Rasche Reaktion

Iran-Konflikt: Drei Sektoren, die Anleger jetzt im Blick haben sollten

11.03.26 22:57 Uhr

Iran-Konflikt: Drei Sektoren, die Anleger jetzt im Blick haben sollten | finanzen.net

Am 28. Februar veränderte die "Operation Epic Fury" die geopolitische Landschaft grundlegend: US-amerikanische und israelische Streitkräfte griffen koordiniert iranische Ziele an und tun dies immer noch, eliminierten Revolutionsführer Khamenei und zielen auf das Nuklearprogramm des Landes.

Die Reaktionen an den Finanzmärkten folgten rasch und sie verliefen asymmetrisch.

Während der S&P 500 die Entwicklung zunächst kaum quittierte, schoss der Brent-Rohölpreis nach oben, was die europäischen Indizes deutlich stärker unter Druck brachte aufgrund der hohen Abhängigkeit Europas von Energieimporten. Entscheidend für die Preisreaktion ist die praktisch vollständige Blockade der Straße von Hormuz, über die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt werden.

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Für Anleger stellt sich die Frage, welche Sektoren strukturell von dieser Eskalation profitieren könnten. Drei Bereiche stechen hervor. Erstens der Energiesektor: Höhere Ölpreise weiten die Margen von Öl- und Gasförderern direkt aus und die Angebotsknappheit dürfte so lange anhalten, wie der Konflikt ungelöst bleibt.

Zweitens der Verteidigungssektor. Nicht nur die direkten Kriegsteilnehmer erhöhen ihre Rüstungsausgaben, der gesamte NATO-Raum sowie Länder wie Südkorea nehmen den Konflikt zum Anlass für dauerhaft höhere Verteidigungsbudgets. Eine dritte Fokus-Branche, die vom Konflikt angetrieben wird: Cyber Security. Der Iran-Krieg ist auch ein Krieg im digitalen Raum. Staatliche und nichtstaatliche Akteure intensivieren Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Finanzsysteme und militärische Kommunikation, die Nachfrage nach Schutztechnologien dürfte strukturell steigen. Anlegern stehen zur Umsetzung und Risikostreuung wieder starke ETF-Lösungen zur Verfügung.

Der iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF (ISIN IE00B6R51Z18 / WKN A1JKQL) bildet den S&P Commodity Producers Oil & Gas Exploration & Production Index nach und konzentriert sich damit gezielt auf Unternehmen, die Öl und Gas erkunden und fördern, also jenen Teil der Wertschöpfungskette, der bei steigenden Rohstoffpreisen den stärksten Hebeleffekt aufweist. Das Fondsvolumen beträgt 460 Mio. Euro, die jährliche Gesamtkostenquote liegt bei 0,55 Prozent. Unter den 64 Positionen führen Canadian Natural Resources (10,51 Prozent), ConocoPhillips (9,10 Prozent) und EOG Resources (8,68 Prozent) das Portfolio an.

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Der HANetf Future of Defence UCITS ETF (ISIN IE000OJ5TQP4 / WKN A3EB9T) ist mit einem Fondsvolumen von 2.797 Mio. Euro einer der größten Verteidigungs-ETFs auf dem Markt und bildet den EQM Future of Defence Index nach. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,49 Prozent jährlich, die Erträge werden thesauriert, die Replikation erfolgt physisch. Auf 60 Positionen verteilt sich ein Portfolio, das neben klassischen Rüstungskonzernen wie RTX (4,79 Prozent), BAE Systems (4,76 Prozent) und Northrop Grumman (4,51 Prozent) auch Technologieunternehmen mit Verteidigungsrelevanz wie CrowdStrike (4,77 Prozent) und Palantir (4,38 Prozent) umfasst.

Der First Trust Nasdaq Cybersecurity UCITS ETF Acc (ISIN IE00BF16M727 / WKN A2P4HV) bildet als einziger ETF den Nasdaq CTA Cybersecurity Index nach und bündelt damit 31 spezialisierte Unternehmen aus dem Bereich digitale Sicherheit. Das Fondsvolumen liegt bei 989 Mio. Euro, die TER beträgt 0,60 Prozent jährlich. Erträge werden thesauriert, die Replikation ist vollständig physisch. Die fünf größten Positionen Broadcom (10,86 Prozent), CrowdStrike (9,62 Prozent), Cisco Systems (8,92 Prozent), Infosys (8,32 Prozent) und Palo Alto Networks (7,99 Prozent) decken zusammen rund die Hälfte des Portfolios ab. Die Kursschwäche des vergangenen Jahres von rund 8,6 Prozent dürfte für langfristig orientierte Anleger eher eine Einstiegsgelegenheit als ein strukturelles Problem darstellen, da die Nachfrage nach Cybersicherheitslösungen tendenziell weiter rasch steigen dürfte.

Fazit: Der Iran-Konflikt hat innerhalb weniger Tage drei Investmentthemen neu in den Fokus gerückt, die sich gegenseitig ergänzen: Öl- und Gasförderung als unmittelbarer Profiteur steigender Rohstoffpreise, Verteidigung als Reaktion auf eine dauerhaft erhöhte geopolitische Risikolage und Cyber Security als strukturell wachsender Begleiter moderner Kriegsführung.

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