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22.05.2015 19:38
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Weltmarktführer: Achtung - das sind die stillen Stars!

Euro am Sonntag-Titel: Weltmarktführer: Achtung - das sind die stillen Stars! | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Titel
Vielen Börsianern sind sie unbekannt, aber in ihren Nischen sind sie absolute Spitze. Warum Anleger auf die heimlichen Marktführer setzen sollten.
€uro am Sonntag
von K. Schachinger und S. Parplies, Euro am Sonntag

Brille? Viele denken dabei an den Slogan von Europas größter Optikerkette: an Fielmann. Kaum bekannt ist dagegen der größte Zulieferer der Hamburger und weltweit größte Hersteller von Brillengläsern: Essilor. Auf dem Börsenparkett dominieren die Franzosen mit mehr als 23 Milliarden Euro Marktkapitalisierung nicht nur ­ihren norddeutschen Auftraggeber, sondern auch etliche bekannte DAX-Konzerne wie den Nivea-Konzern Beiersdorf oder den Persil-Hersteller Henkel.

Der Weltmarktführer für hochwertige Brillengläser hat eine klare Strategie: "Wir denken und planen in Zeiträumen von 20 Jahren", sagt Essilor-Chef Hubert Sagniers. Der Langfrist-Ansatz zahlt sich für Aktionäre aus: Allein seit dem Amtsantritt Sagniers Anfang 2010 hat sich der Aktienkurs fast verdreifacht.

Doch wie schaffen es Nischenriesen wie Essilor an die Spitze ihrer Branche? Auf der Suche nach den heimlichen Weltmarktführern hat €uro am Sonntag zahlreiche Märkte - von Konsum über Maschinenbau bis zu Technologien - unter die Lupe genommen. Denn eines ist klar: Aktien von Weltmarktführern sind für Anleger in der Regel hochattraktiv. Sie überzeugen oft durch eine extrem gute Langfrist-Performance. Doch wie findet man diese Perlen?

Sieger im Verborgenen

Wer eine starke Marktstellung hat, verfügt meist über Produkte mit hoher Qualität - ein Anhaltspunkt sind daher hohe Investitionen in die Produktentwicklung und permanente Innovationen. Das Beispiel Essilor: Die Franzosen liegen mit 5.500 Patenten technologisch vorn. Die Voraussetzung dafür, dass sich Unternehmen das leisten können, sind hohe Margen und üppige Mittelzuflüsse. Beim Brillenglasprimus mit Sitz im Charenton-le-Pont liegt die operative Marge nahezu beständig über der 20-Prozent-Marke. 2014 stiegen die Mittelzuflüsse um knapp 40 Prozent auf eine Milliarde Euro.

Um sich an der Spitze zu behaupten, müssen Marktführer auch um die Ecke denken. "Eintrittsbarrieren in einen Markt schützen die Nummer 1 nur so lange, wie es der Unternehmensführung ­gelingt, auch abseits der üblichen Branchenlogik zu denken", sagt Oliver Gassmann, Professor für Innovationsmanagement der Universität in St. Gallen.

Neue Wege ging ASML. Die Niederländer entwickeln Maschinen und Anlagen zur Übertragung von Chipbauplänen auf den Halbleitergrundstoff Silizium. Anspruchsvolle Lithografie-Anlagen sind bei Konzernen wie Intel heiß begehrt. Der Chipriese erwarb Anteile an ASML und beteiligt sich signifikant an dem milliardenschweren Entwicklungsbudget der Niederländer. So erfüllt ASML ein weiteres Kriterium vieler Marktführer: zweistellige Kapitalrenditen.

Durch die hohe Profitabilität und gut gefüllte Kassen sind überdies genau ­geplante Zukäufe möglich. "So werden angrenzende Märkte erschlossen. Das erhöht die Dominanz eines Weltmarktführers und damit das Potenzial für Wertsteigerungen", sagt Fondsmanager Frédéric Plisson von der Fondsgesellschaft Echiquier, die ihren Fokus auf europäische Weltmarktführer legt.

