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17.06.2016 10:04
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Kommt schon bald der Fedcoin?

Konkurrenz für Bitcoin: Kommt schon bald der Fedcoin? | Nachricht | finanzen.net
Konkurrenz für Bitcoin
Lange wurden Zentralbanken nicht müde, den Bitcoin und andere digitale Zahlungstechnologien tot zu reden. Aber nun werden sie wohl von der Realität eingeholt.
Trotz verschiedener Rückschläge erfreut sich der Bitcoin zunehmender Beliebtheit. Hatten Ende 2012 User gerade mal 22.000 digitale Brieftaschen, sogenannte "Wallets", wird die Zahl inzwischen auf rund drei Millionen geschätzt. Seit diesem Frühjahr akzeptiert sogar die Verwaltung im schweizerischen Zug als international erste Behörde die Digitalwährung Bitcoin.
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Bitcoins werden ausschließlich bei Zahlungen im Internet eingesetzt. Abgesichert werden die Transaktionen dabei mittels der sogenannten Blockchain-Technologie, bei der Daten dezentral gespeichert werden, indem die Datenbank von allen Teilnehmern des Transaktionssystems gemeinsam geführt wird. Dort werden alle Aktionen in einer Block-Kette gespeichert, womit Manipulationen verhindert werden sollen.

Wird aus dem Bitcoin ein Fedcoin?

Nun machen sich auch die weltweit führenden Zentralbanker Gedanken über eigene digitale, vom Staat gedeckte Währungen. Am 1. Juni 2016 wurde deshalb in den Räumlichkeiten der U.S. Federal Reserve Bank eine FinTech-Konferenz für Zentralbanker der ganzen Welt abgehalten. Rund 100 Teilnehmer befassten sich dort schließlich mit den Themen Bitcoin und Blockchain.

Zur besseren Veranschaulichung hat Chain CEO Adam Ludwig in diesem Rahmen eine Bitcoin-Spende getätigt, um zu demonstrieren, wie das Protokoll funktioniert. Es war das erste Mal, dass eine Bitcoin-Transaktion aus den Räumen der Fed angewiesen wurde. Was den meisten wohl nur als kleiner Schritt erscheinen mag, zeigt jedenfalls, dass sich die führenden Köpfe der Finanzwelt der wachsenden Bedeutung digitaler Währungen bewusst sind.

Erkenntnis kommt spät

Eigentlich fasziniert das Konzept von den sogenannten Kryptowährungen schon lange Finanzexperten. Aber bisher wurde ihnen lediglich ein Nischendasein zugestanden. Als etwa die deutsche Bundesbank im Januar 2015 eine Fachkonferenz zu dem Thema abhielt, schickten die Banken nur ihre Forscher vorbei.

David Andolfatto, Leiter der Forschungsabteilung der Federal Reserve Bank of St. Louis erklärte schon damals: "Ich glaube, dass Bitcoin ein sehr gutes Zahlungssystem ist". Zwar versage der Bitcoin noch bei einigen Geldfunktionen, das Konzept der verteilten Datenbank (Blockchain), sei aber eine geniale Idee mit einem enormen Potenzial.

Allerdings musste er einräumen, dass es sich beim Fedcoin nur um Gedankenspiele seiner Forschungsabteilung handle und er nicht für die US-Notenbank spreche: "Ich habe mit niemandem bei meinem Arbeitgeber darüber gesprochen". Und selbst die Bundesbank, bei der der Workshop abgehalten wurde, distanzierte sich schon im Voraus von der Konferenz.

Ende 2013 hatte die Deutsche Bundesbank (BuBa) sogar ausdrücklich vor der Internetwährung Bitcoin gewarnt. "Was Anlagen in das Internet-Geld Bitcoin angeht, wäre ich vorsichtig", hatte Bundesbankpräsident Jens Weidmann damals erklärt. Und weiter: "Bitcoins sind doch überhaupt keine Alternative zu unserem Geld. Sie sind als Zahlungsmittel ein absolutes Nischenprodukt". Nach dem Insolvenzantrag der einst größten Handelsplattform Mt.Gox in 2014 sah sich die BuBa dann in ihren Warnungen vor Risiken bestätigt.

Gegen Ende 2015 war das Thema Bitcoin aber nicht abgeschlossen sondern im Gegenteil immer beliebter geworden. "Wir sollten uns auf eine Welt einstellen, in der die Menschen überwiegend elektronisch zahlen", erkannte die stellvertretende Gouverneurin der Bank of Canada, Carolyn Wilkins. Und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erkannte in der Schaffung einer eigenen digitalen Währung eine Möglichkeit, der Gefahr zu begegnen, dass die Kontrolle der Zentralbanken über das Geldsystem durch Digitalwährungen wie Bitcoin an Wirksamkeit verlieren könnte.

Wie könnte der Fedcoin funktionieren?

Bereits bei der Konferenz Anfang 2015 in Frankfurt präsentierte der Zentralbank-Angestellte ein Fedcoin-Konzept. Hierbei handelt es sich um ein von der US-Fed emittiertes, auf dem US-Dollar basierendes, Bitcoin-Derivat. Andolfatto sieht darin großes Potenzial weil die Notenbank als Herausgeber einen festen Wechselkurs der Kryptowährung zum US-Dollar garantieren könne. Als weiteren Vorteil führte er an, dass die Fed einen laufenden Nachschub garantieren könnte, wohingegen beispielsweise der Bitcoin auf maximal 21 Millionen Geldeinheiten festgelegt sei und deshalb deflationären Tendenzen und starken Kursschwankungen unterliege.

Eine eigene digitale, vom Staat gedeckte Währungen hätte vor allem zwei Vorteile: Zum einen wäre die Zahlungsabwicklung billiger und zum anderen wäre die umlaufende Geldmenge besser kontrollierbar. Hinzu kommt, dass Digitalgeld die Möglichkeit bietet, Zahlungen nachzuverfolgen.

Meinungen zu Bitcoin gehen auseinander

Die "Hacker-Währung" gibt es seit 2009. Bitcoins werden in komplizierten Rechenprozessen auf den PCs der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie US-Dollar oder Euro erworben werden.

Die Einstellung der Finanzwelt zum Bitcoin unterscheidet sich beträchtlich von der Meinung der Bevölkerung: Laut einer im Dezember 2015 veröffentlichten Studie des Digitalverbands Bitkom glauben gerade mal zwei Prozent der befragten Geschäftsführer und Vorstände von Finanzunternehmen, dass Bitcoins in den kommenden zehn Jahren als Ergänzung zu herkömmlichen Zahlungssystemen akzeptiert werden. Dagegen gaben in einer Umfrage unter der Bevölkerung 36 Prozent der Menschen an, sie könnten sich vorstellen, Bitcoins oder andere digitale Währungen zu nutzen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Lightboxx / Shutterstock.com

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