finanzen.net
13.05.2019 17:53
Bewerten
(2)

thyssenkrupp schaut bei Stahl nach alternativen Partnern - Aktie bricht ein

Optionen gesucht: thyssenkrupp schaut bei Stahl nach alternativen Partnern - Aktie bricht ein | Nachricht | finanzen.net
Optionen gesucht
DRUCKEN
thyssenkrupp lässt seine Beschäftigen über Einzelheiten des geplanten Konzernumbaus vorerst im Ungewissen.
"Zu unserem Programm werden wir im August neue Details nennen", sagte Vorstandschef Guido Kerkhoff dem "Handelsblatt" (Montag). Teilbereiche des DAX-Konzerns würden aber nur verkauft, "wenn der neue Eigentümer umfassende Zusagen für die Beschäftigten macht". Der Betriebsrat dringt unterdessen auf schnelle Gespräche darüber, wie es nach dem Aus für die Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata weitergehen soll.

Kerkhoff will den Industriekonzern radikal umbauen und dabei für Partner öffnen - unter anderem bei der Fertigung von Teilen für die Automobilindustrie und den Maschinenbau. Dabei könne sich das Unternehmen auch mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden geben, sagte er. Die Komponentenfertigung ist mit weltweit 32 000 Mitarbeitern eines der großen Geschäftsfelder von thyssenkrupp. Bei den Werften kann sich Kerkhoff ebenfalls Partnerschaften vorstellen. Der Konzern baut U-Boote und Marineschiffe. Auch Verkäufe sind nicht ausgeschlossen. Manche Geschäfte könnten sich "außerhalb von thyssenkrupp besser entwickeln", hatte er zuvor bereits betont.

Der Industriekonzern hatte am Freitag die geplante Stahlfusion mit Tata gestoppt und auch seine Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen abgesagt. Auslöser war das sich abzeichnende Nein der EU-Kommission zu dem Zusammenschluss. Nun will der Konzern in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen abbauen, davon 4000 in Deutschland. Das soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, wie thyssenkrupp inzwischen der IG Metall in einer Grundlagenvereinbarung zugesichert hat.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Stahlsparte von thyssenkrupp, Tekin Nasikkol, forderte den Vorstand auf, unverzüglich in Verhandlungen zu treten. "Die in den letzten Tagen entstandene Unsicherheit muss sofort ein Ende haben", schrieb er in einem am Montag an die Stahlarbeiter verteilten Flugblatt. Betriebsbedingte Kündigungen seien ein Tabu. Über ihr weiteres Vorgehen wollen die Betriebsräte von thyssenkrupp Steel an diesem Dienstag bei einer Konferenz in Duisburg beraten.

Nach Ansicht von Anlegervertretern wird es für thyssenkrupp nach der Absage der Stahlehe nun noch schwerer. "Man kann am neuen Ausmaß des Stellenabbaus ermessen, wie wichtig der indische Konkurrent Tata als Fusionspartner gewesen ist", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, der Deutschen Presse-Agentur. "Man hat drei Jahre rumgebastelt an der Stahlfusion. Das sind jetzt verlorene Jahre", betonte er.

Den neuen Vorstandsplan, die profitable Aufzugssparte an die Börse zu bringen, sieht Hechtfischer eher als Notlösung. "thyssenkrupp braucht das Geld, aber auch die Dividende. Die allerbeste Lösung scheint das nicht zu sein", meinte er. Die Gewinnausschüttung des "Prunkstücks" Aufzugssparte müsste man sich künftig mit anderen Aktionären teilen. Kerkhoff betonte, der Vorstand wolle mit den Erlösen aus dem Börsengang mehr Spielraum für den Konzernumbau bekommen. "Das hat absolute Priorität." thyssenkrupp will nach einem Börsengang die Mehrheit behalten.

Die Entwicklung bei dem Industriekonzern alarmiert auch die katholische Kirche. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck wies am Sonntagabend auf die Sorgen vieler Beschäftigter hin und sagte: "Umso wichtiger ist die gestern erzielte Übereinkunft im Unternehmen, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden." Er vertraue darauf, dass sich die Sozialpartnerschaft von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite bei thyssenkrupp erneut bewähren werde und die notwendigen Anpassungen möglichst sozialverträglich gestaltet würden.

thyssenkrupp geben Gewinne aus Kurs-Rally teilweise ab

Nach dem Kursfeuerwerk der Aktien von thyssenkrupp am Freitag haben Anleger zum Wochenbeginn Kursgewinne eingestrichen. Die Papiere fielen am DAX-Ende im Montagshandel um 8,68 Prozent auf 13,15 Euro. Am Freitag waren sie um fast 30 Prozent auf 14,40 Euro nach oben geschossen, befeuert von der strategischen Kehrtwende des Industriekonzerns.

Analyst Sven Diermeier von Independent Research vermutet, dass die Kurs-Rally am Freitag auch auf das Eindecken zuvor leer verkaufter Aktien zurückzuführen sein dürfte. JPMorgan-Analyst Luke Nelson hatte zuvor den Anteil der leer verkauften thyssenkrupp-Aktien auf rund elf Prozent aller frei handelbaren Papiere geschätzt.

ESSEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Quinta / Shutterstock.com, thyssenkrupp AG
Anzeige

Nachrichten zu thyssenkrupp AG

  • Relevant
    5
  • Alle
    6
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu thyssenkrupp AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
28.05.2019thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
20.05.2019thyssenkrupp buyKepler Cheuvreux
16.05.2019thyssenkrupp buyKepler Cheuvreux
16.05.2019thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
15.05.2019thyssenkrupp HaltenIndependent Research GmbH
28.05.2019thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
20.05.2019thyssenkrupp buyKepler Cheuvreux
16.05.2019thyssenkrupp buyKepler Cheuvreux
16.05.2019thyssenkrupp buyJefferies & Company Inc.
14.05.2019thyssenkrupp buyKepler Cheuvreux
15.05.2019thyssenkrupp HaltenIndependent Research GmbH
15.05.2019thyssenkrupp HaltenDZ BANK
15.05.2019thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
14.05.2019thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
14.05.2019thyssenkrupp HoldBaader Bank
14.05.2019thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
13.05.2019thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
13.02.2019thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
12.02.2019thyssenkrupp UnderweightBarclays Capital
07.12.2018thyssenkrupp verkaufenBarclays Capital

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für thyssenkrupp AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt mit kleinem Minus -- Lufthansa mit Gewinnwarnung für 2019 -- Deutsche Bank plant wohl milliardenschwere Bad Bank -- BASF, Bitcoin, 1&1, United Internet im Fokus

Chanel-Aktie als Börsenkandidat? Fusion von Sprint und T-Mobile dürfte wohl genehmigt werden. US-Sanktionen: Huawei erwartet kräftiges Umsatzminus. H&M steigert Umsatz im zweiten Quartal. Boeing erhält Milliardenauftrag von US Air Force. Kurzfristiges Darlehen für TOM TAILOR.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Das verdienen Aufsichtsratschefs in DAX-Konzernen
Deutlich unter Vorstandsgehältern
Die Länder mit den größten Goldreserven 2019
Wer lagert das meiste Gold?
Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie die Anschuldigung der USA, dass der Iran für die Angriffe gegen Tanker im Golf von Oman verantwortlich ist?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Lufthansa AG823212
NEL ASAA0B733
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Beyond MeatA2N7XQ
TeslaA1CX3T
BASFBASF11
Amazon906866
Infineon AG623100
Microsoft Corp.870747
BayerBAY001
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Allianz840400