Wer als Firma an der Spitze steht, kann auch für Krisen vorsorgen. Finanzpolster sind äußerst hilfreich, wenn es im bisherigen Kerngeschäft nicht mehr so gut läuft und ein Gegensteuern oder ein Wandel notwendig wird. Wie bei Technotrans: Das deutsche Unternehmen ist weltweit führend bei Kühlflüssigkeiten für Druckereimaschinen. Die Westfalen gerieten tief in den Abwärtsstrudel der Druckmaschinenbranche. Der Befreiungsschlag gelang mit der Erweiterung des Geschäfts auf die Laserindustrie. Die neuen Bereiche bringen inzwischen mehr als ein Drittel des Geschäfts. "Technotrans hat die Wende geschafft", sagt Fondsmanager Manfred Piontke, der überwiegend in deutsche Weltmarktführer in Nischenmärkten investiert.

Innovationskraft, hohe Wertschöpfung und daraus resultierend hohe Gewinnmargen und Cashzuflüsse - das sind die Gemeinsamkeiten der Sieger im Verborgenen. Auf den folgenden Seiten stellen wir sechs Favoriten vor.

Grifols:
Die Kraft des Blutes

Das spanische Unternehmen ist Europas größter Hersteller von Blutplasma-Produkten. Plasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes, aus dem Proteine gewonnen werden, mit denen beispielsweise Erkrankungen des Immunsystems und Infektionen bekämpft werden. Die Berenberg Bank traut dem Markt für Blutplasmaprodukte jährliche Wachstumsraten von fünf bis sieben Prozent bei stabilen Preisen zu. Die Eintrittsbarrieren für neue Konkurrenten sind hoch - 75 Prozent des Markts werden von drei Unternehmen, darunter Grifols, beherrscht. Die Spanier haben ihren Umsatz über die vergangenen zehn Jahre im Schnitt um rund 22 Prozent gesteigert, sowohl organisch als auch durch Übernahmen. Spektakulär war der Kauf der Bluttransfusions-Diagnostik des Schweizer Pharmakonzerns Novartis. Grifols ist mit seinen Produkten und Dienstleistungen weltweit in mehr als 100 Ländern vertreten. Eindrucksvoll ist die hohe Marge: Im vergangenen Jahr blieben über 30 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn (Ebitda). Die jüngsten Quartalszahlen haben leicht enttäuscht, unter anderem wegen des Preisdrucks auf dem US-Markt. Langfristig sollte Grifols wie der gesamte Markt weiter zulegen.

Fazit: Bevölkerungswachstum und Alterung der Bevölkerung wird die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen von Grifols steigern.

Technotrans:
Neustart geglückt

Zu den wichtigsten Kunden der Firma mit Sitz im westfälischen Sassenberg zählen die beiden weltweit größten Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen und Koenig & Bauer. Damit sind die Westfalen seit Anfang der 90er-Jahre Weltmarktführer für Anlagen zur Herstellung und Aufbereitung spezieller Flüssigkeiten im Offsetdruck. Doch dieser Fall zeigt, dass sich auch in der Nische enorme Probleme ergeben können. Da im Internetzeitalter die Geschäfte der großen Druckmaschinenhersteller zurückgehen, ging es auch Technotrans immer schlechter. In den vergangenen zehn Jahren schrumpften Umsätze und Cashzuflüsse aus dem operativen Geschäft deutlich. Allerdings sind 85 Prozent der Technotrans-Komponenten, die für die Aufbereitung, Temperierung und Filtration sowie das Pumpen und Sprühen von Flüssigkeiten bei Druckmaschinen benötigt werden, auch bei Laser- und Werkzeugmaschinen einsetzbar. Sein spezielles Know-how kommt Technotrans nach einem Strategiewechsel nun wieder zugute. Mehr als ein Drittel des Umsatzes wird heute mit Systemen für neue Märkte eingefahren. Margen und Gewinnwachstum ziehen an, die Aktie entwickelt sich blendend.

