Nach Angriff

Lufthansa-Aktie schwächer: Lufthansa reagiert auf geopolitische Lage - Flüge nach Tel Aviv, Erbil und Amman vorübergehend ausgesetzt - Jahresprognose gesenkt

15.04.24 17:58 Uhr

Lufthansa passt Flugplan an: Flüge nach Tel Aviv, Erbil und Amman gestrichen - Jahresprognose gesenkt - Lufthansa-Aktie verliert | finanzen.net

Nach dem iranischen Angriff auf Israel stellt die Lufthansa-Gruppe mehrere Flugverbindungen in den Nahen Osten vorübergehend ein.

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Betroffen sind reguläre Flüge von und nach Tel Aviv in Israel sowie nach Erbil im Irak und Amman in Jordanien, wie die Lufthansa am Sonntag auf seiner Webseite mitteilte. Die drei Ziele sollen nach jetziger Planung ab Dienstag wieder regulär angeflogen werden. Flüge in die Hauptstädte des Libanons und des Irans, Beirut und Teheran, bleiben nach Unternehmensangaben mindestens bis einschließlich Donnerstag ausgesetzt.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Samstag einen Angriff auf Israel mit Raketen und Drohnen gestartet. Da Israel, Jordanien und Irak ihre Lufträume am Sonntag wieder geöffnet haben, nutze man diese Lufträume wieder, hieß es von der Lufthansa. "Die Lufthansa Group beobachtet und bewertet kontinuierlich die Sicherheitslage im Nahen Osten und steht in engem Kontakt mit den Behörden", teilte das Unternehmen mit. "Die Sicherheit von Fluggästen und Crews hat stets oberste Priorität."

Flughäfen im Iran nehmen Betrieb wieder auf

Irans Flughäfen haben nach dem Großangriff auf Israel ihren Betrieb wieder aufgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Isna am Montag berichtete, sei die Sperrung des Flugverkehrs in den frühen Morgenstunden aufgehoben worden. Auch die beiden Flughäfen in der Hauptstadt Teheran kehrten demnach in den Normalbetrieb zurück.

Der Iran hatte Israel am Samstagabend mit Drohnen und Raketen angegriffen. Zahlreiche Flughäfen im Iran waren rund um die Angriffe außer Betrieb. Vor allem im Westen des Landes, wo Drohnenbasen und Raketensilos liegen, wurden Flugverbote verhängt. Dies galt unter anderem für die Metropolen Tabris, Kermanschah und Ahwas, aber auch für die Flughäfen in Schiras und Isfahan im Landesinneren.

Mehrere internationale Airlines hatten wegen Sicherheitsbedenken bereits vor dem massiven Angriff der iranischen Revolutionsgarden ihre Flüge in den Iran eingestellt und den Luftraum gemieden. Auch die Lufthansa-Gruppe stellte mehrere Flugverbindungen in den Nahen Osten vorübergehend ein. Flüge nach Teheran sollen bis mindestens Dienstag ausgesetzt sein.

Lufthansa macht neue Zugeständnisse für ITA-Übernahme

Die Lufthansa hat der EU-Kommission im Ringen um den geplanten Einstieg bei der italienischen Fluggesellschaft ITA weitere Zugeständnisse gemacht. "Wir können bestätigen, dass die Parteien Zusagen gemacht haben, um die vorläufigen wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen", sagte eine Kommissionssprecherin am Montag. Diese würden sorgfältig geprüft. Ein Lufthansa-Sprecher sprach von einer "umfassenden, konstruktiven Lösung", um den wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Behörde zu fraglichen Strecken und der Lage am Flughafen Mailand-Linate Rechnung zu tragen.

Das Konzept lasse sich auch mit der wirtschaftlichen Realität auf dem stark umkämpften italienischen Markt vereinbaren. Zu weiteren Details äußerten sich weder die Lufthansa noch die EU-Kommission. Die Fluggesellschaft zeigte sich weiter zuversichtlich, dass ihr Einstieg bei der ITA genehmigt wird und die Nachfolgerin der früheren Staatsgesellschaft Alitalia in diesem Jahr Teil des Konzerns werden kann.

