27.11.2015 15:58

Schäuble lehnt sofortige Abschaffung der Abgeltungssteuer ab

Erst ab 2017?: Schäuble lehnt sofortige Abschaffung der Abgeltungssteuer ab | Nachricht | finanzen.net
Erst ab 2017?
Folgen
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat im Bundestag Forderungen zurückgewiesen, sofort die bisherige Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge fallenzulassen.
Werbung
"Jetzt einfach die Abgeltungssteuer wieder abzuschaffen, wäre einfach falsch", sagte der Finanzminister in den abschließenden Haushaltsberatungen des Parlaments. "Man muss es schon im richtigen systematischen Zusammenhang haben", forderte er.

   Schäuble bekräftigte aber seine Haltung, dass ein Ende der Steuer möglich sein könnte, wenn der automatische Informationsaustausch über Finanzdaten greife. Dies ist ab 2017 geplant. "Wenn wir den haben, kann man wieder darüber nachdenken", sagte Schäuble. Dann werde es auch eine schwierige Diskussion in der Koalition und mit den Ländern darüber geben. "Es gibt eine Menge Argumente dagegen", räumte Schäuble ein.

   Schäuble hatte vor zwei Wochen nach einem Finanzministertreffen in Brüssel seine grundsätzliche Bereitschaft zur Abschaffung der Abgeltungssteuer signalisiert. Dann würde für Kapitalerträge wieder der persönliche Steuersatz anstatt der 25-prozentigen Quellensteuer gelten. Der Finanzminister will aber abwarten, bis der automatische Informationsaustausch 2017 in Kraft ist und funktioniert.

   Die Grünen haben jedoch von Schäuble eine sofortige Abschaffung der Steuer gefordert. "Die Abgeltungssteuer muss weg, sofort und nicht erst 2017", so Fraktionsvize Kerstin Andreae. Die Grünen sehen Schäuble "in der Pflicht, für Gerechtigkeit und obendrein mehr Steuereinnahmen zu sorgen". Die fünf Wirtschaftsweisen und der Wirtschaftsrat der CDU haben ihrerseits schon die Pläne kritisiert, die Abgeltungssteuer überhaupt abzuschaffen, die Schäubles Amtsvorgänger Peer Steinbrück (SPD) 2009 mit dem Argument "25 Prozent von x ist besser als null Prozent von nix" eingeführt hatte.

     DJG/ank/hab Dow Jones Newswires

Bildquellen: PAUL J. RICHARDS/AFP/Getty Images, JOHN THYS/AFP/Getty Images
Werbung

Heute im Fokus

Nach Omikron-Schock: DAX stabilisiert sich -- RWE baut in Südkorea Offshore-Windparks -- Knorr-Bremse will Profitabilität bis 2025 steigern -- BioNTech, Airbus, Stay-at-Home im Fokus

British Airways fliegt wieder nach Südafrika. BASF gewinnt Engie langfristig als Lieferant für erneuerbaren Strom. Infineon erwirbt Zulieferer Syntronixs Asia. Euroraum-Wirtschaftsstimmung trübt sich im November ein. AUDI-Joint-Venture in China verzögert sich. Heidelberger Druck und SAP kooperieren bei Elektromobilität. Vor IPO: Daimler-Truck fehlt wegen Chipmangel Milliarden-Umsatz.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Wie bewerten Sie die Verhandlungsergebnisse und künftigen Pläne der Ampelkoalition?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln