Konsolidierung voraus?

Zu viele Token am Markt: Analysten zu Krypto-Fusionen - kommen bald ShibaPepes und FlokiDoges?

19.04.24 21:43 Uhr

ShibaPepes und FlokiDoges - Laut Analysten könnten Fusionen das Problem des überfüllten Kryptomarkts lösen | finanzen.net

Mit tausenden Krypto-Token im Umlauf ist der Kryptosektor laut einigen Analysten überfüllt. Sie erwarten deshalb eine Konsolidierungswelle und rechnen mit vermehrten Übernahmen und Fusionen im Kryptobereich.

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• Analysten: Es gibt zu viele Token auf dem Markt
• Zusammenschlüsse treten noch selten auf
• Fusionen könnten Höhepunkt im Bereich der Memecoins erreichen

Zu viele Krypto-Token

Auf dem Kryptomarkt gibt es abseits von den großen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Token. Einige Experten sind sogar der Meinung, dass es zu viele Token auf dem Markt gibt und sagen deshalb eine Konsolidierungswelle voraus, wie CoinDesk berichtet. Mit über 13.000 Token im Umlauf, die eine Marktkapitalisierung von etwa 2,5 Billionen US-Dollar haben, drängt sich die Frage auf: Warum existieren so viele Token, obwohl die Nutzung und Akzeptanz der Technologie noch weit von ihrem vollen Potenzial entfernt ist?

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Ähnlich wie während der Dotcom-Ära Ende der 1990er-Jahre floss während des Bullenmarkts 2021 aufgrund des starken Interesses von Risikokapitalgebern und der breiten Öffentlichkeit zu viel Kapital in eine Vielzahl von Krypto-Projekten, die ähnliche Probleme lösen wollten und somit mehr Token schufen, als erforderlich waren.

Fusionen und Übernahmen als Lösung?

In Anlehnung an traditionelle Sektoren könnten Fusionen und Übernahmen das Problem für die Kryptoindustrie lösen. Die Branche ist jedoch noch sehr jung, weshalb mehr Zeit benötigt werde, um ein Stadium zu erreichen, in dem Fusionen häufiger auftreten können. "Der Markt für Fusionen und Übernahmen im Kryptobereich befindet sich noch in den Anfängen, wodurch oft keine etablierten Vorlagen oder Regelwerke existieren, die Geschäfte erschweren und komplexer gestalten könnten", erklärte Julian Grigo von Safe laut CoinDesk.

Eine spezifische Herausforderung für Kryptowährungen ist die Natur der Token-Märkte, da viel Geld in den Handel mit Kryptowährungen fließt und Krypto nie "sterben" kann, wie traditionelle Aktien es könnten, ergänzt Chiliz network-CEO Alex Dreyfus. Dies erschwere Fusionen im Kryptobereich. Eine mögliche Lösung bestehe darin, Geschäfte auf Token-Ebene statt auf Unternehmensebene abzuschließen, was zu dezentraleren Ökosystemen und starken Netzwerkeffekten führen kann. Allerdings ist dies laut Shayne Higdon, Mitbegründer und CEO der HBAR Foundation im Hedera-Ökosystem, keine einfache Aufgabe, da in einer dezentralen Welt die Frage aufkomme, ob Betriebe oder nur Tokens fusioniert werden.

Fusionen und Übernahmen im Kryptobereich können außerdem zwar zu einer kurzfristigen Steigerung des Token-Werts führen, langfristig jedoch den Wert verwässern. "Ohne klare, nicht redundante Rollen und Verantwortlichkeiten für Unternehmen, Teams und Personal wird es schwierig sein, effiziente Skaleneffekte zu erzielen", so Higdon.

