11.03.2020 20:41

Bund der Versicherten: Diese Versicherungen sind unnötig

Geldverschwendung: Bund der Versicherten: Diese Versicherungen sind unnötig | Nachricht | finanzen.net
Geldverschwendung
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Vorsicht ist besser als Nachsicht. Nach dieser Devise entscheiden sich wahrscheinlich viele Privatpersonen für eine Versicherung. Ein guter Schutz ist im Leben auch unbedingt notwendig. Heutzutage gibt es allerdings einen Urwald an Versicherungsprodukten, von denen viele mehr kosten als sie wirklich nützen.
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Die Entscheidung über den Abschluss einer Versicherung fällt uns oft nicht leicht. Die entsprechenden Anbieter möchten mit ihren Produkten neben unserer Absicherung auch Gewinne mit dem Verkauf erzielen. Deshalb stellt sich oft die Frage: Ist diese Versicherung wirklich sinnvoll für mich?

Versichern Sie sich gegen den "GAU"

Grundsätzlich sollte man sich gegen die Schadensfälle versichern, welche die persönliche finanzielle Tragfähigkeit übersteigen oder gar die eigene Existenz bedrohen. Dementsprechend empfiehlt die Verbraucherzentrale, sich gegen den "größten anzunehmenden Unfall" abzusichern. Hierunter fällt auf jeden Fall die private Haftpflichtversicherung. Auf Policen, die nur kleine Schäden abdecken, kann man somit eher verzichten. Allerdings ist auch immer die individuelle Lebenssituation zu berücksichtigen. Eigenheimbesitzer sollten unbedingt eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Als Alleinverdiener einer Familie ist zur finanziellen Absicherung der Angehörigen eine eigene Risikolebensversicherung sinnvoll.

Überflüssige Versicherungen

Als Orientierungshilfe hat der "Bund der Versicherten e. V." (BdV) ein Infoblatt veröffentlicht, welches zehn Versicherungen auflistet, die im Regelfall von Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht benötigt werden. Der BdV erklärt in seinem Schreiben, dass der Einfallsreichtum mancher Versicherer enorm sei und viele Versicherungsprodukte schlicht zur reinen Gewinnmaximierung entwickelt werden würden. Nach Angaben des Vereins erfreuen sich dennoch seltsame Angebote des Öfteren einem erstaunlichen Interesse. Zum Schutz vor dem Abschluss unsinniger Policen soll nun das Infoblatt dienen, auch wenn dieses eine individuelle Beratung nicht ersetzt.

Platz 10: Glasbruchversicherung

Die Glasbruchversicherung deckt die Kosten der Reparatur einer kaputten Scheibe ab. Da es sich hier lediglich um eine geringe finanzielle Belastung des Einzelnen handelt, dürfte wohl kaum jemand eine Versicherung unbedingt benötigen. Die laufenden Kosten übersteigen wahrscheinlich den Nutzen des Schutzes. Nur in Sonderfällen kann sich eine Versicherung wirklich lohnen. Beispielsweise, wenn man einen Wintergarten oder eine sehr teure Spezialverglasung des Hauses besitzt.

Platz 9: Brillenversicherung

Brillen können ziemlich teuer sein. Eine Versicherung lohnt sich aber trotzdem nicht, da nicht jeglicher Schaden vollständig ersetzt wird. Bei einer Beschädigung gibt es zwar neue Gläser und ein neues Gestell, jedoch werden bei der Wahl von besonderen oder hochwertigen Varianten "kräftige Zuzahlungen" fällig. Bleibt der Schadensfall aus, erhält der Versicherte frühestens nach zwei Jahren eine neue Fassung und nur bei deutlichen Sehstärkenveränderungen neue Gläser. Und auch hier können je nach Modell hohe Zuzahlungen verlangt werden.