Fazit: Viele neue Nischenmärkte mit starkem Wachstum kompensieren die Schwäche im Stammgeschäft.

Andritz:
Intelligent umformen

Der Industriekonzern gehört zu den ältesten Unternehmen Österreichs. 1852 als Eisengießerei gegründet hat sich Andritz heute in vielen lukrativen Nischen des Maschinen- und Anlagenbaus als einer der Marktführer positioniert. Das in Österreichs Aktienleitindex ATX notierte Unternehmen liefert Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen unter anderem für Wasserkraftwerke, die Papier- und Stahlindustrie.

Während sich große Industriekonglomerate wie Siemens oft mit schwerfälliger Bürokratie selbst im Weg stehen, hat Andritz viele richtige Entscheidungen getroffen. So haben die Österreicher 2012/13 den deutschen Anlagenbauer Schuler, einen Hersteller von Pressen für Karosseriebleche, aufgekauft und sind dadurch zum Weltmarktführer in der Umformtechnik aufgestiegen. Inzwischen ist Schuler eine wichtige Stütze des Konzerns. "Die Fähigkeit, solche Chancen zu erkennen, macht erfolgreiche Weltmarktführer aus", lobt Marcus Ratz von der Fondsgesellschaft Lupus Alpha die Übernahme, deren Kaufpreis von Analysten als günstig eingeschätzt wird.

Über die vergangenen zwei Jahrzehnte hat Andritz mehr als 60 Firmen aufgekauft und meist erfolgreich integriert. Ziel des Unternehmens bei solchen Investitionen ist es stets, zu den Top 3 im jeweiligen Marktsegment aufzusteigen.

Eine gesunde Konzernbilanz und hohe Erträge im operativen Geschäft ermöglichen es Andritz, einen hohen Teil des Jahresgewinns als Dividende an seine Aktionäre auszuschütten. Die Ausschüttungsquote soll schrittweise von 50 auf 60 Prozent steigen.

Ganz ohne Probleme geht es auch bei Andritz nicht. So hatten im Jahr 2013 unter anderem Verzögerungen beim Bau einer Zellstofffabrik in Südamerika das Konzernergebnis deutlich belastet. 2014 bremsten Verluste aus Währungsabsicherungen die Erholung. Dennoch ist der Konzern auf dem Weg zu alter Stärke: Der Nettogewinn von 44 Millionen Euro im ersten Quartal lag rund zehn Prozent über der Analystenschätzung. Die operative Marge lag bereinigt um Währungsabsicherungen bei 6,1 Prozent und nähert sich damit dem mittelfristig angestrebten Ziel von sieben bis acht Prozent. Das Bankhaus M.M. Warburg rechnet damit, dass Andritz bereits im laufenden Jahr das untere Ende des Korridors erreicht.

Fazit: Andritz ist ein substanzstarkes Unternehmen auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

Essilor:
Starke Sammellinse

Auf diesen Vergleich darf sich Essilor durchaus etwas einbilden: Zwischen der globalen Nummer 1 bei hochwertigen Brillengläsern und dem Konsumriesen Nestlé gebe es durchaus Parallelen. Beide Konzerne hätten einen fein verzweigten Zugang zu einer Vielzahl von Absatzmärkten in mehreren globalen Geschäftsbereichen. Das meint zumindest Peter Brabeck-Letmathe, Präsident des Verwaltungsrats von Nestlé. Da Nestlé seinerseits führend in der Lebensmittelbranche ist und mit 75 Milliarden Euro Umsatz 15-mal so groß ist wie Essilor, können die lobenden Worte des Topmanagers über Essilors globale Präsenz durchaus als Ritterschlag bewertet werden.

