12.08.2015 17:00

DAX schließt tiefrot unter 11.000-Punkte-Marke - Yuan erneut abgewertet

Währungsbeben in China: DAX schließt tiefrot unter 11.000-Punkte-Marke - Yuan erneut abgewertet | Nachricht | finanzen.net
Währungsbeben in China
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Chinas Zentralbank hat den Yuan (Renminbi) mit einem erneuten Eingreifen auf Talfahrt geschickt. Der DAX rutschte unter 11.000 Punkte.
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Die Sorgen um die Geschäfte der deutschen Wirtschaft mit China haben den deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch schwer belastet. Anleger trennen sich vermehrt von ihren Investments. Der DAX verlor im Mittwochshandel zeitweise über 3 Prozent - die 11.000-Marke wurde bereits mehrfach unterschritten - das Tagestief lag bei 10.892,88 Punkten. Die Volksrepublik ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Europa und die USA - mit der Abwertung des Yuan werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt dagegen wettbewerbsfähiger.

Analysten sind der Ansicht, dass ein schwächerer Yuan vor allem der Exportindustrie des Landes helfen wird. Die Ausfuhren Chinas waren im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres eingebrochen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nannte die Abwertung des Yuan einen "willkommenen Schritt", weil der Markt eine größere Bedeutung bei der Bestimmung des Wechselkurses erhalte. Auch die EU-Kommission in Brüssel sprach nach dem überraschenden Politikwechsel der chinesischen Zentralbank von einer "positiven Entwicklung".

Unklarheit herrscht nun darüber, ob noch weitere Abwertungsschritte folgen. Die Zentralbank schrieb zwar am Mittwoch in einer Stellungnahme: "Momentan gibt es keine Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen." Allerdings hatten die Geldwächter schon bei der Intervention am Vortag betont, dass es sich um eine "einmalige Maßnahme" handele.

NOTENBANK WERTET YUAN UM WEITERE 1,6 PROZENT AB

Die Bank setzte am Mittwoch den Referenzkurs auf 6,3306 Yuan je US-Dollar fest - ein Abschlag für die chinesische Währung von weiteren 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag. Bereits am Dienstag hatte die Bank den Referenzkurs um 1,9 Prozent gesenkt und damit den Yuan im Verhältnis zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren geschickt.

Noch immer wird der Yuan längst nicht so frei wie andere Währungen gehandelt, weshalb der täglich neu festgelegte Mittelwert von großer Bedeutung ist. Die Zentralbank hatte am Dienstag angekündigt, den Mechanismus ändern zu wollen, mit dem der tägliche Referenzkurs des Yuan festgelegt wird. Ausgehend von diesem Fixpunkt lässt die Zentralbank Handelsschwankungen von zwei Prozent nach oben und unten zu. Während das Institut den Referenzkurs bislang selbst festlegte, soll sich der Kurs künftig am Schlussstand des Vortrages orientieren. Der Einfluss der Marktkräfte soll also gestärkt werden.

YUAN ZUVOR STARK GESTIEGEN

Peking hofft mit dem Schritt, seine Chancen auf eine Aufnahme in einen Korb von internationalen Reservewährungen des IWF zu verbessern. Darin sind bisher der US-Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen enthalten.

Fast im Gleichschritt mit dem starken US-Dollar hatte der Yuan in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zu vielen internationalen Währungen kräftig an Wert gewonnen. Zum Euro war der Yuan innerhalb eines Jahres um knapp 20 Prozent gestiegen.

Redaktion finanzen.net/dpa-AFX

Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag, Chunni469 / Shutterstock.com
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