US-Arbeitsmarktdaten durchwachsen: DAX beendet Handel im Minus -- US-Börsen tiefer -- DroneShield erhält Großauftrag aus Europa -- Ölpreise, Rüstungsaktien, Bayer, ServiceNow, Palantir im Fokus
Ford mit Riesen-Abschreibung für E-Auto-Schwenk. BASF: Verkauf von Geschäft für optische Aufheller an Catexel. BMW: Vorzugsaktien sollen in Stammaktien umgewandelt werden. NVIDIA-Aktie: Was die SchedMD-Übernahme für den Chipkonzern bedeutet. NASDAQ plant Aktienhandel künftig nahezu rund um die Uhr. Novo Nordisk mit neuer Sammelklage wegen Ozempic & Co. in den USA konfrontiert.
Marktentwicklung
Der deutsche Leitindex gab seine leichten Vortagsgewinne am Dienstag ab.
Der DAX verlor zum Handelsstart der XETRA-Hauptsitzung bereits und präsentierte sich am Nachmittag nach neuen Wirtschaftsdaten aus den USA noch schwächer. Die psychologisch wichtige 24.000-Punkte-Marke rückte damit wieder näher. Er beendete den Haupthandel letztlich 0,63 Prozent niedriger bei 24.076,87 Zählern.
Der TecDAX gab anfänglich ab und stand auch im weiteren Verlauf im Minus. Er verabschiedete sich 0,34 Prozent tiefer aus dem Handel bei 3.538,52 Punkten.
Die Experten der Commerzbank sprachen von einer Konsolidierung, die sich am Vortag nach gutem Start auch in einem schwächeren Handelsschluss an den US-Börsen zeigte.
An diesem Dienstag wurde nicht nur der Jobbericht für November veröffentlicht. Es wurden auch Daten zur Beschäftigung im Oktober nachgeholt, die im Herbst wegen des teilweisen Stillstands der Regierungsbehörden im Zuge des Haushaltsstreits ausgefallen waren. Dabei hat der US-Arbeitsmarktbericht für November eine deutliche Verlangsamung im Stellenwachstum signalisiert, während die Löhne weiterhin anziehen. Nach Angaben des Arbeitsministeriums wurden im vergangenen Monat 64.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Diese Zahl liegt unter den Erwartungen vieler Analysten, die mit einer stärkeren Dynamik gerechnet hatten.
Gleichzeitig verharrt die Arbeitslosenquote auf einem weiterhin niedrigen Niveau von 4,6 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die Beschäftigungslage insgesamt solide bleibt, auch wenn der Einstellungszuwachs an Tempo verliert.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Entwicklung der Löhne: Die durchschnittlichen Stundenlöhne verzeichneten einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent im Monatsvergleich.
Zur kompletten Index-Übersicht hier klicken
Europas Börsen präsentierten sich am Dienstag schwächer.
So startete der EURO STOXX 50 kaum verändert und gab dann im Anschluss moderat nach. Sein Schlussstand: 5.725,11 Punkte (-0,48 Prozent).
Vor allem die Abgaben bei den Tech- und Rüstungswerten belasteten das Sentiment. Die neuen Einkaufsmanager-Indizes aus Deutschland waren zudem derart schwach, dass bereits wieder Zinssenkungsfantasien durch die Europäische Zentralbank (EZB) aufkommen. Dies bremste den Fall der Börsen ab.
Zudem prägte Zurückhaltung das Geschehen wegen wichtiger US-Konjunkturdaten. Die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes zeigte sich im November gemischt. Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics (BLS) nahm die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 64.000 zu. Damit fiel der Stellenaufbau höher aus als von den von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen erwarteten 45.000. Die Arbeitslosenquote belief sich im November auf 4,6 Prozent und lag damit leicht über der Prognose von 4,5 Prozent.
Zur kompletten Index-Übersicht hier klicken
Die US-Börsen zeigten sich im Handel am Dienstag uneinheitlich.
Der Dow Jones beendete den Handelstag mit einem Minus von 0,62 Prozent bei 48.114,26 Punkten.
Der NASDAQ Composite pendelte lange Zeit um die Nulllinie, am Ende stand ein Aufschlag von 0,23 Prozent auf 23.111,46 Punkte.
"Der überraschende Beschäftigungsrückgang im Oktober trifft auf eine solide Entwicklung im November", kommentierte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf die US-Arbeitsmarktzahlen, die vorbörslich veröffentlicht wurden, in einer ersten Einschätzung laut der Deutschen Presse-Agentur. "Mit einem Stellenzuwachs von 64.000 übertraf der Novemberwert sogar die Konsensschätzung."
Allerdings war die Beschäftigung im Oktober um 105.000 zurückgegangen, was die Zinssenkung der US-Notenbank Fed in der Vorwoche im Nachhinein als gerechtfertigt erscheinen lässt. "Zudem bewegt sich die Arbeitslosenquote trotz des jüngsten Anstiegs weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau", so Umlauf weiter. Aufgrund des langen Regierungsstillstands in den USA wurden die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Dienstag verspätet und gebündelt für Oktober und November veröffentlicht. Die Fed hatte ihren Leitzins in der vergangenen Woche trotz der unsicheren Datenlage gesenkt und dies - trotz anhaltend hoher Inflation - mit Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt begründet.
Die wichtigsten Börsen in Fernost wiesen am Dienstag rote Vorzeichen aus.
In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Verlust von 1,56 Prozent bei 49.383,29 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland verlor der Shanghai Composite bis Handelsschluss 1,11 Prozent auf 3.824,81 Zähler.
In Hongkong gab der Hang Seng um 1,54 Prozent auf 25.235,41 Einheiten nach.
Erneut machten Sorgen über das Platzen einer möglichen Technologieblase im KI-Bereich die Runde. Händler sprachen von einer Rotation aus Technologiewerten, aber auch aus Aktien ganz allgemein. Zudem sorgten sich Anleger über die Verfassung des US-Arbeitsmarktes, denn es werden am Nachmittag Daten unter anderem aus dem November in den USA nachgereicht. Wegen des Regierungsstillstandes war der Arbeitsmarktbericht der Regierung für November ausgefallen.
Während sich die Diskussionen in den USA über die Anzahl weiterer Zinssenkungen drehten, befürchteten Anleger in Japan dagegen Zinserhöhungen durch die japanische Notenbank am Freitag - auf alle Fälle aber eine falkenhafte Tonlage. "Die Risikobereitschaft bleibt angesichts eines vollen Terminkalenders für die Woche gedämpft", urteilte IG-Chefmarktanalyst Chris Beauchamp.
Top Themen

News-Ticker
DZ BANK: BASF-Aktie erhält Kaufen
(12:13 Uhr)Analyse: UBS AG vergibt Buy an GEA-Aktie
(10:22 Uhr)Darum fallen die Ölpreise
(16:29 Uhr)Fraport-Aktie von Analystenstudien belastet
(14:44 Uhr)OpenAI veröffentlicht neue ChatGPT-Version
(17:06 Uhr)Darum geben die Ölpreise etwas nach
(16:35 Uhr)