24.02.2021 01:03

Büffel und Bullen: Wo Anleger in Asien lukrative Investments finden - die Tipps

Aufschwung Asien: Büffel und Bullen: Wo Anleger in Asien lukrative Investments finden - die Tipps | Nachricht | finanzen.net
Aufschwung Asien
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Auch in China klettern die Kurse kräftig nach oben. Das Land wird 2028 die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ablösen. Investoren finden aber auch in den boomenden Nachbarländern der Volksrepublik lukrative Chancen.
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von Jörg Billina, Euro am Sonntag

All-Time High in Asien. In den vergangenen Wochen erreichten die Börsen des aufstrebenden Kontinents neue Höchststände oder zogen stark an. Für einen Einstieg ist es dennoch nicht zu spät. Die Kursentwicklung steht im Einklang mit guten konjunkturellen Perspektiven. Damit lockt insbesondere China. Noch sind die USA die größte Volkswirtschaft der Welt. Doch China drängt, holt mächtig auf. Acht Prozent Plus - so viel trauen Experten Chinas Wirtschaft im gerade begonnenen Jahr des Büffels zu. Die USA, die EU oder Japan können da nicht mithalten. Auch künftig nicht. Das Centre for Economics and Business Research rechnet zwischen 2021 und 2030 für China mit jährlichen Steigerungsraten von rund fünf Prozent. Schon 2028 zieht China an den USA vorbei. Fünf Jahre eher als zunächst prognostiziert.

Die anstehende Wachablösung motiviert internationale Investoren, ihren China-Anteil zu erhöhen. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Finanzmärkte Shenzen und Shanghai mit London oder der Wall Street um Anlagekapital ernsthaft konkurrieren", meint Hedgefonds-Manager Ray Dalio. Er will auch nicht ausschließen, dass der Renminbi eines Tages den US-Dollar als globale Reservewährung ablöst.

All dies gilt Chinas Führung als Beweis der Überlegenheit ihres autokratisch geführten Staats. Demokratisch organisierte Gesellschaften verlieren dagegen aus Pekings Sicht international immer mehr an Gewicht und versagen bei der Lösung von Problemen. Chinas Systemstärke habe sich vor aller Welt ja schon in der "außergewöhnlich erfolgreichen" Bekämpfung des Coronavirus gezeigt, rechtfertigen die Machthaber in Peking ihren Kurs. Während westliche Staaten ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie weiterhin Maßnahmen kontrovers diskutieren, setzte Peking, ohne irgendwelche Debatten aufkommen zu lassen, einen radikalen Lockdown durch. Stolz vermeldete Staatspräsident Xi Jinping bereits im September vergangenen Jahres den Sieg über Corona. Die Industrieproduktion konnte so viel früher als in anderen Staaten wieder angefahren werden. Die Folge: Mit 2,3 Prozent legte China als einzige große Volkswirtschaft im vergangenen Jahr zu.

Trotz oder besser gesagt wegen Corona steigt auch der Export. Im Dezember meldete Peking mit 78,2 Milliarden Dollar einen neuen Rekordhandelsüberschuss. Westliche Staaten fragen insbesondere elektronisches Equipment nach. Sie müssen ihre Digitalisierungsdefizite schließen. Auch bei ausländischen Direktinvestitionen hat China die Nase vorn. Diese stiegen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 163 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten hingegen meldeten einen Rückgang um 49 Prozent auf 134 Milliarden Dollar.

Von der entschlossenen Corona-Bekämpfung und der konjunkturellen Widerstandskraft des Landes profitierten die Aktienkurse. Im Jahr 2020 legte der CSI 300 rund 27 Prozent zu, der Index bildet die Wertentwicklung der 300 wichtigsten in Shenzen und Shanghai gelisteten A-Aktien ab.

Im Jahr des Büffels und darüber hinaus werden die Bullen an Chinas Börsen weiter den Ton angeben. In den kommenden fünf Jahren traut Blackrock chinesischen Aktien eine jährliche Rendite von 6,4 Prozent zu. Anleger, die in US-Large-Caps investieren, müssen sich dieser Prognose zufolge dagegen mit jährlich 4,5 Prozent zufrieden geben.

Trotz des zunehmenden ökonomischen Gewichts und trotz wachsender globaler Marktanteile chinesischer Unternehmen - in internationalen Börsenindizes ist das Land noch unterrepräsentiert. Im MSCI All Country World sind chinesische Aktien mit gerade mal vier Prozent gewichtet. In den kommenden Jahren müssen Indexanbieter chinesische Werte stärker berücksichtigen. Exchange Traded Funds (ETFs), die die Indizes abbilden, kaufen dann nach.

Kursfantasien entzünden sich auch am Projekt "One Belt One Road". Peking investiert gewaltige Summen in die Länder entlang der Seidenstraße und schafft Absatzmärkte für Waren "made in China". Vorteilhaft für chinesische Unternehmen wirkt sich auch das jüngst abgeschlossene Handelsabkommen Regional Comprehensive Economic Partnership aus. China, die ASEAN-Staaten, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland wollen Zölle kräftig senken und den Austausch von Waren intensivieren. "Chinas Streben ist gerichtet auf nationale Stärke, das Erschließen neuer geoökonomischer Einflusssphären und die Kontrolle strategisch wichtiger Wertschöpfungsketten", fasst Mikko Huotari, Direktor des Merics-Instituts, die Politik Pekings zusammen.

