11.03.2015 13:23

Kabinett bringt Rücknahmepflicht für Elektrogeräte auf den Weg

Folgen
Werbung

   Von Andreas Kißler

   BERLIN (Dow Jones)--Die großen Elektrohändler in Deutschland sollen nach dem Willen der Bundesregierung bald alte Geräte von ihren Kunden zurücknehmen müssen, wenn diese bei ihnen neue kaufen. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Kabinett in Berlin beschloss. Die neuen Regelungen zur Rücknahme von Elektro- und Elektronik-Altgeräten, mit denen EU-Bestimmungen umgesetzt werden, hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vorgeschlagen.

   Nach diesem neuen Elektrogesetz sollen große Vertreiber verpflichtet werden, Elektro- und Elektronik-Altgeräte beim Neukauf eines gleichwertigen Geräts zurückzunehmen. Als "große Vertreiber" gelten laut Umweltministerium Geschäfte, die auf mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche Elektro- und Elektronikgeräte anbieten. Bei kleinen Geräten mit Kantenlängen von höchstens 25 cm sollen die Altgeräte auch ohne Kauf eines Neugeräts zurückgenommen werden müssen.

   "Mit dem neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetz sorgen wir dafür, dass in Zukunft noch weniger alte Geräte im Restmüll landen als bisher," sagte Hendricks. "Wir schaffen damit die Voraussetzung für ein hochwertiges Recycling und den Schutz wertvoller Ressourcen." Dabei baue Deutschland auf den bereits bestehenden Sammelstrukturen auf.

   Der Opposition gehen die Pläne allerdings nicht weit genug. "Hendricks springt zu kurz", kritisierte der Grünen-Umweltpolitiker Peter Meiwald. Mit dem neuen Elektrogesetz tue die Regierung nichts gegen eine immer kürzere Lebensdauer von Elektrogeräten. "Diese Ignoranz ist unverständlich und schädlich." Stattdessen würden Fortschritte gefeiert, die in Brüssel längst beschlossen worden seien.

   Die Wirtschaft reagierte ebenfalls kritisch. Für den Handelsverband Deutschland (HDE) ist die Rücknahmepflicht für Elektroaltgeräte unnötig. "Schon jetzt funktioniert die freiwillige Rücknahme von Elektrogeräten im Einzelhandel hervorragend", sagte HDE-Geschäftsführer Kai Falk.

   Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte zwar generell, dass das Gesetz nun auf den parlamentarischen Weg gebracht werde, kritisierte aber die geplante Rücknahmeregelung, nach der nicht nur kommunale Sammelstellen, sondern auch Elektronikfachgeschäfte Altgeräte zurücknehmen müssten. Es sei vorzuziehen, "dass die Kommunen die einheitliche Sammelzuständigkeit für Elektroaltgeräte behalten".

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

   DJG/ank/sha

   (END) Dow Jones Newswires

   March 11, 2015 08:12 ET (12:12 GMT)

   Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 12 AM EDT 03-11-15

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

US-Börsen beenden Sitzung in Grün --DAX schließt fester -- Sartorius übertrifft Erwartungen -- METRO senkt Ziele -- Netflix verdient mehr als erwartet -- BioNTech, Apple, Daimler, Commerzbank im Fokus

Scout24 kauft weniger eigene Aktien zurück als angepeilt. ADVA Optical blickt nach gutem Jahresstart etwas optimistischer auf 2021. Anscheinend Thales und andere Unternehmen an HENSOLDT-Beteiligung interessiert. Verizon steigert Umsatz und Gewinn. Bisher 59 Fälle von Hirnthrombosen nach AstraZeneca-Impfung. Deutsche Börse stellt Handel mit Coinbase-Aktie ab Freitag zunächst ein. Continental bekräftigt Ausblick für 2021.

Top-Rankings

In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Die erfolgreichsten Filme aller Zeiten (Stand März 2021)
Welcher Blockbuster spielte den größten Umsatz aller Zeiten ein?
In diesen Sportarten verdient man richtig viel Geld
Mit diesen Sportarten kann man reich werden

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die ewige DAX-Liga
Welche Aktien sind von Beginn an im deutschen Leitindex notiert?
James Bond und seine Autos
Welcher Sportwagen gehörte zu welchem Bond-Film?
Die 10 beliebtesten Serien laut IMDb
Diese Serien haben die besten User-Bewertungen.
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer in Q1 2021
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Rentendauer in Europa: So viel Zeit hat man, um die Rente zu genießen
Lohnt sich die Rente
mehr Top Rankings

Umfrage

Die STIKO hält Impfangebote für alle bis zum Ende des Sommers nach wie vor für realistisch. Würden Sie dieses - gleichgültig welcher Impfstoff - annehmen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln