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31.08.2018 14:00
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Fondsmanager Stahlhacke: "Schwierig zu prognostizieren"

Euro am Sonntag: Fondsmanager Stahlhacke: "Schwierig zu prognostizieren" | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
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Multi-Asset-Fonds: Wie sich auskömmliche Renditen erzielen lassen, welche Rolle das Risikomanagement spielt.
€uro am Sonntag
von Jörn Kränicke, Euro am Sonntag

Marcus Stahlhacke lenkt die Geschicke der Multi-Asset-Active-Allocation-Strategien bei Allianz Global Investors. Ein Gespräch über alternative Investments und Chancen in Schwellenländern.


€uro am Sonntag: Herr Stahlhacke, Aktien sind teuer, und bei Anleihen gibt es kaum noch Zinsen. Sind Mischfonds heute schwieriger zu managen als früher?
Marcus Stahlhacke:
Ich würde nicht sagen, dass es schwieriger ist, denn wir haben ja eine sehr breite Auswahl an Anlageklassen. Daher profitieren wir als Multi-Asset-Manager eher von dieser Situation. Allerdings ist derzeit der Erwartungswert deutlich geringer. Auskömmliche Renditen zu erzielen, ist anspruchsvoller geworden.


Bedeutet das, dass Sie jetzt in mehr Anlageklassen investieren als vor einigen Jahren?
Nicht unbedingt. Man brauchte zu allen Zeiten eine solide Struktur. Auch ist der Turnover heute nicht höher als in den vergangenen Jahren. Aber vor zehn Jahren konnte man auch mit einfachen Investments wie klassischen Staatsanleihen problemlos Renditen deutlich über der Inflationsrate erzielen. Das ist nicht mehr möglich. Daher ist aktives Management heute noch wichtiger als früher.

Spielen alternative Anlageklassen jetzt eine größere Rolle?
Grundsätzlich schon. Heutzutage hat man auch eine große Auswahl an aktiven Fonds und ETFs, die wir als zusätzliche Alpha-Quellen nutzen. Allerdings haben wir keine feste Allokation alternativer Investments. Bei der Beimischung spielt immer die erwartete Alpha-Chance die entscheidende Rolle.


In welchen Fällen nutzen Sie lieber ETFs als aktive Fonds?
Gerade wenn wir eher kurzfristige Chancen nutzen wollen, setzen wir häufig auf ETFs, die man schneller handeln kann. Derzeit haben wir etwa Listed-Private-Equity- und Immobilienaktien-ETFs im Allianz Dynamic Multi Asset Strategy 50. Beide Positionen haben ein Gewicht von circa fünf Prozent. Aber wir halten auch aktive Fonds im Bereich Micro Caps oder für den Rohstoffanteil.

Das betrifft dann die taktischen Investments. Wie sieht es mit strategischen Anlagen aus?
Hier investieren wir strategisch beim Allianz Dynamic Multi Asset Strategy 50 zu 60 bis 80 Prozent direkt in europäische Anleihen und globale Aktien. Bei den Aktien orientieren wir uns bei der Länderallokation grob am MSCI World. Bei den Anleihen halten wir vor allem Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Pfandbriefe, aber auch Wandler und inflationsgesicherte Anleihen.

Spielen Schwellenländer bei Ihnen eine Rolle?
Wir haben ein paar Schwellenländeraktien. Das war 2018 aber nicht unbedingt renditesteigernd. Schwellenländeranleihen halten wir schon seit einiger Zeit nicht. Allerdings muss man sich das Segment langsam wieder anschauen. Teilweise bieten sie Renditen von zehn Prozent. Da wird das Chance-Risiko-Verhältnis wieder attraktiv.

Wie wichtig ist das Risikomanagement in Ihren Fonds?
Das spielt eine zentrale Rolle - nicht nur bei der Portfoliozusammenstellung. Wir haben feste Regeln, an denen wir uns orientieren. Wir schauen uns den Höchststand über die vergangenen zwölf Monate an und definieren eine Schwelle, ab der wir das Risiko reduzieren. Im ersten Schritt sichern wir das Portfolio mit Futures ab. Würde sich dann der Abwärtstrend beschleunigen, würden wir auch Bestände verkaufen. Im Extremfall könnte der Fonds zum Großteil aus Cash bestehen.

Wird es in nächster Zeit Gründe geben, die Reißleine zu ziehen?
Das ist natürlich immer schwierig zu prognostizieren. Aber ich denke, heute oder morgen wird es nicht der Fall sein. Dafür ist die Konjunktur weltweit noch zu robust, sind die Unternehmensgewinne zu hoch und ist die Geldpolitik zu expansiv. Aber dies könnte sich durch die politischen Störfeuer aus der Türkei oder durch einen USA-China-Handelskrieg schnell ändern. Daher wird es irgendwann auch wieder zu größeren Korrekturen kommen und die Volatilität wird nicht auf dem niedrigen Niveau verharren.


Bildquellen: Allianz Global Investors GmbH
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