Dabei gibt es noch weitere Gemeinsamkeiten: Auch Essilors oberste Führungsebene verpflichtet sich zu langfristigen Strategien und bereitet Nachfolger an der Konzernspitze sorgfältig vor. Diese Disziplin und Kontinuität führt zu soliden Bilanzen. Dies zahlt sich vor allem in schwierigen Marktphasen aus. Während der globalen Finanzkrise präsentierten sich die Franzosen deutlich stabiler als die Konkurrenz und legten auch unter schwierigen Bedingungen weiter zu.

Dementsprechend stiegen Umsatz und Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft während der vergangenen zehn Jahre im Durchschnitt um fast acht und zehn Prozent pro Jahr. An der Börse wird diese nachhaltig beeindruckende Bilanz des Weltmarktführers aus Frankreich mit deutlichen Wertzuwächsen für Aktionäre belohnt.

Das Fundament, um weltweit die Nummer 1 im Geschäft mit Brillengläsern zu werden, war die Fusion der beiden französischen Firmen Essel und Silor im Jahr 1972. Durch Zukäufe in regional oder technologisch angrenzenden Märkten entstand ein breit aufgestellter finanzstarker Konzern, der sich in dem zersplitterten Markt wachstumsstarke Firmen in den verschiedenen Nischen aussuchen kann.

In dem auf 27 Milliarden Euro geschätzten Weltmarkt hat der Primus mit fünf Milliarden Euro Umsatz noch viel Potenzial für Wachstum. Und manchmal wirkt der Erfolg der Franzosen anziehend auf andere Unternehmen. Beispiel Costa: Bevor David Whalen den amerikanischen Sonnenbrillenhersteller 2014 für 270 Millionen Dollar an Essilor verkaufte, hatte er das Portfolio mit Native Eyewear, einem auf begeisterte Bergsportler spezialisierten Sonnenbrillenhersteller, ausgebaut und das Sortiment um verschreibungspflichtige Sonnenbrillen erweitert. Damit wurde das Portfolio für den Marktführer attraktiver.

Bei Technologien legt Essilor Wert auf rechtzeitige Kontrolle. Deshalb wurde Transitions Optical, der Erfinder von Kunststoffgläsern, die sich bei ultravioletter Einstrahlung verdunkeln und an dem Essilor beteiligt war, vor zwei Jahren komplett übernommen. Die Nischenmärkte wachsen doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt. Zudem verbesserte der Kauf Essilors operative Marge. Zukäufe stehen auch 2015 auf der Agenda. Mit zwei Milliarden Euro sind Essilors Kassen gut gefüllt.

Fazit: Die Dominanz des Primus bei Brillengläsern bringt stabile Margen und nachhaltige Wertsteigerungen.

ASML:
Meister des Lichts

Vor wenigen Wochen lieferte der niederländische Spezialmaschinenbauer ASML einen weiteren Beweis für seine Dominanz in der Chiplithografie, der Technik, mittels der Schaltpläne von Halbleitern auf den Chipgrundstoff Silizium übertragen werden: Der milliardenschwere Großauftrag eines Kunden, Branchenkenner tippen auf den weltgrößten Chipkonzern Intel, erhöhte den Börsenwert des Konzerns auf einen Schlag um zehn Prozent.

Analysten vermuten, dass die Kalifornier, die eine Auftragsvergabe weder bestätigen noch kommentieren wollten, mindestens 15 der mit der neuen Extrem-Ultraviolett-Technik (EUV) ausgestatteten Maschinen der Niederländer zum Listenpreis von 95 Millionen Euro pro Stück geordert haben. Zwei der Maschinen werden 2015 ausgeliefert.

Mit der neuen Technologie des Weltmarktführers ASML können leistungsfähigere Chips noch schneller als bisher gefertigt werden. Im Februar hatte der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC gemeldet, dass mit der EUV-Technologie von ASML im Testlauf mehr als 1.000 Chips pro Tag hergestellt werden können. Damit war klar, dass Intel und Co die neue Generation von Anlagen schon bald für ihre Serienproduktion ordern.

