29.06.2011 09:00

Hot Stock der Wall Street: Coffee Holding

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Wilde Kurssprünge verzeichnet derzeit die Aktie eines Kaffeegroßhändlers aus Staten Island, einem Stadtteil New Yorks.
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von Tim Schäfer, New York

Der Kurs schießt auf immer neue Höhen. Seit Anfang März explodierte der Nasdaq-Titel von vier auf 14 Dollar. Grund: Der Umsatz des Familienbetriebs kommt in Schwung, der Gewinn zieht kräftig an. Kein Wunder, denn die Kaffeepreise befinden sich auf einem 30-Jahres-Hoch. Im zweiten Quartal kletterte das Ergebnis je Aktie auf 22 Cent nach 15 Cent im Vorjahreszeitraum. Der Quartalsumsatz stieg um 87 Prozent auf 37 Millionen Dollar. "Unsere Preiserhöhung hat uns geholfen, Schritt zu halten mit den steigenden Preisen für Rohkaffee, wir konnten unsere Margen für unsere Konsumenten- und Firmen-Marken verbessern", erklärte Vorstandschef Andrew Gordon.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahr verdiente der Konzern 2,2 Millionen Dollar nach Steuern. Gordon gibt sich ausgesprochen optimistisch. Der positive Trend wird sich seiner Meinung nach fortsetzen. Er glaubt, dass der Preis für die Bohnen mindestens auf dem hohen Niveau bleibt oder sogar weiter anzieht. Für kleine bis mittelgroße Röstereien wird es zunehmend schwierig aufgrund der Preisvolatilität, den knappen Rohstoff direkt auf den Märkten einzukaufen. Großhändler wie die New Yorker Coffee Holding sind daher gefragt, sie spielen eine immer wichtiger werdende Rolle. Neue Kunden gehen bei dem 1971 gegründeten Familienbetrieb derzeit reihenweise an Bord, sie können so Preisrisiken im Einkauf reduzieren. Die neuen Klienten sollten den Umsatz in den kommenden Monaten in die Höhe treiben.

Der New Yorker Händler und Röster bietet eine breite Palette an Kaffeesorten an. Das Sortiment reicht von hochpreisigem Bohnenkaffee bis hin zu billigen White-Label-Produkten, von Gourmet- bis hin zu Bio-Kaffee. Es schließt Instantkaffee, heiße Schokolade und Tee mit ein. Abnehmer sind Supermarktketten, große und kleine Einzelhändler bis hin zu Tante-Emma-Läden. Seit drei Generationen vermarktet die Familie ihre Produkte in den USA und in Kanada. In den vergangenen Jahren stagnierte jedoch das Geschäft. Jetzt erlebt der nur 70 Mitarbeiter zählende Laden einen Boom sondergleichen. Phantasie versprüht Gordons Plan, den chinesischen Markt aufzurollen. Für die kommenden zehn Jahre prophezeit der Sohn des Firmengründers, dass sich das Reich der Mitte zu einem der wichtigsten Kaffeemärkte weltweit entwickeln wird. Gerade konnte er seinen ersten wichtigen Deal in China in trockene Tücher bringen, weitere sollen folgen. Für seine Firma besteht enormes Potential, wenn die Lust nach Kaffee in dem Teeparadies tatsächlich zunehmen sollte.


Tim Schäfer, US-Aktienexperte für Euro am Sonntag
Hoffnung macht zudem die Konsolidierung auf dem US-Mart. Der börsennotierte Marmeladen- und Kaffeeriese Smucker kündigte kürzlich an, neben der Kaffeemarke Folgers nun auch die Spezialmarken Cafe Bustelo und Cafe Pilon, zwei dominante Anbieter für südamerikanische Immigranten, zu schlucken. Das könnte den Absatz der beiden Coffee-Holding-Marken Cafe Caribe und Cafe Supremo einheizen, die bei Lateinamerikanern so beliebt sind, schließlich wollen die Supermärkte den Konsumenten ein möglichst breites Sortiment anbieten. Freilich haben wohl klingende Marken wie Starbucks, Dunkin Donuts oder Peets die Oberhand in den Supermärkten. Um zwischen diese Brands in die Regale zu kommen, ist einiges an Überzeugungsarbeit nötig. Die verkündete Zusammenarbeit zwischen Starbucks und Green Mountain Coffee Roasters ist eine weitere frohe Botschaft für die New Yorker, denn sie sind ein wichtiger Zulieferer von Green Mountain, dem Marktführer für die Ein-Tassen-Brühmaschinen. Trotz des Erfolgsrausches erlitt Gordon kürzlich einen kleinen Dämpfer: Eine dreijährige Zusammenarbeit zwischen der Süßwarenbäckerei Entenmann und der Coffee Holding endete am 31. März. Aufgrund einer enttäuschen Nachfrage im Einzelhandel kündigte Entenmann das Joint Venture auf.

Alles in allem könnten die Perspektiven gleichwohl nicht besser sein. Es besteht Hoffnung, dass die Quartalsdividende von derzeit drei Cent Luft nach oben hat. Voriges Geschäftsjahr 2009/10 (endet im Oktober) summierte sich der Umsatz auf 83 Millionen Dollar. Unterm Strich klingelte ein Ergebnis von ca. 2,4 Millionen Dollar in der Kasse. Weil im laufenden Jahr ein Umsatz- und Gewinnsprung ins Haus steht, ist der Börsenwert von gegenwärtig 76 Millionen Euro nicht heiß gelaufen zu sein. Im Gegenteil: Der Kurs hat jede Menge Phantasie. Voriges Jahr legte der Kaffeepreis um mehr als 65 Prozent zu. Zweidrittel der weltweiten Produktion stammt aus nur drei Länden - aus Brasilien, Vietnam und Kolumbien. Ungünstige Wetterbedingungen hatten die Ernte belastet. In den USA sind die Kaffeevorräte stark gesunken. Da brauchen die kleinen Röster einen Partner wie die Coffee Holding dringender denn je zuvor.

Tim Schäfer ist Journalist und schreibt seit 1998 über Börse, Aktien und Unternehmen. Seit 2006 lebt der studierte Diplom-Betriebswirt und DVFA-Aktienanalyst in New York und berichtet von dort über die Geschehnisse an der Wall Street, unter anderem für Euro am Sonntag. Bekannt ist Schäfer für seine Berichterstattungen über kleine Nebenwerte.

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