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08.05.2019 17:52
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Wirecard-Aktie profitiert: Wirecard erhöht Gewinnausblick nach starkem 1. Quartal

Jahresstart überzeugt: Wirecard-Aktie profitiert: Wirecard erhöht Gewinnausblick nach starkem 1. Quartal | Nachricht | finanzen.net
Jahresstart überzeugt
Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat nach einem starken Jahresstart den Gewinnausblick für dieses Jahr erhöht.
Der DAX-Konzern rechnet laut Mitteilung nun mit einem Wachstum des operativen Gewinns (EBITDA) auf 760 Millionen bis 810 Millionen Euro. Bisher hatte Wirecard 740 Millionen bis 800 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen aus Aschheim bei München 561 Millionen Euro operativ verdient.

Im ersten Quartal steigerte die Wirecard AG den Umsatz laut Quartalsbericht um 35 Prozent auf 567 Millionen Euro. Analysten hatten im Factset-Konsens nur mit 559 Millionen Euro gerechnet. Das von Wirecard-Systemen abgewickelte Transaktionsvolumen erhöhte sich um 37 Prozent auf 36,7 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 41 Prozent auf 158 Millionen Euro. Die Analystenprognose hatte auf 155 Millionen Euro gelautet. Nach Steuern verdiente das Unternehmen, das in den vergangenen Monaten mit Betrugsvorwürfen und einer Achterbahnfahrt seiner Aktie zu kämpfen hatte, 106 Millionen Euro, ein satter Zuwachs um 50 Prozent.

Die Aktien von Wirecard haben sich am Mittwoch etwas weiter von dem Kursrutsch infolge der kritischen Berichte in der "Financial Times" ("FT") erholt. Nachdem der Zahlungsabwickler sowohl mit den Geschäftszahlen zum ersten Quartal als auch mit einer Prognoseanhebung positiv überrascht hatte. Letztlich gingen die Papiere 4,87 Prozent im Plus bei 140 Euro aus dem Handel. Bereits am Vortag waren sie in Erwartung guter Unternehmensnachrichten um rund 5,5 Prozent in die Höhe geschnellt und hatten sich damit in dem noch schwachen Markt an die Spitze des Börsenbarometers gesetzt.

Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank schrieb, die teilweise befürchtete Kundenzurückhaltung sei trotz der vielen Störfeuer nicht eingetreten. Der Fachmann Robin Brass von der Privatbank Hauck & Aufhäuser äußerte sich ähnlich zuversichtlich. Der Zahlungsabwickler habe trotz aller negativer Artikel der "Financial Times" sehr stark abgeschnitten.

Bahnbrechend ist Brass zufolge zudem die jüngst angekündigte Partnerschaft mit Softbank, die Wirecard Zugang zu allen erstklassigen Unternehmen aus dem Portfolio des japanischen Konzerns biete. Softbank gilt unter Tech-Mogul Masayoshi Son als einer der wichtigsten und größten Technologie-Investoren weltweit.

Die Baader Bank hat die Einstufung für Wirecard nach Quartalszahlen und einer Prognoseerhöhung auf "Buy" mit einem Kursziel von 230 Euro belassen. Analyst Knut Woller von der Baader Bank verbreitete Hoffnung. Woller interpretierte die frühe Prognoseanhebung als Zeichen der Zuversicht in die Geschäftsdynamik. Wirecard könne aus eigener Kraft robust wachsen, so dass das Aufwärtspotenzial für die Aktien erheblich sei.

Berichte zu Untersuchungen rund um Unregelmäßigkeiten in der "Financial Times" hatten Ende Februar einen deutlichen Kursverlust von fast der Hälfte innerhalb weniger Tage zur Folge. Die Konzernspitze wiegelte zunächst ab, musste letztlich aber Fehler und "Qualitätsmängel" in der Buchhaltung einräumen - wenn auch in geringerer Höhe als in den "FT"-Berichten suggeriert. Vom Vorwurf systematischen Betrugs und krimineller Scheinbuchungen aber sieht sich Wirecard nach den eigens in Auftrag gegebenen Untersuchungen und kleineren Korrekturen in der Bilanz entlastet.

Der Aktienkurs hat sich inzwischen zwar deutlich von den Tiefschlägen erholt, liegt aber trotzdem weiter unter dem Niveau von vor dem Bekanntwerden der Probleme. Seit Jahresbeginn gerechnet hinkt Wirecard deshalb dem DAX hinterher: Während die Papiere des Zahlungsabwicklers nur rund 3 Prozent gewonnen haben, hat der deutsche Leitindex bereits ein Plus von gut 15 Prozent auf der Habenseite.

Wirecard prüft Aktienrückkauf mit Geld von Investor Softbank

Der Zahlungsabwickler Wirecard erwägt eine Beteiligung seiner Aktionäre an der Geldspritze seines neuen Investors Softbank.

"Wir prüfen einen Aktienrückkauf", sagte Vorstandschef Markus Braun am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen. Ziel sei es, "einen signifikanten Anteil" der Gesamtsumme von 900 Millionen Euro an die Anteilseigner auszuschütten.

Der japanische Technologiekonzern Softbank investiert mit einer Wandelschuldverschreibung in Wirecard und sichert sich damit die Möglichkeit, in fünf Jahren als Großaktionär mit voraussichtlich fünf Prozent der Anteile einzusteigen. Haupteigner ist Vorstandschef Braun mit gut sieben Prozent.

Die Japaner sollen Wirecard auch bei der Expansion des Geschäfts mit Online-Bezahlungssystemen nach Japan und Südkorea helfen. Die Konzerne hatten ihre Partnerschaft erst vor zwei Wochen bekannt gegeben. Braun sagte nun, Wirecard führe bereits Gespräche mit sechs bis acht Unternehmen, an denen Softbank beteiligt ist. Namen nannte Braun nicht, er sagte aber, es handle sich um Firmen nicht nur in Asien, sondern auch in Europa und den USA.

FRANKFURT (Dow Jones) / (dpa-AFX) / Reuters

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