus. Am Mittwoch hat der US-Leitindex sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Dass sich der amerikanische Aktienmarkt so gut entwickelt hat, liegt in besonderem Maß an den seit Januar sanfteren Tönen der US-Notenbank und an den Hoffnungen auf eine Beilegung des Zollstreits mit China.

Gut gelitten war der Markt bei den Anlegern aber auch deshalb, weil sich die Wirtschaft stabiler präsentierte als in vielen anderen Regionen weltweit. "Die Konjunktur war zwar schwächer als ­zuvor, aber das Wachstum war nicht dramatisch geringer", sagt Carmignac-­Experte Majoros.

Die Chancen stehen gut, dass sich der US-Aktienmarkt weiterhin dominant entwickeln wird. Er profitiert besonders vom mäßigen globalen Wirtschaftswachstum. "In dem heutigen Umfeld suchen wir nach Unternehmen, die eine gesunde Bilanz haben und zugleich in den nächsten Jahren strukturell wachsen können", so Majoros. "Diese Qualitätsunternehmen sind überwiegend in den USA zu finden."

Investments für die besten Länder (pdf)

Tech als Taktgeber


Die besten Branchen 2019: Einige Sektoren entwickeln sich seit Jahresbeginn überdurchschnittlich gut. Vor allem IT-Unternehmen überzeugen.

Der Indexanbieter MSCI, Herausgeber des MSCI World, hat das globale Aktienuniversum in elf Sektoren unterteilt. Fünf davon haben sich im laufenden Jahr besser entwickelt als der breite Markt.

Informationstechnologie


Eine herausragende Leistung zeigt wieder einmal der IT-Sektor. Knapp 30 Prozent gewann das Anlagesegment in Euro gerechnet seit Jahresbeginn hinzu. Noch stärker als in den anderen Branchen ist die Rally eine Gegenreaktion auf das für die Branche katastrophale vierte Quartal. "Der Techbereich wurde Ende 2018 fast schon abgeschrieben", so David Wehner, Portfoliomanager beim unabhängigen Finanzdienstleister Do Investment. "Wir stehen aber nicht am Ende der Entwicklung, sondern eher am Anfang einer neuen Phase der Digitalisierung."

Dieser Sichtweise dürften viele Anleger zustimmen, die die Techbranche wieder an die Spitze der Rendite-Rangliste gehievt haben. Dazu beigetragen haben gute Ergebnisse einiger großer IT-Konzerne wie Microsoft, dessen Cloud-Geschäft besonders stark wächst.

Informationstechnologie dürfte einer der beliebtesten Sektoren bleiben. In einem globalen wirtschaftlichen Umfeld mit eher mäßiger Dynamik überzeugt die Techbranche mit anhaltendem Wachstum. Angesichts mittlerweile wieder hoher Bewertungen und einer Welle von Börsengängen sollten Anleger in den nächsten Monaten aber nicht gedankenlos zugreifen.

Industrie


Auch der Industriesektor glänzt 2019. Er legte seit Anfang Januar in Euro um 22 Prozent zu. "Im vergangenen Jahr hatte der Markt Rückgänge der Gewinne eingepreist", verweist DWS-Manager Poppe auf die deutlichen Kursverluste von Oktober bis Dezember. "Doch die Berichtssaison für das vierte Quartal 2018 war in der Breite robust."

Die Branche, zu der Unternehmen wie General Electric, Siemens und der Luftfahrtzulieferer Honeywell gehören, profitiert besonders von einer stabilen Weltwirtschaft und guten Zahlen aus China. Die waren zuletzt besser als erwartet, da die eingeleiteten Stimulierungsmaßnahmen Wirkung zeigen.

Das Kursplus dürfte sich zwar in diesem Tempo nicht fortsetzen, doch die Branche steht stabil da. "Der Zyklus kann viel länger halten als gedacht, da es keine Übertreibungen in Form von Überinvestitionen oder -kapazitäten im Industriesektor gibt", sagt Poppe.

