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Silber: Übersehener kleiner Bruder

26.12.18 09:30 Uhr

Silber: Übersehener kleiner Bruder | finanzen.net

Das Weißmetall Silber hat bezüglich der Preisentwicklung gegenüber Gold Nachholbedarf. Mit einem ETC können risikobereite Anleger partizipieren.

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von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

So billig wie Ende November war Silber verglichen mit Gold noch nie. Die Gold-Silber-Ratio betrug 86. Das heißt, für eine Feinunze Gold müssen Anleger 86 Unzen Silber zahlen. Das ist ein historischer Rekordwert. Inzwischen ist das Verhältnis leicht gesunken, steht aber immer noch beim hohen Wert von 85.

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Silber hat 2018 zusammen mit Platin unter allen Edelmetallen die schlechteste Rendite erzielt. Grund dafür sind vor allem der Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie Rezessionsängste. Denn Silber wird zu gut 50 Prozent in der Industrie verwendet. Kühlt sich die Weltwirtschaft ab, verringert sich die Nachfrage nach dem Weißmetall. Das drückt auf den Preis.

Überangebot belastet

Hinzu kommt, dass es derzeit schon ein Überangebot des Metalls gibt. Das Silver Institute erwartet fürs laufende Jahr einen Angebotsüberschuss am globalen Silbermarkt von 35,3 Millionen Unzen. Das ist der höchste Wert seit 2009. Im kommenden Jahr soll das Angebot zwar stagnieren, der Bedarf aber zugleich um ungefähr drei Prozent zurückgehen. Von dieser Seite ist also wenig bis keine Unterstützung für den Preis des Zwitters aus Edel- und Indus­triemetall zu erwarten.

Diese könnte aber von den Investoren kommen. Das niedrige Preisniveau macht Silber in der aktuell unruhigen Börsenphase als Kriseninvestment wieder attraktiv. Es profitiert dabei vom großen Bruder Gold, der das Weißmetall zuletzt mit nach oben gezogen hat. Normalerweise steigt Silber aber stärker als Gold und fällt umgekehrt auch mehr. Dass das gegenwärtig bisher nicht der Fall ist, zeigt die Schwäche von Silber. Sollte sich der vor Kurzem begonnene Aufwärtstrend aber verstetigen, wird Silber wohl gegenüber dem gelben ­Rohstoff wieder wie gewohnt outperformen.

Charttechnik ist positiv

Dafür spricht neben Nachholeffekten auch die bereits erwähnte starke Unterbewertung zu Gold. Zudem setzen ungewöhnlich viele Spekulanten auf fallende Notierungen von Silber. Klettert der Kurs jedoch weiter, werden sie auf dem falschen Fuß erwischt und müssen sich mit dem Rohstoff eindecken.

Überdies spricht die Charttechnik für höhere Preise. An der Unterstützung bei 14 US-Dollar je Feinunze ist Silber zuletzt dreimal nach oben abgeprallt, was für eine Bodenbildung spricht. Wird der Widerstand bei 14,80 Dollar überwunden, ist der Weg bis 15,50 Dollar frei. Mit dem zweifach gehebelten, nicht devisengesicherten 2x-Silber-Daily-Long-ETC (ISIN: DE 000 ETC 020 9) der Commerzbank können risikofreudige Anleger darauf setzen. Der Hebel wirkt jedoch auch umgekehrt, was hohe Verluste bedeuten kann.


Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag

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