ETF-Vergleich

Ein-Faktor-ETFs und Multifaktor-ETFs: Das sollten Anleger wissen

12.01.26 22:49 Uhr

Faktor-ETFs im Vergleich: Ein-Faktor vs. Multifaktor verstehen | finanzen.net

Faktor-ETFs folgen bei der Aktienauswahl klaren Kriterien. Sie ermöglichen zusätzliche Renditechancen und breitere Diversifikation, bergen jedoch auch Risiken.

• Faktor-ETFs gewichten Aktien nach bestimmten Faktoren statt nur nach Marktkapitalisierung
• Multifaktor-ETFs kombinieren mehrere Strategien zur besseren Risikostreuung
• Mögliche Mehrerträge bei kosteneffizienter Umsetzung, verbunden mit erhöhter Komplexität

Im Gegensatz zu klassischen ETFs basiert die Auswahl der Aktien bei sogenannten Faktor-ETFs auf einem oder mehreren Faktoren.

Faktor Investing

Faktorstrategien analysieren Aktien systematisch nach wissenschaftlich belegten Mustern in ihrer Kursentwicklung. Diese als Faktoren oder Smart Beta bekannten Kriterien sollen helfen, Aktien mit überdurchschnittlichem Renditepotenzial zu identifizieren. Titel mit ähnlichen Merkmalen werden gebündelt und in Indizes zusammengefasst. Das Ziel ist es, den Markt langfristig zu schlagen.

Faktor-ETFs verbinden die Kostenvorteile und die hohe Liquidität klassischer ETFs mit dem gezielten Ansatz aktiver Anlagestrategien. Grundlage sind meist eigens entwickelte Indizes, die Aktien nach bestimmten Faktoren auswählen. So werden etwa Unternehmen aus dem MSCI World, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen, in einem separaten Index gebündelt.

Ein-Faktor-ETFs vs. Multifaktor-ETFs

Ein-Faktor-ETFs berücksichtigen, im Gegensatz zu Multifaktor-ETFs, nur einen Faktor. Multifaktor-ETFs ermöglichen es Anlegern, in ein breit gestreutes Aktienportfolio zu investieren, das auf mehreren Anlagestrategien oder Faktoren basiert. Dabei werden Faktoren wie Value, Momentum, Quality oder Size kombiniert, um sowohl die Rendite zu steigern als auch das Risiko zu reduzieren. Diese Vorgehensweise zählt zu den sogenannten Smart-Beta-Strategien.

Durch die Mischung verschiedener Faktoren gleichen sie die Schwächen einzelner Strategien aus. Value- und Momentum-Strategien decken gleichzeitig unterbewertete und stark wachsende Aktien ab, was die Risikostreuung verbessert. Besonders in Märkten mit einer hohen Volatilität kann das vorteilhaft sein.

Anzeige

Der günstige MSCI World ETF von finanzen.net - global investieren und dabei Gebühren sparen

Breite Diversifikation, minimale Kosten: Mit dem Finanzen.net MSCI World UCITS ETF (WKN ETF300) investierst Du noch günstiger in über 1.300 Unternehmen aus 23 Ländern. Gemeinsam mit Amundi bietet Dir finanzen.net den Klassiker unter den ETFs zu besonders günstigen Gebühren - erst recht, wenn Du über finanzen.net zero direkt oder per Sparplan investierst.

» Starte jetzt bei finanzen.net zero mit dem Finanzen.net MSCI World UCITS ETF (powered by Amundi).

Bitte lesen Sie den Prospekt des OGAW und das Basisinformationsblatt des Fonds, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen.

Vorteile von Faktor-ETFs

Multifaktor-ETFs kombinieren verschiedene Anlagestrategien in einem Fonds. Dadurch profitieren Anleger von breiter Diversifikation, stabileren Renditen und einem geringeren Gesamtrisiko. So lassen sich Chancen und Risiken ausgewogen steuern.

Der größte Vorteil von Faktor-ETFs liegt in der möglichen Zusatzrendite, der sogenannten Faktorprämie. Sie entsteht durch die gezielte Aktienauswahl nach bestimmten Kriterien und ist unabhängig von der allgemeinen Marktstimmung. Je höher die Prämie, desto besser schneiden Faktor-ETFs im Vergleich zu klassischen Indexfonds ab. Anleger werden für das zusätzliche Risiko belohnt.

Die Strategien von Faktor-ETFs unterscheiden sich je nach Schwerpunkt, sodass Anleger ihre persönlichen Vorlieben leicht umsetzen können. Wer ein geringes Risiko bevorzugt, kann etwa auf einen Low Volatility Faktor-ETF setzen. Trotz komplexer, wissenschaftlich fundierter Aktienauswahl profitieren Anleger von niedrigeren Kosten, oft deutlich unter denen aktiv gemanagter Fonds. Faktor-ETFs bieten zudem automatische Diversifikation über viele Unternehmen und sind flexibel handelbar.

Nachteile von Multifaktor-ETFs

Die Kombination verschiedener Faktoren kann die Strategie komplex und schwer durchschaubar machen. In bestimmten Marktphasen kann das Potenzial einzelner Faktoren unterdurchschnittlich sein und der Erfolg hängt stark von den zugrunde liegenden Annahmen und Modellen ab.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: eamesBot / shutterstock.com, pichetw / Shutterstock