Nicht-Basiskonsum


Zu den besten Märkten seit Jahres­beginn zählt der Nicht-Basiskonsumgütersektor mit einer Rendite von 20 Prozent. Das Anlagesegment dominiert der Versandhändler Amazon. Hinzu kommen Unternehmen wie die Fast-Food-Kette McDonald’s sowie Hersteller von Luxusartikeln und Autos.

Auch diesem Sektor ist zugutegekommen, dass sich die chinesische Wirtschaft stabiler zeigt als noch 2018 befürchtet. Denn das Reich der Mitte spielt als Nachfrageland für Luxuskonsum­güter eine wesentliche Rolle.

Positiv wirken sich ebenso die guten Zahlen vom Arbeitsmarkt in den USA und Europa aus. "Die Arbeitslosenquoten gehen weiter zurück, die Löhne steigen. Das stützt den Konsum", sagt Portfoliomanager Wehner. Er verweist ­zudem auf das niedrige Zinsniveau, das Finanzierungen günstig macht und Sparen unattraktiv. "Wenn Geld auf dem Konto nichts bringt, denken viele Menschen verstärkt über Anschaffungen nach." Der Nicht-Basiskonsumgütersektor dürfte sich deshalb relativ stabil entwickeln.

Kommunikation


Hohe Zuwächse kommen aus dem Bereich Kommunikationsdienstleistungen. Das Plus im laufenden Jahr liegt bei 20 Prozent. Der Sektor enthält seit einem halben Jahr nicht mehr nur klassische Telekom-, sondern auch Unterhaltungskonzerne wie Walt Disney und ­Online-Unternehmen wie Alphabet und Facebook. Sie wurden aus ihren früheren Sektoren umgruppiert, da sich ihr Geschäftsmodell ebenfalls um Kommunikation dreht.

Letzteren wenden sich Anleger zu, weil sie auch in schwachen Märkten ein starkes Wachstum zeigen. "Soziale Medien sind weiterhin wichtig", sagt AB-Manager Phelps. Er verweist auf die starke Stellung von Facebook mit seinen 2,1 Milliarden Nutzern. "Sicherlich gibt es Vorbehalte beim Umgang mit der Privatsphäre der Anwender, doch das Produkt ist noch immer beliebt."

Die klassische Telekombranche steht weniger gut da. Besonders in Europa, wo sie sich 2019 deutlich schlechter entwickelt hat als der breite Markt.

Energie


Im Energiesektor sind Ölriesen wie ExxonMobil oder Royal Dutch Shell versammelt. Ihre gute Performance im laufenden Jahr beruht weitgehend auf dem rasanten Anstieg des Ölpreises seit Ende Dezember. Die Notierungen für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent liegen seit mehreren Wochen bei 70 US-Dollar. Produktionsausfälle in Venezuela und Kürzungen durch die OPEC und Russland haben dazu geführt.

Mit der Sorge um eine Abschwächung der Konjunktur war der Ölpreis im vierten Quartal 2018 stark zurückgegangen. In einem solchen Umfeld stoppen die Unternehmen für gewöhnlich die Suche nach neuen Ölfeldern. "Wenn der Ölpreis steigt, wird auch Exploration wichtiger", erklärt Wehner. Von den höheren Notierungen im laufenden Jahr profitieren daher nicht nur die Konzerne, die das Erdöl verkaufen, sondern auch Unternehmen, die mit der Suche und Förderung ihr Geld verdienen.

Wer im Energiesektor anlegt, muss sich der Korrelation mit dem Ölpreis bewusst sein. Nach der raschen Erholung der Notierungen sind weitere Zuwächse zunächst unwahrscheinlich.

Investments für die besten Branchen (pdf)










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Bildquellen: B. Stefanov / Shutterstock.com, Christian Zachariasen/Getty Images
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