15.01.2015 15:13

Russland will Ukraine für Gastransit fallenlassen - EU ohne Antwort

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   BRüSSEL (AFP)--Die EU hat noch keine konkrete Antwort auf die Ankündigung aus Russland, mittelfristig kein Gas mehr durch die Ukraine in die EU leiten zu wollen. "Die Europäische Kommission nimmt diese Ankündigung von Gazprom zur Kenntnis", sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Brüssel. Die Behörde werde die Lage nun rechtlich und wirtschaftlich prüfen. Die Kommission fordert Gazprom zur Zusammenarbeit auf, um "alle Möglichkeiten der Versorgung in der Südost-Region zu erkunden", sagte die Sprecherin weiter.

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   Auslöser der Irritationen waren Aussagen von Gazprom-Chef Alexej Miller am Mittwoch in Moskau. "Die Pipeline Turkish Stream ist der einzige Weg, auf dem die 63 Milliarden Kubikmeter russisches Gas, die aktuell durch die Ukraine kommen, geliefert werden", sagte Miller. Europa müsse nun schnell die nötige Infrastruktur bauen, um das Gas aus der Türkei über Griechenland weiterzuleiten. "Sie haben nur einige Jahre dafür", sagte Miller. Sonst werde das Gas an Nicht-EU-Länder verkauft.

   Die EU hatte sich von der Ankündigung zunächst vor den Kopf gestoßen gezeigt. "Ich war sehr überrascht", sagte der zuständige EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic in Moskau. Er war zu Gesprächen mit Gazprom angereist, die sich eigentlich eher um die Gasversorgung in den nächsten Monaten drehen sollten als in den kommenden Jahren. "Das ist natürlich etwas, was nicht einfach verkündet, sondern zwischen Partnern diskutiert werden sollte." Gazprom setze seinen Ruf als verlässlicher Partner aufs Spiel.

   Allerdings kam die Ankündigung nicht völlig überraschend. Schon Ende 2014 hatte Gazprom angekündigt, sein Gas künftig durch die Türkei und nicht mehr durch die Ukraine in die EU zu leiten.

   Die EU deckt rund zwei Drittel ihres Gasverbrauchs aus Importen. Russland ist der größte Importeur und liefert knapp ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases. Davon wiederum fließt rund die Hälfte durch die Ukraine. In den letzten Jahren gab es dabei immer wieder Schwierigkeiten, die auch zu Engpässen führten. Vergangenes Jahr kam der große Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Krim und die Ostukraine hinzu.

   Die EU arbeitet seit längerem daran, mehr Lieferländer und mehr Lieferwege zu bekommen, um die Abhängigkeit von einzelnen Partnern zu verringern. Eins dieser Projekte war die sogenannte South-Stream-Pipeline, mit der Gas aus Russland via Bulgarien in die EU gelangen sollte. Dieses Projekt hat Russland Ende letzten Jahres fallenlassen. Auch South Stream hätte zwar die Ukraine umgangen. Allerdings hätte es hier kein anderes Transitland außerhalb der EU gegeben, wie es laut Millers Ankündigung nun die Türkei werden soll.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/smh

   (END) Dow Jones Newswires

   January 15, 2015 09:08 ET (14:08 GMT)- - 09 08 AM EST 01-15-15

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