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26.10.2018 17:17
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Dell-Börsengang stößt auf Widerstand: Will Dell die Aktionäre über den Tisch ziehen?

Pläne sorgen für Skepsis: Dell-Börsengang stößt auf Widerstand: Will Dell die Aktionäre über den Tisch ziehen? | Nachricht | finanzen.net
Pläne sorgen für Skepsis
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Der Computerriese Dell bekommt aktuell kräftigen Gegenwind von Investoren zu spüren. Insbesondere Carl Icahn, den mit Dell eine längere, wenig freundschaftliche Geschichte verbindet, geht mit dem Unternehmen hart ins Gericht. Doch der Starinvestor ist mit seinen Vorwürfen nicht allein.
Carl Icahn gilt als unbequemer Investor. Das haben in der Vergangenheit bereits die Führungsebenen von Unternehmen wie Apple, Yahoo, eBay oder Motorola zu spüren bekommen. Wenn der US-Milliardär bei einem börsennotierten Unternehmen einsteigt, forciert Icahn häufig Maßnahmen, die den Unternehmenswert steigern, nicht aber immer zwangsläufig auch langfristig positiv für die Konzernentwicklung sind. Wenn Icahn seine Ziele erreicht hat, macht er häufig Kasse - und gilt damit als Inbegriff eines aktivistischen Investors.

Auch bei dem ehemaligen Platzhirsch unter den Computerbauern, Dell, hat sich Icahn in der Vergangenheit öffentlichkeitswirksam eingemischt. Vor fünf Jahren stellte er sich klar gegen den geplanten Buyout, mit dem Firmenchef Michael Dell und die Private-Equity-Firma Silver Lake Management LLC das Unternehmen von der Börse nehmen wollten. Icahn hatte den Preis, den die Beteiligten für das Delisting aufgerufen hatte, für zu gering erachtet - die Käufer waren gezwungen, ihre Offerte nachzubessern.

Die Geschichte wiederholt sich

Fünf Jahre später geraten der umtriebige Investor und der Computerbauer erneut über die Zukunft des Unternehmens in Streit. Der Grund ist die geplante Rückkehr von Dell an die Börse, insbesondere aber die aufgerufene Bewertung eines bestimmten Unternehmenssegments. Denn gelingen soll das Comeback auf dem Börsenparkett dank eines komplexen Aktiendeals um die von Dell im Jahr 2016 übernommene Software-Firma VMware. Dell will die Besitzer der Tracker-Aktie DVMT, die über diese an VMware beteiligt sind, auszahlen.

1,3665 C-Aktien von Dell sollen Tracker-Besitzer für ihre VMware-Anteile bekommen. Alternativ erhalten sie 109 US-Dollar in bar. Hinzu kommt eine Sonderdividende in Höhe von elf Milliarden Dollar, was den Wert des Gesamtdeals auf 22 Milliarden Dollar treibt. Zu wenig, wie Carl Icahn findet, der mit 8,3 Prozent der Tracking-Aktien größter Anteilseigner ist.

Schaufelt Dell elf Milliarden Dollar in die eigenen Taschen?

Eine derartige Transaktion würde seinen Anteil an der Software-Firma VMware unterbewerten, erklärte Icahn in einem offenen Brief an die Aktionäre. Sein Vorwurf: Dell würde die C-Aktien absichtlich höher bewerten, um bei Buyout der Tracker-Besitzer weniger zahlen zu müssen. Tatsächlich hätten die neuen Dell-C-Aktien im Rahmen des Deals einen Wert von 79,77 US-Dollar. Noch im Mai seien diese in einer Vollmacht aber mit 33,17 US-Dollar angegeben worden. Der Unternehmenswert hätte sich - auf Basis des Angebots an die DVTM-Besitzer - also in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Diese Diskrepanz hat Carl Icahn skeptisch werden lassen. Für ihn Grund genug, sich öffentlich gegen die Transaktion zu stemmen: "Ich habe vor, alles in meiner Macht stehende zu tun, um die geplante DVMT-Fusion zu stoppen", hieß es in dem offenen Brief. Für ihn sei klar, dass der Computerbauer und Silver Lake den Aktionären elf Milliarden US-Dollar unterschlagen wollten, was er mit der Lücke zwischen der von Dell vorgeschlagenen Bewertung und der Bewertung, die er selbst für angemessen hält, begründet.

