21.09.2015 17:45

Dialog Semiconductor übernimmt Atmel - Aktie bricht 25% ein

Kaufpreis schreckt ab: Dialog Semiconductor übernimmt Atmel - Aktie bricht 25% ein | Nachricht | finanzen.net
Kaufpreis schreckt ab
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Der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor will sich mit einer milliardenschweren Übernahme in den USA verstärken.
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Der hohe Preis für den angekündigten Kauf der US-Halbleiterfirma Atmel hat den Aktienkurs von Dialog Semiconductor kräftig nach unten getrieben. Das Papier des Chipherstellers büßte am Montag am TecDAX-Ende 18,92 Prozent auf 36,75 Euro ein.

Der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor will mit einer milliardenschweren Übernahme in den USA sein Geschäft in der Automobilindustrie und dem Internet der Dinge ausbauen. Mit dem Management des Konkurrenten Atmel sei eine Fusionsvereinbarung geschlossen worden, wonach Dialog insgesamt rund 4,6 Milliarden US-Dollar für Atmel zahlt, teilte der Konzern am Sonntag in London mit. Börsianer zeigten sich wenig begeistert von der Summe und schickten die Aktie auf Talfahrt.

Der Kaufpreis - der in bar und eigenen Aktien bezahlt werden soll - bewertet Atmel mit 10,42 Dollar je Aktie oder 43 Prozent über dem Freitag-Schlusskurs. Käufer zahlten nach Berechnungen von Bloomberg in den vergangenen 12 Monaten für vergleichbare Übernahmen in der Halbleiterindustrie lediglich einen Aufschlag von 19 Prozent.

Die Aktie des Halbleiterherstellers brach am Mittag um fast 25 Prozent ein und lag damit am TecDax-Ende. Analyst Chetan Udeshi von der US-Investmentbank JPMorgan hält den Übernahmepreis für zu teuer. Auch einige andere Bedenken müsse das Dialog-Management ausräumen - so beispielsweise, wie der negative Umsatztrend bei Atmel umgedreht werden soll. Positiv hob der Experte hingegen hervor, dass Dialog seine Abhängigkeit vom Geschäft mit Apple deutlich senken dürfte.

Auch Analyst Thomas Becker von der Commerzbank äußert Bedenken. Der Deal führe aufgrund der Kapitalerhöhung zu einer starken Verwässerung der Aktien von Altaktionären, schrieb er. Langfristig sollte sich der Zukauf positiv auswirken, aber es gebe für das Unternehmen in den kommenden zwei, drei Jahren viel Integrationsarbeit zu meistern. Und diese sei nicht ohne Risiken.

Dialog Semiconductor, das bereits seit geraumer Zeit vom anhaltenden Boom der Smartphones und beim mobilen Datenaustausch profitiert, will die Transaktion zum Teil aus Barmitteln, einem neuen Kredit über 2,1 Milliarden Dollar und eigenen Wertpapieren bezahlen. Dabei sollen die Atmel-Aktionäre je Stammaktie 4,65 Dollar und 0,112 Anteile an einem Wertpapier von Dialog Semiconductor ("American Depository Share") erhalten. Die Anzahl der Aktien von Dialog steige nach der Übernahme von etwa 81 auf etwa 130 Millionen Stück, sagte eine Sprecherin am Sonntag. Wenn die Behörden zustimmen soll der Deal bereits im ersten Quartal kommenden Jahres unter Dach und Fach sein.

Aus der Übernahme erhofft sich das im TecDax notierte Unternehmen im Jahr 2017 einen positiven Gewinnbeitrag und rechnet zudem in einem Zeitraum von zwei Jahren mit jährlichen Kosteneinsparungen von 150 Millionen US-Dollar. Die 1984 gegründete Atmel erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,41 Milliarden US-Dollar und beschäftigt weltweit rund 5000 Mitarbeiter. Dialog Semiconductor kam 2014 auf Erlöse von rund 1,16 Milliarden Dollar.

Atmel Corporation entwirft, entwickelt, produziert und vertreibt diverse Speicher- und integrierte Schaltungen. Die Chips werden von Kunden aus diversen Branchen eingesetzt. Unter anderem für Telekommunikation, Computer, Netzwerke, industrielle und militärische Anwendungen.

LONDON/SAN JOSE (dpa-AFX)

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Dies war der tiefste Stand seit Februar. Der Index ging mit minus 0,76 Prozent aus dem Handel.

Analyst Thomas Becker von der Commerzbank stufte die Dialog-Aktie nach der Bekanntgabe der geplanten Atmel-Akquisition auf "Hold" ab und erwartet eine "massive Kapitalerhöhung". Wie andere Halbleiterhersteller auch zahle Dialog eine kräftige Prämie für die Übernahme, monierte er mit Blick auf den 51-prozentigen Kursaufschlag auf den Freitagsschluss der Atmel-Aktie. Dialog schlucke da einen "großen Fisch". Und obwohl die Übernahme langfristig sinnvoll klinge, "scheint Atmels Umsatz nur um etwa 5 Prozent jährlich zu wachsen, während der von Dialog um zirka 20 Prozent zulegt."

'SINNVOLLE DIVERSIFIKATION ZU EINEM GESALZENEN PREIS'

Auf eine "recht schwache geschäftliche Erfolgsbilanz" von Atmel in den vergangenen Jahren verwies auch Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank, während Analyst Tim Wunderlich von der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Fusion als "sinnvolle Diversifikation" Dialogs zu einem allerdings gesalzenen Preis" beurteilte. Wunderlich rechnet mit starken Synergien beim deutschen Chiphersteller sowie einer zusätzlichen Ausrichtung auf attraktive Endmärkte. Hinzu komme, dass sich die Abhängigkeit vom Großkunden Apple umsatzmäßig von 80 Prozent aktuell auf 35 bis 40 Prozent verringern werde, hoben sowohl er als auch sein Kollege Achal Sultania von der schweizerischen Großbank Credit Suisse hervor.

"Mit der Kompetenz von Atmel in Bereichen wie Mikrocontrollern sowie Bluetooth- und WiFi-Konnektivität ist Dialog nach der Übernahme gut gerüstet für den schnell wachsenden Markt des Internets der Dinge", sagte Sultania zudem./ck/stb/mzs/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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