Vor drei Wochen war bekanntgeworden, dass die EU-Wettbewerbshüter weiter Bedenken gegen die Übernahme haben. Man vertrete derzeit die Auffassung, dass das geplante Geschäft den Wettbewerb auf bestimmten Strecken in und aus Italien einschränken könnte, erklärte die Kommission damals. Die Behörde befürchtete, dass Kunden nach der Übernahme unter steigenden Preisen oder einer schlechteren Qualität leiden könnten.

Die Lufthansa hatte in dem EU-Kartellverfahren bereits Zugeständnisse gemacht, aber keine Details genannt. Das Unternehmen hatte angekündigt, ein Konzept für weitere Zugeständnisse vorzulegen, um Bedenken zu begegnen.

Nach monatelangen Verhandlungen hatte der Konzern Ende Mai mit dem italienischen Staat die Übernahme eines Anteils von 41 Prozent an ITA Airways vereinbart. Dafür sollen der ITA 325 Millionen Euro Eigenkapital aus Lufthansa-Barmitteln zufließen. Außerdem kann die Lufthansa laut Vereinbarung ab 2025 zu bestimmten Bedingungen weitere 49 Prozent der Anteile übernehmen und später auch die restlichen 10 Prozent.

Lufthansa senkt Jahresprognose wegen Streiks

Die Streiks im Luftverkehr haben der Lufthansa im ersten Quartal einen höheren operativen Verlust als im Vorjahr beschert. Für das Gesamtjahr wird der MDAX-Konzern pessimistischer und senkt seine Gewinnprognose deutlich.

Im ersten Quartal lag der bereinigte EBIT-Verlust nach vorläufigen Zahlen bei 849 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 273 Millionen im Vorjahr. Der Konzern verwies auf diverse Streiks, "sowohl von verschiedenen Beschäftigtengruppen innerhalb des Konzerns als auch von Beschäftigten bei Systempartnern". Dadurch sei das Ergebnis mit rund 350 Millionen Euro belastet worden.

Im zweiten Quartal dürfte das Ergebnis unter Vorjahr liegen. Für das Gesamtjahr rechnet die Lufthansa nun mit einem bereinigten EBIT von rund 2,2 Milliarden Euro. Bislang war sie von einem Ergebnis auf dem Vorjahresniveau von 2,68 Milliarden Euro ausgegangen. Der bereinigte freie Cashflow wird bei mindestens 1 Milliarde Euro statt mindestens 1,5 Milliarden Euro gesehen. Risiken für den Ausblick stellten die nicht absehbaren Auswirkungen der jüngsten Eskalation des Nahost-Konflikts und weitere geopolitische Unsicherheiten dar.

Die Zahlen zum ersten Quartal wird die Lufthansa am 30. April veröffentlichen.

So regiert die Lufthansa-Aktie

Eine enttäuschende Gewinnprognose für 2024 hat die Aktien der Lufthansa am Montagnachmittag auf den tiefsten Stand seit Anfang November zurückgeworfen. Zum Handelsende verloren sie 4,59 Prozent auf 6,56 Euro. Im Bereich um 6,50 Euro wartet die nächste Unterstützung. Sollte sie reißen, wäre es der tiefste Kurs seit Oktober 2022. Der seit Anfang Dezember bestehende Abwärtstrend bleibt intakt.

Die vielen Streiks im Luftverkehr durchkreuzen die Gewinnpläne der Fluggesellschaft. Vorstandschef Carsten Spohr rechnet nach einem unerwartet hohen Verlust im ersten Quartal für das laufende Jahr nur noch mit einem operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von rund 2,2 Milliarden Euro. Das ist rund eine halbe Milliarde weniger als bisher angepeilt.

FRANKFURT / TEHERAN / BRÜSSEL (dpa-AFX)

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