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19.03.2015 06:00
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Bonuszertifikate: Ein Stück weit sicherer

Statistische Studie: Bonuszertifikate: Ein Stück weit sicherer | Nachricht | finanzen.net
Statistische Studie
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Die Risiken bei Bonuszertifikaten sind in den vergangenen ­Jahren gesunken. Das zeigt eine Untersuchung von 50.000 Produkten.
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von Gian Hessami, Euro am Sonntag

Für die Freunde von Bonuszertifikaten kommt es vor allem auf eines an: Der Basiswert darf während der Laufzeit auf keinen Fall die Barriere berühren. Sonst erhalten Anleger den Bonusbetrag nicht und erleiden häufig hohe Verluste. Die Barriere ist eine festgelegte Kursmarke, die etwa bei klassischen Teilschutz­papieren unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts liegt. Das Finanz-IT-Unternehmen SmartTra.de hat nun rund 50.000 Bonuszertifikate auf den DAX analysiert und dabei die Wahrscheinlichkeit für einen Barrierebruch - im Fachjargon Barrier-Hit-Risiko genannt - unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis der Studie: Seit der Finanzkrise sind die Risiken um bis zu elf Prozentpunkte zurückgegangen. Die berechneten Barriereberührungs-Wahrscheinlichkeiten waren im Februar 2015 bei vergleichbaren Produkten weit niedriger als im Februar 2010. Soll heißen: Heute genügen bei DAX-Bonuszertifikaten oft kleinere Sicherheitspuffer als noch vor wenigen Jahren, um das gleiche Risiko abzusichern.

Die Verantwortlichen bei Smart­-Tra.de haben für die Studie ihre Rechner mit Unmengen von Daten gefüttert, die sie zum Teil von der Deutschen Börse gekauft haben. Betrachtet wurde in den Jahren 2010 bis 2015 immer der Monat Februar. "Um die Hit-Wahrscheinlichkeit der Bonuspapiere aus den vergangenen Jahren zu berechnen, braucht man Marktparameter wie die implizite Volatilität (erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts), Zinsniveau und sämtliche DAX-Stände aus dem untersuchten Beobachtungszeitraum", erläutert Simon Ullrich, Geschäftsführer von SmartTra.de.

Anleger, deren Risikoappetit beispielsweise nur eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Barrierebruch zulässt, mussten im Februar 2010 bei einer einjährigen Laufzeit des Bonuszertifikats einen Sicherheitspuffer von 20 Prozent wählen. Im Februar 2015 reichte für den gleichen Anspruch schon ein Puffer von 15 Prozent aus.

Volatilität als wichtiger Faktor

"Das Risiko des Barrierebruchs eines Teilschutzzertifikats hängt besonders von der impliziten Volatilität des Basiswerts ab. Diese ergibt sich aus Termingeschäften, die zwischen professionellen Börsenteilnehmern abgeschlossen werden", sagt Ullrich. Das von seiner Firma ermittelte Barrierebruch-Risiko entsteht daher durch Markterwartungen der Handelsprofis.

Im Fünfjahreszeitraum war der größte Rückgang der Hit-Risiken bei Bonus-Reverse-Papieren mit zweieinhalbjähriger Laufzeit und oberen Risikopuffern von 40 Prozent zu beobachten. Hierbei betrug die Abnahme der Barrierebruch-Wahrscheinlichkeit elf Prozentpunkte, sie sank von 37 auf 26 Prozent. Die geringsten Veränderungen ergaben sich bei Bonuszertifikaten mit sechsmonatiger Laufzeit und einem Risikopuffer von mehr als 50 Prozent. Hier lag die Veränderung gerade einmal bei 0,1 Prozentpunkten. "Die Sicherheitspuffer sollten Anleger nicht als statische Größe verstehen. Es kommt letztlich darauf an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für die Berührung der Untergrenze aktuell ist", sagt Ullrich.

Diese Information findet auch die Citigroup wichtig. Die Bank lässt die Gefahren für den Barrierebruch ihrer Bonuszertifikate berechnen und auf ihrer Website veröffentlichen. "Damit erhalten Investoren einen wichtigen Anhaltspunkt, um Anlagerisiken besser abschätzen zu können", betont Christine Romar, Zertifikateprofi bei Citigroup.

Bisher war die UBS der einzige Emittent, der Auskunft über das Barrierebruch-Risiko erteilt. Die Bank berücksichtigt dabei aber die historische Volatilität und nicht die erwartete Schwankungsbreite wie die Citigroup. Letztere Methode reagiert auf Kurssprünge rascher als die träge historische Variante und ist daher ein besserer Indikator, das Risiko eines Produkts zu ermitteln.

Fazit: Es empfiehlt sich, bei der Produktauswahl nicht allein die Größe des Puffers zu betrachten, sondern auch die aktuelle Marktsituation. So kann eine gesunkene implizite Volatilität bedeuten, dass die Barriere nicht mehr so tief angesetzt werden muss wie zuvor. Eine Garantie gegen künftige Verluste ist dies jedoch nicht. Anleger sollten sich nach wie vor auch ihre eigene Marktmeinung zum jeweiligen Basiswert bilden. Wer nach dem fulminanten Kursanstieg des DAX mit einer überdurchschnittlichen Korrektur rechnet, sollte also trotzdem zu hohen Puffern greifen.

Bildquellen: istock/Ulf Gähme, StockThings / Shutterstock.com, Sebastian Duda / Shutterstock.com, Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com

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