02.12.2022 22:40

Experte zuversichtlich: Europa könnte einer Gaskrise noch einmal knapp entgehen

Mildes Wetter: Experte zuversichtlich: Europa könnte einer Gaskrise noch einmal knapp entgehen | Nachricht | finanzen.net
Mildes Wetter
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Dank des milden Wetters und der Sparanstrengungen sind die Gasspeicher in Europa trotz der gedrosselten Lieferungen aus Russland gut gefüllt. Experten gehen daher inzwischen davon aus, dass der Region in diesem Winter keine Gas-Knappheit droht. Auch für den nächsten Winter gibt es nun leicht zuversichtliche Stimmen. Es müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein, damit eine Gaskrise auch im kommenden Jahr ausbleibt.
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• Gedrosselte Gaslieferungen durch Ukraine führen zu Energiesorgen in Europa
• Gaskrise laut Trafigura-CEO in diesem Winter dank milden Temperaturen wohl vermeidbar
• Wird der nächste Winter zum Problem?
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Der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine dauert nun schon gut neun Monate und hat nicht nur das Leben in dem osteuropäischen Staat immens verändert, sondern beeinflusst auch ganz Europa. Denn die Ukraine war und ist ein Transitland für russische Gastransporte nach Europa. Im Jahr vor Kriegsbeginn deckte Russland laut "Reuters" mit seinen Gaslieferungen rund 40 Prozent des Bedarfs in Europa. Seit die Liefermengen im Mai durch Russland von maximal möglichen 109 Millionen Kubikmetern Gas täglich auf rund 40 Millionen Kubikmeter täglich gedrosselt wurden, sind es jedoch nur noch rund zehn Prozent. Der Gaspreis schoss daraufhin im Sommer in ungeahnte Höhen und die Angst vor einer Energiekrise in Europa im Winter griff um sich. Um eine solche möglichst zu verhindern und fehlende Liefermengen zumindest etwas auszugleichen, wurde Flüssiggas (LNG) per Schiff importiert und die Gasspeicher wurden priorisiert gefüllt. Mit Erfolg: Der Füllstand der deutschen Gasspeicher lag am 25. November nach Angaben des europäischen Gasspeicherverbands GIE bei knapp 99 Prozent. Dazu beigetragen hat auch das außergewöhnlich milde Wetter in Nordwest-Europa seit Oktober, wodurch der Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr deutlich sank und auch der Gaspreis wieder deutlich von seinen Rekordständen zurückkam. Experten glauben nun, dass Europa zumindest in diesem Winter keine Gaskrise mehr zu befürchten hat.

Europäische Gaskrise wohl zunächst abgewendet

"Wir haben eine sehr robuste Gasspeicherung in Europa. Wir waren sehr besorgt über die Energiepreise und das hat sich gelegt", sagte etwa Jeremy Weir im November laut "Bloomberg" im Rahmen des Financial Times Commodities Asia Summit in Singapur. Weir ist CEO der Trafigura Group, die wiederum einer der größten Rohstoffhändler weltweit ist. Er glaubt, dass sich die Gasspeicher in Europa in diesem Winter um ungefähr zwei Drittel leeren dürften, sofern sich das Wetter im normalen Rahmen bewegt und weiterhin Gas aus Russland durch die Ukraine nach Europa fließt. Europa könne somit die beginnende Winterperiode überstehen, sagte Weir. Er glaubt sogar, dass genug Puffer übrigbleiben könnte, um auch im kommenden Jahr eine Gas-Knappheit zu vermeiden. "Sollte dies der Fall sein, werden wir im folgenden Winter kein so großes Problem haben, was die eigentliche Sorge war", so Weir. "Die Jury berät sich noch, aber ich denke, ein bedeutendes Problem wurde gemildert", so der Trafigura-CEO laut "Bloomberg".

Tatsächlich denken auch andere Experten, dass man sich in Europa in diesem Winter keine allzu großen Sorgen zu machen brauche. Bereits im Oktober sagte Ben Luckock, der bei Trafigura das Öl-Trading mitverantwortet, beim Energy Intelligence Forum in London, dass Europa in diesem Winter dank Anzeichen für einen Nachfragerückgang und soliden Lagerbeständen wohl eine Gaskatastrohe vermeiden könne. "Europa ist diesen Winter auf eine unvermeidliche Situation zugesteuert ... (aber) es gibt viele Beweise dafür, dass die Menschen das Richtige tun und ihren Energieverbrauch reduzieren", wird Luckock von der Nachrichtenagentur "Reuters" zitiert. "Es ist gut möglich, dass wir in diesem Winter eine Katastrophe vermeiden", so Luckock weiter. Er mache sich allerdings ohnehin mehr Sorgen um den kommenden Winter.

Kommt die Gas-Katastrophe ein Jahr später?

Wie Trafigura-Experte Luckock laut "Reuters" im Oktober erklärte, benötige man riesige Volumen an Gas, um die Speicher angesichts der massiven Lieferkürzungen durch Russland aufzufüllen. Man könne in der kurzen Zeit jedoch keine nennenswerte Infrastruktur aufbauen, um den Gasmangel durch LNG auszugleichen. "Wenn die Situation in Russland so weitergeht wie bisher … sieht es nicht so aus, als würde sich das lösen", so Luckock. Auch Russel Hardy, CEO des Rohstoffhandelshaus Vitol gab bei der Konferenz in London einen ähnlich pessimistischen Ausblick. "Es wird nicht genug Energie geben und es wird nicht genug [Anlagen zur LNG] Wiederverdampfung für Europa geben, um das zu ersetzen, was wir aus Russland verloren haben", so Hardy laut "Reuters".

Bei Trafigura scheint man die Situation den neueren Aussagen von CEO Weir zufolge zwar inzwischen etwas entspannter zu sehen, allerdings weist auch er laut "Bloomberg" darauf hin, dass zum einen das Wetter im normalen Bereich bleiben und zum anderen die Gaslieferungen aus Russland weitergehen müssten, damit eine Gaskrise auch im kommenden Winter abgewendet werden kann. Vor allem der zweite Faktor ist aber höchst unsicher. So hat der russische Energieriese GAZPROM bereits damit gedroht, die Gaslieferungen durch die Ukraine weiter zu drosseln, die Drohung dann jedoch wieder zurückgezogen. Dieses Verhalten zeigt allerdings einmal mehr, dass man sich nicht auf Gaslieferungen aus Russland verlassen sollte. Der Höhepunkt der globalen Energiekrise dürfte laut "Bloomberg" daher wohl tatsächlich erst im nächsten Winter bevorstehen.

Redaktion finanzen.net

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