Der wahre Wert von VMware liege Icahn zufolge bei rund 144 US-Dollar je Aktie - der aktuelle Deal bewerte die Anteile bei rund 94 US-Dollar, kritisiert der Investor weiter. Zudem seien die Zukunftsaussichten durchaus positiv: VMware könne innerhalb weniger Jahre einen Free Cash Flow von 12 Dollar je Aktie generieren - dies würde den Wert der Anteile auf geschätzte 250 US-Dollar treiben. "Offensichtlich halten Dell und Silverlake uns für Idioten, wenn sie glauben, dass wir auf dieses Potenzial der Wertsteigerung verzichten." Tracker-Besitzern rät Icahn daher, die Offerte ganz klar abzulehnen, wenn es nicht einen deutlichen Aufschlag gebe.

Carl Icahn ist nicht alleine

Und offenbar scheint Icahn mit seiner Einschätzung nicht allein auf weiter Flur zu stehen. Auch der Hedgefonds Elliott Management, seinerseits Inhaber von Tracker-Aktien, soll sich dem Vernehmen nach über den Tisch gezogen fühlen. Ebenso der Vermögensverwalter P. Schoenfeld Asset Management, der in einem Brief an Dell seine Ablehnung für die Pläne zum Ausdruck gebracht hatte. Darin wurde PSAM konkret und fordert eine Aufstockung der Offerte um 20 Prozent. Ein Börsengang von Dell seit "ohne ein ausgehandeltes Ergebnis" für die Tracker-Aktionäre "kein gangbarer Weg", fügte der Vermögensverwalter noch an.

Und auch Analysten melden sich inzwischen zu Wort: Dan Ives von Wedbush Securities hält eine höhere Barkomponente sowie "ein insgesamt versüßtes Angebot" für unumgänglich, um die Pläne durchzusetzen. "Eine kombinierte Bewertung im Bereich zwischen 130 und 140 Dollar für die Tracker durch eine Reihe verschiedener Optionen" würde den Deal möglich machen, so der Experte.

Dell zieht andere Optionen in Betracht

Dell selbst hat in dem Streit mit den Tracker-Besitzern bislang noch nicht eingelenkt und die Offerte nachgebessert. Stattdessen will der Computerkonzern nun möglicherweise andere Wege gehen, um die Rückkehr der Dell-Aktie an die Börse zu schaffen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, soll das Unternehmen einen traditionellen Börsengang ausloten.

Ob das Unternehmen damit nur den Druck auf die Tracker-Aktionäre erhöhen will, der Ursprungsofferte zuzustimmen, bleibt abzuwarten. Denn ein Börsengang auf herkömmlichem Weg dürfte am Markt deutlich weniger Anklang finden. Zumal die jüngsten Quartalsergebnisse eher ernüchternd ausgefallen waren: Trotz eines Umsatzwachstums von rund 18 Prozent verdiente der Konzern unter dem Strich kein Geld. Der hohe Schuldenberg dürfte Investoren zusätzlich abschrecken.

Carl Icahn hält einen herkömmlichen Börsengang ohnehin für eine "leere Drohung" und drohte seinerseits eine Gegenofferte an. Es sei zwar besser, Frieden als Krieg zu haben. "Aber sei versichert, ich genieße immer noch einen guten Kampf aus den richtigen Gründen", zeigte sich Icahn in dem offenen Brief an Dell weiter angriffslustig.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Heidi Gutman/CNBC/NBCU Photo Bank via Getty Images, Justin Sullivan/Getty Images

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