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01.04.2019 14:56

IVU: "Wir sind in einem Zukunftsmarkt sehr gut aufgestellt"

Interview exklusiv: IVU: "Wir sind in einem Zukunftsmarkt sehr gut aufgestellt" | Nachricht | finanzen.net
Martin Müller-Elschner, Vorstandsvorsitzender IVU Traffic Technologies AG
Interview exklusiv
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Martin Müller-Elschner, Vorstandsvorsitzender der IVU Traffic Technologies AG, spricht im Exklusivinterview mit finanzen.net über die jüngsten Erfolgsmeldungen, das Thema Elektromobilität und das zunehmende Interesse institutioneller Investoren.
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Mit einem positiven Newsflow hat die IVU Traffic Technologies AG zuletzt auf sich aufmerksam gemacht: Ende Februar hat der Berliner IT-Spezialist für Verkehr und Logistik die Beteiligung von Daimler Buses bekannt gegeben, Anfang März folgte ein Großauftrag der Deutschen Bahn und zuletzt die erfreulichen Jahresergebnisse 2018 mit einer auf 12 Cent erhöhten Dividendenempfehlung. "Das sind wichtige Meilensteine für die IVU. Der Auftrag der Deutschen Bahn ist in der internationalen Signalwirkung nicht zu überschätzen", erläutert der IVU-Vorstandsvorsitzende Martin Müller-Elschner. Gute Chancen sieht für die Gesellschaft international u. a. in Skandinavien und Großbritannien, aber auch beim Thema Elektromobilität.

finanzen.net: Herr Müller-Elschner, es läuft rund bei der IVU, wenn man sich den jüngsten Newsflow ansieht. Was war aus Ihrer Sicht das Highlight der letzten Wochen?
Martin Müller-Elschner: Die letzten Wochen waren sehr turbulent - im besten Sinne. Sowohl die Kooperation mit Daimler Buses und deren Beteiligung an uns als auch der Auftrag von DB Fernverkehr sind tolle Nachrichten und wichtige Meilensteine für die IVU. Mein persönliches Highlight war aber unser Anwenderforum Mitte März, bei dem rund 600 Gäste von Verkehrsunternehmen aus aller Welt in Berlin zusammenkamen, um mit uns über die Zukunft der Mobilität zu diskutieren. Aus meiner Sicht ist das ein sehr schönes Zeichen, dass die Branche uns und unsere Produkte schätzt.

Lassen Sie uns zunächst einen kurzen Blick auf das Geschäftsjahr 2018 werfen: Mit Veröffentlichung der Q3-Zahlen hatten Sie Ihre Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2018 erhöht. In welchen Bereichen lief es im vergangenen Jahr besser als erwartet?
Wir haben uns in allen Bereichen sehr positiv entwickelt. Dabei kamen uns einige zusätzliche Lizenzabrufe sowie positive Projektabschlüsse entgegen, die wir so am Jahresanfang nicht antizipiert hatten. Hier ist vor allem der Standort Schweiz hervorzuheben, der in den vergangenen zwei Jahren beträchtlich gewachsen ist. Aber auch in den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland haben wir sehr stark abgeschnitten. Und wir freuen uns, dass wir unsere Aktionäre mit einer auf 12 Cent erhöhten Dividende an unserem Erfolg teilhaben lassen können.

IVU ist für seine konservativen Prognosen bekannt. Inwiefern gilt das auch für den aktuellen Ausblick auf 2019?
Unsere Prognosen geben immer ein möglichst realistisches Bild unserer Lage zum Jahresanfang ab. Darin fließen Dinge wie Auftragsbestand, Wartungsverträge und langlaufende Projekte ein, die relativ gut planbar sind. Wir berücksichtigen aber auch Projektrisiken, die zwar vorhanden sind, aber nicht zwingend eintreten müssen - worum wir uns natürlich bemühen. Es wäre allerdings unseriös, das in der Prognose nicht mit einzukalkulieren.