Große Fusion im Kryptobereich

Im letzten Monat fand bereits eine Dreierfusion statt, als die mit künstlicher Intelligenz (KI) verbundenen Kryptoprojekte Fetch.ai, SingularityNET und Ocean Protocol bekannt gaben, dass sie sich zusammenschließen, um einen Token zu schaffen, der ein KI-Kollektiv bilden werde, um mit den Big-Tech-Firmen zu konkurrieren. In einer Pressemitteilung erklärte Fetch.ai: "Die Ressourcen, die erforderlich sind, um diesen Wettbewerb zu gewinnen, sind immens und die Lösung muss vertikal in den gesamten Technologie-Stack integriert werden, einschließlich Infrastruktur wie Datenmanagement, KI-Agenten sowie Modelle und Vorhersagen. Die Allianz bündelt die Fähigkeiten und das Fachwissen unserer jeweiligen Unternehmen im Streben nach Superintelligenz". Und weiter: "Der Zusammenschluss der drei Unternehmen wird auch die Zusammenführung ihrer jeweiligen Token zum ‚Artificial Intelligence‘-Token mit dem Token-Ticker $ASI beinhalten. Der Gesamtwert der Allianz beträgt bei der Unterzeichnung 7,5 Milliarden US-Dollar (theoretisch auf Platz 20 bei CoinMarketCap), mit 2,631 Milliarden Token und $FET als Referenzwährung".

Inzwischen nimmt die Fusion der drei Krypto-Projekte bereits Fahrt auf. Wie Fetch.ai via X berichtet, hätte die Community die Vorschläge für die Zusammenführung der einzelnen Token zum ASI-Token mit 99 Prozent Ja-Stimmen und einer Wahlbeteiligung von über 76 Prozent angenommen.

Einige Tage zuvor stimmte die Community bereits dem ersten Vorschlag für die Fusion mit 99,8 Prozent Ja-Stimmen zu.

Die Fusion werde, wie Blockchainwelt berichtet, außerdem bedeutende Auswirkungen auf die Inhaber von SingularityNET, Fetch.ai und Ocean Protocol Token haben. Durch die Umwandlung ihrer aktuellen Token in den ASI-Token werde die Entwicklung hin zu einer "Artificial General Intelligence" (AGI) deutlich beschleunigt. Gleichzeitig soll dies eine ethischere, transparentere und demokratischere Landschaft für künstliche Intelligenz fördern. Diese strategische Neuausrichtung habe das Ziel, nicht nur den Wert für bestehende Token-Inhaber zu maximieren, sondern auch den Grundstein für eine inklusivere und gerechtere digitale Zukunft zu legen.

Diese historische Fusion markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Krypto-KI-Industrie. Indem sie ihre Stärken und Ressourcen bündeln, schaffen die beteiligten Plattformen nicht nur eine leistungsstarke neue Entität, die bereit ist, sich den Herausforderungen großer Technologieunternehmen zu stellen. Darüber hinaus eröffnen sie auch bisher unerreichte Möglichkeiten für Innovation, Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz, erklärt Blockchainwelt. Durch diesen Zusammenschluss rücke die Vision einer ethischen, dezentralisierten und demokratisierten KI in greifbare Nähe, und die Erwartungen an zukünftige Entwicklungen seien hoch.

Kommt bald eine "ShibaPepe"-Münze?

Projekte, die mit größeren Wettbewerbern nicht mithalten können, werden wahrscheinlich versuchen, durch Fusionen über Wasser zu bleiben. Die nächste Welle von Fusionen und Übernahmen erwartet Aki Balogh, Mitbegründer und CEO von DLC.Link, lait CoinDesk in stark fragmentierten Sektoren wie Layer-1-Ketten, DEXs, DeFi-Protokollen, Knotenbetreibern und möglicherweise NFT-Projekten. Projekte von hoher Qualität könnten bei M&A-Transaktionen sogar Spitzenpreise erzielen. Unternehmen mit hoher Liquidität, aber einem Mangel an aktiven Teams, könnten jedoch wiederum Ziel feindlicher Übernahmen sein, insbesondere in Bereichen mit ähnlichen Technologien.

Oleg Fomenko, Mitbegründer der dezentralen App Sweat Economy, glaubt, dass dies eine dominierende Kraft im Memecoin-Sektor werden könnte. "Meine Prognose ist, dass dies im Bereich der Memecoins einen Höhepunkt erreichen wird, und ich erwarte, dass bald ‚ShibaPepes‘ und ‚FlokiDoges‘ auftauchen werden."

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Wit Olszewski / Shutterstock.com