Die Niederländer, die sich auf das Spitzentechnologie-Segment in diesem Markt fokussieren, haben die Konkurrenz aus Japan, vor allem Nikon und Canon, abgedrängt und dominieren die lukrative Nische mit einem Anteil von über 80 Prozent.

Wenn Halbleiterriesen wie Intel, Samsung oder große Auftragsfertiger wie TSMC technologisch an der Spitze bleiben wollen, gibt es nach Einschätzung von Branchenkennern derzeit keine Alternative zu den Anlagen der Holländer.

Damit das auf absehbare Zeit so bleibt und weil die Entwicklung der Anlagen teuer ist, bieten die Holländer ihren großen Kunden Anteile am Unternehmen an, wenn sich diese im Gegenzug am Entwicklungsbudget beteiligen. Intel und TSMC, die großes Interesse an einer bevorzugten Belieferung haben, sollen bei ASML an Bord sein.

Für die Holländer wird die Treue großer Kunden bei möglichen Verzögerungen von Bestellungen während des Übergangs in die Massenfertigung mit der neuen Technologie besonders wichtig sein. Angesichts der hohen Preise für die Anlagen haben Verzögerungen deutliche Folgen für die Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft, den Cashflow. Ein großer Teil des Umsatzes von ASML stammt aus dem Verkauf neuer Maschinen, nur ein geringer Teil entfällt auf Servicedienste.

Wie nachhaltig das Wachstum im hoch profitablen Nischenmarkt ist, zeigen die Bilanzen der vergangenen zehn Jahre. Umsatz und Cashflow legten im Schnitt um jeweils neun beziehungsweise 16 Prozent pro Jahr zu. Der erwartete Gewinnzuwachs von jeweils mehr als 20 Prozent pro Jahr bis 2016 zeigt zudem, wie profitabel das Geschäftsmodell des Marktführers ist.

Fazit: Dank der Innovationen des Spezialmaschinenbauers und seiner Kundenbindung sind nachhaltige Wertsteigerungen wahrscheinlich.

Geberit:
Die andere Seite der Wand

Das Badezimmer teilt sich in zwei Welten: Jeder kennt Toilette, Waschbecken und Badewanne. Kompliziert wird es hinter den Wänden. Dort regeln Rohrsysteme den Wassertransport. Qualität ist in diesem für Bewohner verborgenen Bereich des Hauses besonders wichtig. Schließlich darf das Wasser auf dem Weg zu Waschbecken und Wanne nicht verschmutzen und soll leise fließen. Moderne Systeme helfen, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Das senkt für den Bewohner Kosten und schont die Umwelt. Auch der Brandschutz spielt eine wichtige Rolle, weil sich Feuer durch Leitungsrohre schnell ausbreiten kann.

Für solche Herausforderungen verspricht Geberit Lösungen. Das schweizerische Unternehmen ist ein europäischer Marktführer für Sanitärprodukte "hinter der Wand". Kunden sind vor allem professionelle Installateure. Dank der Qualität seiner Produkte kann Geberit hohe Margen erwirtschaften. Im vergangenen Jahr blieben 27 Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn (Ebitda). Der Umsatz ist über die vergangenen zehn Jahre um durchschnittlich vier Prozent gestiegen.

Die Welt hinter der Wand ist Geberit inzwischen zu klein geworden. Um auch auf der anderen Seite des Badezimmers eine feste Größe zu werden, kauften die Schweizer im Herbst vergangenen Jahres die finnische Sanitärfirma Sanitec, die unter diversen Markennamen Keramik- und andere Produkte für Badezimmer herstellt. Dieser Geschäftsbereich war für Geberit bis zur Sanitec-Übernahme nur Nebengeschäft. Keramikprodukte wie Waschbecken und Toiletten werden vor allem über Baumarktketten an Privatpersonen verkauft - dort ist der Konkurrenzkampf groß. Deshalb ist die Marge bei Sanitec deutlich niedriger als im Kerngeschäft von Geberit. Die Gewinnspanne der Schweizer wird durch die Übernahme also sinken, laut Konsensschätzung der Analysten aber klar über 20 Prozent bleiben.