Kommen wir auf die Beteiligung von Daimler Buses (EvoBus GmbH) zu sprechen, die im Zuge Ihres Investments in die digitale Mobilität mit 5,25 % bei der IVU eingestiegen ist. Dies ist weit mehr als eine reine Finanzbeteiligung, wie die damit verbundene strategische Partnerschaft zwischen IVU und Daimler Buses zeigt. Wie sieht diese Kooperation konkret aus?
Wir werden gemeinsam mit Daimler Buses die Entwicklung von Planungslösungen für den öffentlichen Verkehr vorantreiben, insbesondere mit Blick auf die Kommunikation zwischen Bussen und Hintergrundsystem. Konkret geht es aktuell um das Thema Elektromobilität, das vielen Verkehrsunternehmen Kopfzerbrechen bereitet, weil die Planung von Elektrobussen viel komplexer ist als für Dieselfahrzeuge. Mithilfe der passenden Systeme können sie viel Geld einsparen.

Welche Vorteile erwarten Sie aus der Zusammenarbeit mit Daimler Buses für Ihre internationale Marktpräsenz?
Daimler Buses verkauft jedes Jahr über 30.000 Busse in der ganzen Welt - das ist ein riesiges Potenzial, von dem wir hoffentlich profitieren können. Wir haben auch bereits einige interessante Märkte im Blick, bei denen wir gemeinsam anbieten möchten. Im Moment haben wir an die Kooperation aber noch keine konkreten Umsatzerwartungen. Für uns zählt hier vor allem die strategische Perspektive, die uns die Zusammenarbeit eröffnet.

Für Schlagzeilen sorgte auch der Großauftrag der Deutschen Bahn, den Sie am 5. März vermeldet haben. IVU hat sich dabei in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt, der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Wie bewerten Sie die Bedeutung dieser Order für IVU?
Dass sich jetzt auch DB Fernverkehr für uns entschieden hat, nachdem wir vor zwei Jahren schon DB Regio gewonnen haben, ist ein enormer Erfolg für uns. Die Deutsche Bahn ist eines der anspruchsvollsten Bahnunternehmen weltweit. Das ist in der internationalen Signalwirkung nicht zu überschätzen. Die Entscheidung zeigt, dass wir mit IVU.rail das führende Ressourcenplanungssystem für Eisenbahnen im Portfolio haben.

Sind Sie aktuell an weiteren Ausschreibungen beteiligt, bei denen Sie sich reelle Erfolgschancen ausrechnen?
Eine Ausschreibung in einem Umfang wie von DB Fernverkehr ist sicherlich einmalig, so etwas gibt es nicht sehr oft. Aber natürlich beteiligen wir uns regelmäßig an kleineren Ausschreibungen in unseren Heimatmärkten und angrenzenden Regionen. Unter anderem sehen wir zurzeit gute Chancen für uns in Skandinavien und Großbritannien.

Die Anzahl der IVU-Mitarbeiter ist 2018 zweistellig gewachsen. Wie sieht vor dem Hintergrund der neuen Kooperation mit Daimler Buses und dem DB-Großauftrag Ihre weitere Personalplanung aus und wie schwer fällt es Ihnen aktuell, genügend qualifizierte neue Mitarbeiter zu finden?
Die gute Auftragslage ist zunächst einmal sehr erfreulich, aber auf jeden Fall auch fordernd. Um alle Projekte zu stemmen und uns für künftiges Wachstum aufzustellen, werden wir auch weiter in qualifizierte Mitarbeiter investieren, wobei wir etwa im gleichen Maße wachsen wollen wie in den letzten Jahren. Bisher gelingt uns das auch sehr gut. Unsere Themen wie Mobilität, Smart City und Klimaschutz kommen gerade bei Absolventen sehr gut an. Außerdem lieben Ingenieure so komplexe Aufgaben, wie wir sie bieten.

Der Börsenwert der IVU hat bei einem Kurs von 7 Euro die 100-Mio.-Euro-Marke deutlich übersprungen. Spüren Sie durch die nun erreichte Größe auch größeres Interesse von institutioneller Seite?
Mit dem Erfolg kommt das Interesse - das spüren wir auch in der IR-Arbeit. Die Anfragen von institutionellen Investoren haben eindeutig zugenommen und wir führen viele Gespräche, zunehmend auch mit internationalen Anlegern. Ich denke, wir sind als Unternehmen in einem absoluten Zukunftsmarkt sehr gut aufgestellt und nach wie vor ein sehr interessantes Investment für langfristig orientierte Anleger.

Herr Müller-Elschner, vielen Dank für das Interview.

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das aktuelle Interview dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Meinungen und Aussagen der Interviewpartner spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich diejenige des Interviewpartners. Das Interview ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung übernommen.







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