finanzen.net
Wettlauf um Corona-Impfstoff: Welche Aktien vorne liegen. Ab heute in BÖRSE ONLINE - jetzt die digitale Ausgabe ordern!-w-
21.02.2020 16:30
Werbemitteilung unseres Partners

Palladium: The Trend is your Friend

Benjamin Feingold-Kolumne: Palladium: The Trend is your Friend | Nachricht | finanzen.net
Benjamin Feingold-Kolumne
Aufgrund des Iran-Konflikts müssten eigentlich Öl und Gold im Mittelpunkt stehen. Palladium stiehlt den beiden Rohstoffen aber die Show: Allein seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als 35 Prozent gestiegen und steht auf Rekord. Gleich mehrere Ursachen sind dafür verantwortlich und beeinflussen auch weiterhin die Entwicklung.
Werbung
Nach der beeindruckenden Rally in 2019 zeigt die Preisdynamik bei Palladium auch in diesem Jahr keine Ermüdungserscheinungen. Ein wesentlicher Grund dafür ist vor allem die angespannte Nachfragesituation. "Aufgrund immer strengerer Umweltstandards in der Automobilindustrie steigt der Bedarf, in den zurückliegenden Jahren legte die Nachfrage um durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr zu", erklärt Funda Sertkaya, Geschäftsführerin beim Edelmetallhändler Ophirum. "Zugleich kletterte das Angebot aber nur um 1,6 Prozent. Die Folge sind schrumpfende Lagerbestände und steigende Preise", ergänzt Sertkaya.

Etwa 80 Prozent der gesamten Nachfrage entfällt auf die Herstellung von Katalysatoren. Da Palladium vor allem bei Benzinern zum Einsatz kommt, wirkt sich auch hier der Dieselskandal aus. Befeuert wird die Rally aber vor allem durch die weltweit immer strengeren Abgasnormen. Mit der Abgasnorm China 6A in diesem Jahr sowie China 6B in 2023 wird sich die Lage weiter verschärfen. Bleiben die Grenzen unverändert, gelten in China in drei Jahren die weltweit striktesten Abgasnormen.

Produktalternativen vergleichen

Das bedeutet, dass die Langfrist-Perspektiven für das Edelmetall unterfüttert sind und Anleger mit dem Kauf einer Palladiumposition an der positiven Kursentwicklung partizipieren können. Allerdings sind die Möglichkeiten begrenzt. Entweder kann der Kauf direkt über einen Edelmetallhändler meist in physischer Form erfolgen oder über ein Wertpapier, etwa ein moderat gehebeltes Turbo-Bull-Papier, mit dem Anleger bei steigenden Palladiumnotierungen überproportional gewinnen: WKN HZ6Z6Y (UniCredit), MC5WY8 (Morgan Stanley) und die WKN GB7VQ0 (Goldman Sachs).

Hohe Palladiumnachfrage

In den zurückliegenden Jahren ist die Palladiumnachfrage in China pro Jahr um durchschnittlich 6,5 Prozent gestiegen. Doch nicht nur in China gelten immer strengere Vorgaben, auch andere wichtige Schwellenländer wie Indien führen höhere Umweltstandards ein. So wird Prognosen zufolge aufgrund der Einführung der Bharat-IV-Abgasnorm im April die Palladiumnachfrage in Indien in 2020 um mehr als zehn Prozent steigen. Dies könnte zur Folge haben, dass das weltweite Nachfragewachstum künftig schneller zunehmen wird als in der jüngeren Vergangenheit.

Normalerweise würden diese Perspektiven zu einer deutlichen

Angebotsausweitung führen. Bei Palladium ist die Ausgangslage anders, weil die Produktion auf Änderungen nicht flexibel reagieren kann. Meist fällt das Edelmetall als Nebenprodukt der Nickel- und Platinerzeugung an. Zudem entfällt rund 40 Prozent der weltweiten Minenproduktion auf Südafrika. Hier kommt es immer wieder zu Stromausfällen und anderen technischen Problemen, die sich direkt auf die Produktion auswirken. Analysten rechnen erst im kommenden Jahr mit nennenswerten Angebotsanpassungen, bevor ab 2023 noch strengere Abgasnormen greifen, die zu einer höheren Katalysatorbeladung und somit steigenden Nachfrage führen wird.

Einen Risikofaktor sieht Heraeus Precious Metals, der weltweit größte Edelmetallverarbeiter, allerdings in der starken Abhängigkeit von der Automobilindustrie, auch wenn sie überwiegend positiv für das Edelmetall gestimmt sind. "Auch ein schwächelnder Handel zwischen den Wirtschaftsgiganten USA und China könnte die Preisentwicklung grundlegend verändern. Die Bandbreite liegt zwischen 1800 bis 2800 Dollar für die Feinunze Palladium", prognostiziert Heraeus weiter. Mit anderen Worten: Nur ein Einbruch der Pkw-Nachfrage dürfte die Angebots-Nachfragerelation kurzfristig entspannen und den Palladiumpreis belasten.

Benjamin Feingold ist seit mehr als 20 Jahren Börsianer und langjähriger Redakteur bei Börse Online sowie bei der Financial Times Deutschland gewesen. Zusammen mit Daniel Saurenz gründete er 2013 das Investmentportal Feingold Research, das täglich Analysen und Investmentideen zur Börsenentwicklung veröffentlicht.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Werbung

Heute im Fokus

Dow tiefrot -- DAX mit kräftigen Verlusten -- T-Mobile schließt Fusion mit Sprint ab -- Axel Springer: Börsenaus steht fest -- Continental nimmt Ausblick zurück -- BYD, adidas, Munich Re im Fokus

Talfahrt der europäischen Industrie verschärft sich. E.ON platziert in Corona-Krise grüne Anleihen für 750 Millionen. Coronavirus-Krise lässt deutsche Industrie im März einbrechen. FMC kooperiert mit US-Dialyseanbietern. Lufthansa-Konzern meldet Kurzarbeit für 87.000 Beschäftigte an.
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Corona-Crash und Chaostage an den Börsen. Wie handeln Sie in unsicheren Zeiten?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Microsoft Corp.870747
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Lufthansa AG823212
Shell (Royal Dutch Shell) (A)A0D94M
Airbus SE (ex EADS)938914
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Amazon906866
TeslaA1CX3T
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
Apple Inc.865985
Allianz840400
NEL ASAA0B733
BayerBAY001