MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++
DONNERSTAG: In Moskau findet wegen des Feiertages "Novi Sad" kein Handel statt.
+++++ TAGESTHEMA +++++
Der Auftragseingang der deutschen Industrie dürfte im November nach dem Anstieg im Vormonat etwas nachgelassen haben. Volkswirte erwarten, dass er gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gesunken ist, nachdem er im Oktober um 1,5 Prozent angezogen hatte. Der Auftragseingang hatte zuletzt zweimal doppelt positiv überrascht. Sowohl im September als auch im Oktober gab es unerwartet deutlich Anstiege, und beide Male wurde die Vormonatsentwicklung nach oben revidiert. Dem war allerdings ein unerwartet starker Rückgang der Bestellungen im August vorausgegangen. Im Fokus steht wie immer der Auftragseingang ohne Großaufträge, der für die kurzfristige Produktionsentwicklung und damit das Wirtschaftswachstum maßgeblich ist. Auch er hatte in den beiden Vormonaten zugelegt. Zeitgleich mit den Auftragseingängen kommen Daten zum Umsatz im verarbeitenden Gewerbe. Dieser war zuletzt leicht gestiegen - nach zwei Monaten mit rückläufigen Erlösen.
+++++ TAGESTHEMA II +++++
US-Streitkräfte haben zwei Tanker beschlagnahmt, darunter einen, der der US-Blockade in der Nähe von Venezuela entkommen war und im Atlantik von einem russischen U-Boot und einem Marineschiff eskortiert wurde. Hubschrauber und mindestens ein Schiff der Küstenwache südlich von Island wurden eingesetzt, um die Kontrolle über den Tanker zu übernehmen, der früher als Bella 1 bekannt war und sich dem US-Zugriff mehr als zwei Wochen lang entzogen hatte, wie US-Regierungsvertreter mitteilten. Die Bella 1 war in den vergangenen Tagen auf hoher See auf Russland umgeflaggt worden und hatte ihren Namen in Marinera geändert - ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang. Die Marinera habe am 24. Dezember die vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Staatsflagge zu fahren, so die russische Nachrichtenagentur TASS.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 GB/Shell plc, Trading Update 4Q
08:00 NL/ING Groep NV, Update zum Geschäftsverlauf 4Q 2025
Im Tagesverlauf:
- DE/Traton SE, Pre-Close 4Q
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
08:00 Auftragseingang November
saisonbereinigt
PROGNOSE: -0,8% gg Vm
zuvor: +1,5% gg Vm
- CH
08:30 Verbraucherpreise Dezember
PROGNOSE: k.A.
zuvor: -0,2% gg Vm/0,0% gg Vj
- EU
11:00 Arbeitsmarktdaten November
Eurozone Arbeitslosenquote
PROGNOSE: 6,4%
zuvor: 6,4%
11:00 Erzeugerpreise November
Eurozone
PROGNOSE: k.A.
zuvor: +0,1% gg Vm/-0,5% gg Vj
11:00 Index Wirtschaftsstimmung Dezember
Wirtschaftsstimmung Eurozone
PROGNOSE: 96,7
zuvor: 97,0
Industrievertrauen Eurozone
PROGNOSE: -9,3
zuvor: -9,3
Verbrauchervertrauen Eurozone
Vorbschätzung: -14,6
zuvor: -14,2
- US
14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 210.000
zuvor: 199.000
14:30 Handelsbilanz Oktober
PROGNOSE: -58,4 Mrd USD
zuvor: -52,8 Mrd USD
14:30 Produktivität ex Agrar (1. Veröffentlichung) 3Q
annualisiert
PROGNOSE: +4,9% gg Vq
2. Quartal: +3,3% gg Vq
Lohnstückkosten
PROGNOSE: -0,4% gg Vq
2. Quartal: +1,0% gg Vq
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 25.191,00 -0,2%
E-Mini-Future S&P-500 6.949,50 -0,2%
E-Mini-Future Nasdaq-100 25.751,75 -0,3%
Nikkei-225 (Tokio) 51.350,66 -1,2%
Hang-Seng (Hongk.) 26.114,52 -1,3%
Shanghai-Comp. 4.090,05 +0,1%
Mittwoch:
DAX 25.122,26 +0,9%
DAX-Future 25.233,00 +0,8%
XDAX 25.095,67 -0,1%
MDAX 32.064,64 +1,2%
TecDAX 3.795,71 +1,2%
SDAX 18.002,30 +1,6%
Euro-Stoxx-50 5.923,57 -0,1%
Stoxx-50 5.022,74 -0,3%
Dow-Jones 48.996,08 -0,9%
S&P-500 6.920,93 -0,3%
Nasdaq Composite 23.584,28 +0,2%
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Mit einer Konsolidierung an den Börsen rechnen Händler. Die Vorgaben aus Asien sind uneinheitlich bis negativ, auch an den US-Börsen ging es am Vorabend leicht abwärts. Während die Wall Street die Konsequenzen aus der US-Beschlagnahmung eines unter russischer Flagge fahrenden Schiffs noch herunterspielte, weckt dies in Asien Sorgen vor einer Konfrontation. Dort springen Rüstungswerte nach oben. Im DAX dürfte eine erste Konsolidierung nach dem Ausbruch nach oben um 25.100 Punkte stattfinden. Der dynamische Anstieg am deutschen Aktienmarkt hat den Index aus seinem monatelangen Dornröschenschlaf erweckt und ihn innerhalb Europas sogar zu einem Outperformer machen lassen. Gebremst wurden die US-Börsen von gesunkener Zinsfantasie nach einem überraschend starken ISM-Service-Index.
