09.08.2006 09:14

FXdirekt Bank-Kolumne: Investitionsboom hält an

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Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet der nicht gerade für optimistische Prognosen bekannte Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht davon aus, dass der Investitionsboom in Deutschland bis ins Jahr 2007 hinein anhalten wird – trotz neuer Rekordstände bei Öl und beschlossener Steuererhöhung. Als Katalysator fungiert laut BDI die Binnennachfrage, die bis nächstes Jahr spürbar zulegen dürfte.

Damit dämpft der BDI Sorgen, die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahresbeginn 2007 könnte den Aufschwung in Deutschland beenden. Dieses Szenario hatte den Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) deutlich nachgegeben lassen, der die Konjunkturerwartungen unter Analysten misst. Als Grund war angeführt worden, dass erstmals nun der Ausblick für Januar 2007 abgefragt worden sei – für den Monat nach der Steuererhöhung. Doch die BDI winkt ab: Je näher man der Werkbank komme, desto optimistischer seien die Befragten. Der Aufschwung in Deutschland habe an Stärke und Breite gewonnen, so der BDI.

Für 2007 rechnet der Verband mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 1,3 Prozent nach einem Plus von 2,0 Prozent im laufenden Jahr. Dies sei aber kein Ende des Aufschwungs. Die Investitionstätigkeit der Betriebe müsse nicht zwangsläufig unter der Steuererhöhung leiden. Die Eigendynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen sollte nicht unterschätzt werden, immerhin gebe es einen enormen Nachholbedarf bei den Unternehmen.

Für ein robustes Wachstum 2007 spreche ebenfalls, dass die Talfahrt im Bauhauptgewerbe inzwischen ihr Ende gefunden habe. Die Schwäche der Branche habe das Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren um einen halben Prozentpunkt pro Jahr gebremst. Zudem dürften viele Firmen im kommenden Jahr noch einmal neue Ausrüstungen kaufen, um von den verbesserten Abschreibungsbedingungen zu profitieren, die Ende 2007 auslaufen. Trotz der bereits erfolgten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Finanzierungsbedingungen im historischen Vergleich immer noch günstig.

Stichwort Zinsentwicklung: Die US-Notenbank hat ihre mehr als zwei Jahre dauernde Serie von Zinserhöhungen wie erwartet beendet. Der Ausleihesatz blieb unverändert bei 5,25 Prozent. Ob das nur die angekündigte Zinspause oder doch die Zinswende ist, bleibt abzuwarten. Vor dem Hintergrund steigender Leitzinsen in Euroland, Japan und England dürfte der Greenback daher in der nächsten Zeit zur Schwäche neigen. Ein Ausverkauf der US-Valuta steht allerdings nicht bevor.



Carsten Stern kommentiert als Analyst der FXdirekt Bank AG - FXdirekt Woche für Woche die aktuelle Entwicklung der wichtigsten Währungen.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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