Das laufende Jahr dürfte für Geberit eine Übergangsphase sein. Die noch immer schleppende Konjunktur in Europa dämpft die Nachfrage. Neben dem starken Schweizer Franken, der Geberits Einnahmen im Ausland verwässert, drücken Kosten für die Integration von Sanitec das Ergebnis. Analysten erwarten, dass der Gewinn des im Schweizer Aktienindex SMI notierten Unternehmens 2015 unterm Strich in etwa stagniert. Für das kommende Jahr kalkulieren Börsianer dann mit einem Anstieg des Nettogewinns um rund 15 Prozent. Eine Konjunkturerholung in Europa würde das Baugeschäft ankurbeln und damit Geberit neue Aufträge bringen - vor und hinter der Badezimmerwand.

Fazit: Das Wachstum der Städte, aber auch Anreize zum Umweltschutz dürften das Geschäft von Geberit ankurbeln. Die aktuelle Übergangsphase des Unternehmens bietet langfristig orientierten Anlegern eine Einstiegsgelegenheit.

Investor-Info

4-Q-Value Fonds
Globaler Fokus

Fondsmanager Peter Dreide investiert weltweit in Firmen mit hohen Mittelzuflüssen. Zu den Weltmarktführern im Fonds gehört der US-Primus für Automatisierungstechnik Rockwell und Nummer 1 für Industriesensoren Sensata. Überdurchschnittliche Zuflüsse aus dem operativen Geschäft und hohe Innovationsraten sind nach Ansicht von Dreide wichtige branchenübergreifende gemeinsame Glanzpunkte in Bilanzen von Weltmarktführern. Andere Kennzahlen wie etwa Verschuldung seien abhängig von der jeweiligen Branche. Mit mehr als 50 Prozent Zuwachs in fünf Jahren liegt der Fonds über den durchschnittlich 30 Prozent ähnlicher Fonds.

Echiquier Major
Europäische Champions

Grifols, Nummer 1 für Blutplasma, Geberit, der Primus für Sanitärausrüstung, oder Brenntag, Weltmarktführer im Chemikalienvertrieb, sind einige der Positionen in Frédéric Plissons Echiquier-Major-Fonds. Unternehmen, die zehn Jahre und länger Wachstumsraten von fünf Prozent beim Umsatz sowie acht bis zehn Prozent beim operativen Gewinn erreichen, erzeugen überdurchschnittliche Wertzuwächse, sagt der Fondsmanager. Und dies sei bei Marktführern oft der Fall. Mit 77 Prozent Wertzuwachs in fünf Jahren ist der Fonds klar besser als der Schnitt der Europa-Fonds mit 52 Prozent.

MPPM Deutschland
Deutsche Aufsteiger

Seit Februar 2014 ist Manfred Piontke mit seinem Fonds MPPM Deutschland auf dem Markt. Neben globalen Champions wie dem bayerischen Spezialisten für Getränkeabfüllanlagen Krones investiert der erfahrene Fondsmanager auch in Unternehmen auf dem Weg zur Marktführerschaft. So sei zum Beispiel Dialog Semiconductor eine extrem innovative Firma. In dem schwierigen Markt als Apple-Zulieferer sei die starke Abhängigkeit der Schwaben vom kalifornischen iPhone-Riesen deshalb kein Handicap, sondern Folge des Erfolgs des Zulieferers. Piontkes Vorgänger-Fonds FPM All-Cap erzielte in 14 Jahren rund 200 Prozent Wertzuwachs.
Bildquellen: IM_photo / Shutterstock.com, Triff / Shutterstock.com

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