Chinas Aufstieg fordert jedoch die USA heraus. Das Verhältnis zwischen den beiden Staaten bleibt auch nach dem Regierungswechsel in Washington angespannt. Finanzministerin Janet Yellen spricht Klartext. Sie wirft Peking anhaltenden Diebstahl geistigen Eigentums und illegale Praktiken im Handel vor. "Das kostet US-Jobs", stellt Yellen fest. Die USA werfen China zudem Menschenrechtsverletzungen vor. Sollte Washington an Restriktionen festhalten oder Handelshemmnisse verschärfen, drohen deutliche Schwankungen an Chinas Aktienmärkten.

Deswegen ändern Staatspräsident Xi Jinping und die von ihm geführte Kommunistische Partei Chinas (KPCh) jedoch ihren Kurs nicht. Nur der absolute Machtanspruch garantiert ihrer Meinung nach die politische Stabilität. Ruhe im Inneren sei zwingend notwendig, um "die Armut in China endgültig zu beseitigen" und die "Schicht mittlerer Einkommen zu verbreitern", so argumentiert die KPCh.

Dieses Ziel hat die vor 100 Jahren gegründete Partei beinahe schon erreicht. Im Jahr 2000 gehörten gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung der Mittelschicht an. Schätzungen zufolge werden 2028 rund 1,2 Milliarden Chinesen zwischen 7.000 und 60.000 US-Dollar verdienen. Sie konsumieren kräftig. Und: Sie investieren in Aktien. Allein im vergangenen Jahr verzeichneten die chinesischen Festlandbörsen 18 Millionen neue Investoren. Die Zahl der inländischen Anleger erhöhte sich damit auf 177 Millionen.

Investoren, die die Chancen sehen, jedoch ein Engagement in China mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können oder sich diversifizierter aufstellen wollen - starke ökonomische Rahmenbedingungen, marktfreundliche Regierungen und vor allem attraktive Unternehmen finden sie auch in anderen asiatischen Ländern.

Glieder in der Kette

Etwa in Südkorea und Taiwan. In den vergangenen drei Monaten schafften Koreas Kospi-Index und Taiwans Börse je rund 30 Prozent. Das Momentum hält an. "Südkoreanische und taiwanesische Unternehmen sind gut positioniert, um kritische Glieder der Lieferkette in Bereichen wie Technologie, Gesundheitswesen, industrieller Automatisierung oder sauberer Energie zu werden", folgert die Investmentgesellschaft Nikko Asset Management.

LG Chem beispielsweise ist so ein wichtiges Glied in der globalen Lieferkette. Das koreanische Unternehmen stellt Lithium-Batterien her und ist der größte Lieferant für die Tesla-Produktion in China. Favorit an der Börse in Taipeh ist Taiwan Semiconductor. Seit Jahresanfang legte die Aktie bereits um 25 Prozent zu. Der US-Chiphersteller Intel will erstmals in seiner Geschichte die Produktion hochwertiger CPU-Prozessoren auslagern. Taiwan Semiconductor ist dafür der beste Partner. Das kommt bei Investoren gut an.

Staatsfirmen an die Börse

Für Gewinne steht auch das südostasiatische Land Vietnam. In den vergangenen drei Monaten erzielte der ETF Xtrackers FTSE Vietnam Swap rund 15 Prozent. Ein Grund für die Rally: In Reaktion auf Zinssenkungen der vietnamesischen Notenbank ziehen inländische Investoren Mittel aus Sparanlagen ab und kaufen Aktien. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat sich im Jahr 2020 das Handelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Auch die erfolgreiche Corona-Eindämmung schiebt die Kurse an. Seit Beginn der Pandemie haben sich bislang nur 2.100 Menschen infiziert, 35 sind an dem Virus gestorben. Nach einer nur kurzen Unterbrechung kann das Land seine Aufholjagd fortsetzen. Für 2021 wird eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 6,8 Prozent erwartet. Noch dazu: Die Regierung in Hanoi privatisiert Staatsunternehmen und bringt sie an die Börse. Der Kurszettel wird so diversifizierter, die Risiken des als "Grenzmarkt" eingestuften Landes sinken.

Subkontinentale Chancen

Ausgangssperren weitgehend aufgehoben, Hochzeitsfeiern wieder möglich, Restaurants und Kinos gut besucht: Indiens Regierung sieht angesichts massiv sinkender Infiziertenzahlen keinen Grund mehr für Einschränkungen. Anleger reagieren erleichtert. Die Pandemie hat Millionen von Jobs gekostet und das Land ökonomisch zurückgeworfen. Jetzt zeichnet sich eine Erholung ab. Seit Jahresanfang legte der ETF iShares MSCI India rund neun Prozent zu. Die Regierung nimmt viel Geld in die Hand, um die Corona-bedingten Schäden zu beheben. Über eine Billion Euro soll in den kommenden fünf Jahren in den Ausbau der Infrastruktur und ins Gesundheitswesen fließen.

