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07.08.2020 23:45

Aktienmarkt könnte mehrere Jahrzehnte unter wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Krise leiden

Hoffnung auf Impfstoff: Aktienmarkt könnte mehrere Jahrzehnte unter wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Krise leiden | Nachricht | finanzen.net
Hoffnung auf Impfstoff
Folgen
Zwar haben sich die Märkte nach Tiefständen im März wieder erholt, Société Générale-Analyst Andrew Lapthorne warnte aber davor, zu viel Hoffnung in einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu setzen. Die Folgen der Krise könnten in der Wirtschaft nämlich noch länger spürbar sein, als einige Marktteilnehmer erwarten.
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• Corona-Krise unterscheidet sich von vorherigen Krisen
• Impfstoff als universelle Problemlösung überbewertet
• Komplette wirtschaftliche Erholung vorerst unwahrscheinlich

Corona-Krise nicht mit bisherigen Krisen vergleichbar

Nachdem die Märkte zu Beginn der Corona-Krise im März zusammenbrachen, konnten sie sich zwar wieder relativ schnell erholen, für Andrew Lapthorne, den globalen Leiter der quantitativen Forschungseinheit bei der französischen Großbank Société Générale, ist die Zeit für Optimismus allerdings noch nicht gekommen. In einem Kundenbeitrag kritisierte er laut MarketWatch eine voreilige Siegessicherheit an den Märkten, die sich auf die Entwicklung eines Impfstoffes stützt, welcher die Wirtschaft stabilisieren soll. Mithilfe von historischen Tiefständen zeigt er auf, wie außergewöhnlich die Erholung in diesem Jahr bereits war. 1929 habe sich der S&P 500 durchschnittlich um 27 Prozent erholt, innerhalb eines Jahres mindestens um 30 Prozent. Da die derzeitige Erholung nicht zu den Erholungen der Vergangenheit passe, könnten sich Händler an der Marktfront aber zu früh freuen, so Lapthorne.

Verfügbarkeit eines wirksamen Corona-Impfstoffes könnte Erholungsphase verzögern

Auch wenn Investoren ihre Hoffnung auf einen Impfstoff gegen COVID-19 setzen, der wiederum eine wirtschaftliche Erholung mit sich bringen soll, hat Lapthorne aber Zweifel daran, ob sich die Märkte tatsächlich positiv entwickeln. So seien derzeit etwa 200 Impfstoffe in Entwicklung. Auch Pfizer und BioNTech haben mit den entscheidenden Tests zu einem ihrer Impfstoff-Kandidaten bereits begonnen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber noch keiner der Impfstoffe nachgewiesen wirksam. Hier verweist Lapthorne auf das HI-Virus, gegen das es selbst nach langjähriger Forschung immer noch keinen Impfstoff gibt. Auch ruft er in Erinnerung, dass nicht klar ist, wann ein entwickeltes und wirksames Serum verfügbar sein werde. Laut einer Umfrage der Investmentbank Lazard erwartet die Mehrheit der Führungskräfte im Gesundheitswesen ein Mittel in der zweiten Jahreshälfte 2021. Mit einer baldigen wirtschaftlichen Erholung sei demnach nicht zu rechnen.

Wirtschaftliche Situation von Bevölkerung abhängig

Weiter bemerkte Lapthorne, dass, selbst wenn ein wirksamer Impfstoff entwickelt und verfügbar gemacht werden sollte, Impfgegner diesen vermutlich ablehnen würden. Weiterhin warnt er davor, dass Menschen dem neuen Impfstoff kurz nach dem Marktstart noch nicht trauen und durch Nebenwirkungen verunsichert sein könnten. Beides würde eine Herdenimmunität verhindern oder zumindest verlangsamen.
Aber selbst wenn ein Impfstoff von der Bevölkerung angenommen wird, könnte es durchaus noch eine Weile dauern, bis die US-Wirtschaft wieder zur Normalität übergegangen ist. So sei zu erwarten, dass sich die Öffentlichkeit zumindest vorerst trotzdem noch nicht in großen Gruppen versammeln oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen wird, meinte Lapthorne. Dies könne ein Wachstum verhindern und Unternehmen, die durch bisherige Eindämmungsmaßnahmen der Regierung sowieso schon angeschlagen sind, in die Insolvenz treiben.

Genauer Verlauf nicht abzuschätzen

Somit könne die Erholung des Aktienmarkts durchaus weniger beeindruckend ausfallen, als von vielen Händlern angenommen. Lapthorne hält es für möglich, dass Pandemien generell wirtschaftliche Schäden zur Folge haben können, die sich noch über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Trotzdem könne man nicht einfach von der Spanischen Grippe auf die derzeitige Krise schließen, weil diese mit dem Ende des Ersten Weltkrieges zusammenfiel und die Wirtschaft damit doppelt unter Druck stand. Es bleibt also unklar, wie sich Wirtschaft und Aktienmarkt genau entwickeln. Trotzdem kritisierte Lapthorne die Märkte dafür, dass Siege bereits verkündet werden, bevor die eigentlichen Kämpfe vorbei seien.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: OSORIOartist / Shutterstock.com, Hans RW Goksoyr / Shutterstock.com

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