Rückblick: Knapp behauptet - Der schwache Ölsektor (-2,1%) drückte den Euro-Stoxx-50 leicht ins Minus. Der Ölmarkt ist jüngst in Bewegung geraten, nachdem US-Präsident Trump angekündigt hatte, dass Venezuela 30 bis 50 Millionen Barrel Öl an die USA liefern werde. Frohe Kunde für den Aktienmarkt kam von der Inflation. Zum Jahresende 2025 ist diese in der Eurozone wieder auf 2,0 Prozent gefallen und erreichte damit das Ziel der EZB. Der Rückgang geht der Commerzbank zufolge größtenteils auf gefallene Energiepreise zurück. Aber auch die Kernteuerungsrate ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel sei leicht auf 2,3 Prozent gesunken. Die Aktien britischer Bauunternehmen legten mit der Hoffnung zu, der Bausektor des Landes könnte einen Tiefpunkt erreicht haben, so Russ Mould, Investment Director bei AJ Bell. Barratt Redrow legten um 3,3 Prozent zu, während Persimmon um 2,8 Prozent und Taylor Wimpey um 2,3 Prozent stiegen.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Fest - Der DAX kletterte erstmals über die Marke von 25.000 und beendete den Handel auf Rekordhoch. Thyssenkrupp erhöhten sich um 6,8 Prozent. Grund waren Details zu den möglichen Schritten des gelanten Verkaufs der Stahlsparte an Jindal Steel, über die Reuters berichtet hatte. Besonders positiv kommentiert wurde dabei, dass eine tragfähige Regelung für die Pensionslasten von 2,5 Milliarden Euro gefunden werden könnte. Siemens (+3,5%) kündigte eine Erweiterung der Partnerschaft mit Nvidia an. Grenke (+2%) hat das Leasingneugeschäft im abgelaufenen Jahr um 7,8 Prozent ausgebaut und damit den Mittelpunkt seiner angestrebten Zielspanne erreicht. Die vorläufigen Geschäftszahlen von Redcare Pharmacy (-6,4%) für das vierte Quartal 2025 lagen unter Markterwartungen, was auf eine schwächere Leistung im Nicht-Rezeptbereich zurückzuführen war, wie MWB erläuterte.
XETRA-NACHBÖRSE
Die Kurse gaben geringfügig nach. An der Wall Street war es zu kleineren Gewinnmitnahmen gekommen, nachdem Dow-Jones-Index und S&P-500 zunächst noch Rekordstände erreicht hatten. Die Nachrichtenlage war erneut äußerst dünn. Unter den Nebenwerten wurden Payments Group etwa 4 Prozent niedriger getaxt, nachdem das Unternehmen die Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe angekündigt hatte. Auf die im November angekündigte Platzierung eigener Aktien will Payments Group nun verzichten.
USA - AKTIEN
Uneinheitlich - Nach der Rekordjagd der vergangenen Tage legten die Kurse eine Pause ein. Der Fokus richte sich zunehmend auf die anstehenden US-Konjunkturdaten, die mit den US-Arbeitsmarktdaten für Dezember am Freitag ihren Höhepunkt finden. Die zur Wochenmitte veröffentlichten Daten enthielten Licht und Schatten und taugten kaum als Orientierungshilfe. Rüstungsaktien gerieten unter Druck, nachdem US-Präsident Trump angekündigt hatte, den Branchenunternehmen Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe zu verbieten. Lockheed Martin verloren 4,8 Prozent und Northrop Grumman 5,6 Prozent. Derweil bahnte sich im Pharmasektor möglicherweise eine Übernahme an. Abbvie (+4,2%) befinde sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Kauf des Biotechnologie-Unternehmens Revolution Medicines (+28,6%), berichtete das Wall Street Journal. Chevron schlossen 0,9 Prozent niedriger. Die FT hatte berichtet, dass Chevron und die Beteiligungsgesellschaft Quantum Capital ein Gebot für die internationalen Vermögenswerte der russischen Lukoil planten. Warner Bros. Discovery (+0,3%) hatte den Aktionären empfohlen, das nachgebesserte Übernahmeangebot von Paramount (-1,0%) abzulehnen - der bestehende Deal mit Netflix (+0,1%) sei "stärker".
USA - ANLEIHEN
Vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten in den kommenden Tagen, vor allem dem Arbeitsmarktbericht am Freitag, griffen Anleger zu Anleihen. Steigende Kurse drückten die Rendite zehnjähriger Titel um 4 Basispunkte auf 4,14 Prozent. Die jüngsten Daten hielten die Zinssenkungsfantasie am Leben.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
January 08, 2026 01:41 ET (06:41 GMT)