Platz 8: Krankenhaustagegeldversicherung

Die Krankenhaustagegeldversicherung zahlt bei einem stationären Krankenhausaufenthalt pro Tag einen vorher vereinbarten Betrag. "Ob diese Versicherung die finanzielle Grundlage für das tägliche Obst oder für das Fernsehgerät im Krankenhaus sein muss, ist mehr als fraglich", erklärt der BdV in seinem Infoblatt. Existenzielle Risiken werden durch die Police nicht abgesichert, sodass dem Versicherungsschutz keine wirkliche Notwendigkeit abgeleitet werden kann.

Platz 7: Reisegepäckversicherung

Bei dem Abschluss einer Versicherung sollte man sich auch immer vergewissern, wann eine Leistung wirklich gezahlt wird. Um von einer Reisegepäckversicherung Geld zu erhalten, muss man nach Angaben des BdV seine Packstücke immer fest bei sich halten. Im Falle eines Verlusts unterstellt der Versicherer ansonsten ein grob fahrlässiges Verhalten. "Zudem sind Wertsachen o. ä. nur unzureichend mitversichert." Manche Gefahren bezüglich des Gepäcks sind auch schon über die Hausratversicherung abgedeckt.

Platz 6: Handyversicherung

Der Verlust oder die Beschädigung eines Smartphones treibt den Besitzer nicht in den finanziellen Ruin, selbst wenn etwaige Vorfälle sehr ärgerlich sein können. Eine entsprechende Versicherung abzuschließen, dürfte sich auch unter Kostengesichtspunkten nicht lohnen, da lediglich der Zeitwert des Handys entschädigt wird. Hinzu kommt noch die Zahlung einer Selbstbeteiligung.

Platz 5: Versicherung gegen "häusliche Notfälle"

Zu "häuslichen Notfällen" kommt es, wenn man einen Notdienst kontaktieren muss. Das kann der Fall sein, wenn man sich aus dem eigenen Haus ausgesperrt hat oder die Heizung plötzlich ausgefallen ist. Notdienste sind zwar üblicherweise teurer als Handwerker, in eine finanzielle Schieflage dürften die Aufwendungen den "Notleidenden" trotzdem nicht führen. Außerdem treten diese Situationen nur begrenzt ein. Die Versicherung dürfte sich deshalb wohl kaum lohnen.

Platz 4: Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

Diese Police wird vom BdV als "Milchmädchen-Rechnung" bezeichnet. Der Betrag, der später an den Versicherten zurückfließt, wurde vorher von ebendiesem zusätzlich eingezahlt. Die Wirtschaftlichkeit der Vereinbarung geht damit gegen Null. "Obendrein wird die Erstattungssumme nur mäßig verzinst." Die Vertragsleistungen seien außerdem oftmals nicht ausreichend.

Platz 3: Insassenunfallversicherung

Im Falle eines selbst verursachten Unfalls mit dem eigenen Wagen sind die möglichen Verletzungen ihrer Mitfahrer über die persönliche Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. "Trägt ein anderer Verkehrsteilnehmer die Schuld, zahlt dessen Versicherung", erläutert der BdV. Auf eine zusätzliche Versicherung kann deshalb verzichtet werden.

Platz 2: Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung soll nach dem eigenen Ableben die Hinterbliebenen finanziell entlasten. Allerdings handelt es sich hier laut dem BdV um "eine geldzehrende Kapitallebensversicherung". "Wer sie abschließt, zahlt bei langer Laufzeit am Ende häufig mehr ein als die Hinterbliebenen herausbekommen." Für eine Unterstützung der Angehörigen sind demnach andere Geldanlagen die bessere Alternative.

Platz 1: Kapitallebensversicherung und private Rentenversicherung

Beide zählen zu den vermögensbildenden Versicherungen. Dabei sind sie gemäß dem BdV "weder zur Altersvorsorge noch zur Vermögensbildung geeignet". Aufgrund von Niedrigzinsen, intransparenten und oftmals überteuerten Kostenstrukturen sowie überzogenen Langlebigkeitsannahmen entsprechen die "garantierten Leistungen nicht einmal der Summe der eingezahlten Beiträge".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Devin_Pavel / Shutterstock.com, Marian Weyo / Shutterstock.com
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