Ein echter Kurswechsel: Vor Ausbruch der Pandemie wollte Staatspräsident Narendra Modi die Verschuldung unter vier Prozent drücken. Davon ist nun keine Rede mehr. Das Haushaltsdefizit droht auf über 9,5 Prozent, die Gesamtverschuldung auf mehr als 90 Prozent zu steigen.

Bislang stört der wachsende Schuldenberg die Investoren nicht. Sie hoffen, dass sich optimistische Prognosen erfüllen. "Wir stehen am Anfang eines Bullenmarkts", schreibt etwa N. Jayakumar von Prime Securities in der "Economic Times". Chancen sieht er in Aktien, die der Old Economy angehören. Dazu zählen Konzerne wie Reliance Industries oder Tata Motors.

Doch es gibt auch Gefahren. Indien drohen Einbußen bei der Bonitätseinschätzung. Die massiven Ausgaben können auch die Inflation anheizen. Kommt noch dazu die Wirtschaft nicht so stark wie erhofft in Schwung, drohen soziale Unruhen. Spätestens dann ziehen ausländische Investoren ihre Mittel wieder ab. Asiens Aufstieg ist zwar unaufhaltsam. Ohne zwischenzeitliche Risken in einzelnen Ländern verläuft er nicht.


INVESTOR-INFO

iShares MSCI China ETF

Breiter Einstieg

Der ETF umfasst aktuell 690 chinesische Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung. Damit engagieren sich Anleger mit nur einem Papier in 85 Prozent des gesamten chinesischen Aktienmarkts. Die Unternehmen sind in Hongkong (H-Aktien) oder in Shenzen und Shanghai (A-Aktien) gelistet. Zyklische Konsumgüter sind mit 36 Prozent gewichtet, auf Technologiewerte entfallen sieben Prozent. Seit Jahresanfang legte das Indexpapier um 16 Prozent zu.

UBS Equity China Opportunity

Günstige Gelegenheit

Trotz der bereits guten Kursentwicklung kann Bin Shi noch keine Zeichen von Überhitzung erkennen. Der Fondsmanager investiert in chinesische Unternehmen, die in Hongkong oder an den Börsen in Shenzen oder Shanghai notieren. Neben Tech-Aktien wie Alibaba, Tencent und Netease hat er auch den Versicherer Ping An Insurance hoch gewichtet. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der Fonds 188 Prozent.

Matthews China Small Com.

Kleine Unternehmen

Winnie Chwang und Andrew Mattock investieren in Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung. Das Portfolio besteht derzeit aus 60 Titeln. Der Streamingdienst Bilibili ist hoch gewichtet. Eine gute Wahl. Innerhalb eines Jahres legte die Aktie um über 400 Prozent zu. Auch der Einstieg bei Pharmaron Beijing hat sich gelohnt. Dank der starken Titelauswahl freuen sich Anleger über ein Plus von 243 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

JPM Asia Growth

Mehr als China

"Chinas wirtschaftlicher Wandel ist bislang eine der prägenden Entwicklungen im 21. Jahrhundert", sagt Joanna Kwok. Die Fondsmanagerin hat China-Aktien dennoch nur mit 43 Prozent gewichtet. In der Vergangenheit hat sich der Aufschwung nicht immer am Aktienmarkt widergespiegelt. Im Portfolio finden sich daher auch Unternehmen aus Taiwan, Korea und Indien. Diese Streuung reduziert das Risiko. Der Fonds schaffte in den vergangenen fünf Jahren 173 Prozent.

Xtrackers FTSE Vietnam ETF

Vietnam für Mutige

Mit dem ETF partizipieren Anleger an der Wertentwicklung der aktuell 19 wichtigsten Unternehmen des südostasiatischen Landes. Auf Finanzinstitute wie die Vietcombank entfallen über 48 Prozent der Mittel. Die Konsumbranche ist mit 24 Prozent gewichtet. Zu den Top-Werten zählen der Mischkonzern VinGroup und der Lebensmittelkonzern Vietnam Dairy Products. Der ETF eignet sich für risikofreudige Anleger. Vietnam wird noch als Frontier Market eingestuft.

Robeco Indian Equities

Indische Auswahl

Indiens sinkende Infektionszahlen und milliardenschwere Infrastrukturinvestitionen sorgen für Optimismus an der Börse in Mumbai. Neben lokalen Investoren steigen auch wieder vermehrt ausländische Investoren ein. "Die Bewertungen sind jedoch nicht mehr günstig", sagt Fondsmanager Nimesh Chandan. Umso wichtiger wird die Titelauswahl. Chandan setzt unter anderem auf Reliance Industries, Hindustan Unilever, Infosys und auf Finanzwerte wie die Icici Bank. Innerhalb von fünf Jahren erzielte der Fonds 75 Prozent.












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Nachrichten zu Tesla

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Tesla und Bitcoin
Nach Krypto-Investment: Tesla-Aktie ist Experte zufolge nun direkt mit Bitcoinkurs verbunden
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