31.01.2019 13:01

US-Notenbank Fed hält Leitzins stabil

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Die US-Notenbank Fed hat - wie im Vorfeld erwartet wurde - am Mittwochabend nicht an der Zinsschraube gedreht.
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Die US-Notenbank Fed scheint vor einem geldpolitischen Kurswechsel zu stehen. Nach ihrer zweitägigen Zinssitzung signalisierte sie am Mittwoch eine wesentlich vorsichtigere Haltung als noch auf ihrer vorherigen Sitzung im Dezember. So sprach die Fed weder von weiteren Zinsanhebungen, noch war die Rede von einem ausgewogenen Wachstumsausblick für die weltgrößte Volkswirtschaft USA. Vielmehr zeichnet sich laut Ökonomen eine Pause im Zinserhöhungszyklus ab, vielleicht sogar dessen Ende.

Die Fed beließ ihren Leitzins in der aktuellen Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Das war keine Überraschung und wurde Fachleuten zufolge nahezu einhellig erwartet. Überraschend ist dagegen die Deutlichkeit, mit der die Fed ihre Entscheidungen untermauert. In ihrer Erklärung zum Zinsentscheid ist zum einen die Rede von einer "geduldigen" Vorgehensweise bei künftigen "Anpassungen" der Leitzinsen. Darüber hinaus bringt die Fed eine "Anpassung" ihrer Bilanzsumme ins Spiel - ein Hinweis auf die billionenschweren Rettungsmaßnahmen, die sie in Reaktion auf die weltweite Finanzkrise ergriffen hatte.

Die Federal Reserve begründete ihre vorsichtigere Haltung zum einen mit der verhaltenen Inflationsentwicklung in den USA, zum anderen mit globalen Entwicklungen in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell sagte vor der Presse, das wirtschaftliche Gesamtbild sei widersprüchlich. Er verwies auf das schwächere Wachstum in Europa und China. In den USA sei das Wachstum dagegen zwar grundsätzlich intakt. Einige Frühindikatoren seien aber zuletzt schwächer ausgefallen.

Die derzeitige geldpolitische Ausrichtung der Fed bezeichnete der Fed-Vorsitzende als "angemessen". Die Argumente für weitere Zinserhöhungen seien schwächer geworden. Die Wirtschaft könne am besten unterstützt werden, indem die Notenbank "geduldig" vorgehe. Powell sagte auch, das aktuelle Leitzinsniveau habe einen "neutralen" Bereich erreicht. Damit bezeichnen Ökonomen ein Zinsniveau, mit dem die Konjunktur weder angeschoben noch gebremst wird.

Gefragt danach, wie lange die angekündigte Phase eines "geduldigen" Vorgehens dauern könnte, sagte Powell, dies hänge von der konjunkturellen Entwicklung ab. Für das laufende Jahr sei zwar ein solides, aber auch langsameres Wachstum als 2018 zu erwarten. Fachleute hatten mit einer vorsichtigeren Herangehensweise der Fed gerechnet, da Powell sich bereits Anfang des Jahres entsprechend geäußert hatte. Hintergrund ist, dass sich das globale Wachstum abgeschwächt hat, die Finanzmärkte wesentlich schwankungsanfälliger geworden sind und zahlreiche politische Risiken wie der US-chinesische Handelsstreit fortbestehen.

"Die Fed wird deutlich vorsichtiger", kommentierte Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners. Sie entferne sich deutlich von weiteren Zinsschritten. "Möglicherweise befinden wir uns nicht in einer Zinserhöhungs-Pause, sondern schon am Ende des aktuellen Erhöhungs-Zyklus. Das ist ein Kurswechsel der Fed."

Neben dem Zinsentscheid veröffentlichte die Fed eine gesonderte Erklärung zu ihrer Bilanz. Diese ist immer noch ungewöhnlich groß - eine Folge der erheblichen Wertpapierkäufe, die die Fed nach der Finanzkrise 2008 zur Stützung der Wirtschaft getätigt hat. Die Federal Reserve teilte mit, ihre Geldpolitik weiter in einem Umfeld mit hoher Liquidität durchzuführen. Eine aktive Steuerung der Marktliquidität sei nicht erforderlich.

Dies sind klare Hinweise darauf, dass die Fed nicht beabsichtigt, zu ihrer Geldpolitik vor der Finanzkrise zurückzukehren. Seinerzeit wurde das Zinsniveau durch klassische Offenmarktpolitik mit kleineren Wertpapierkäufen gesteuert. Powell bestätigte dies indirekt, indem er sagte, die gegenwärtige Leitzinsspanne solle ohne absehbares Ende fortgeführt werden. Die aktuelle Geldpolitik der Fed mit einer Ober- und Untergrenze des Leitzinses ist eine direkte Folge der Fed-Krisenpolitik und steht im Gegensatz zu ihrer Geldpolitik vor der Finanzkrise.

An den Finanzmärkten sorgten die Aussagen für spürbare Bewegungen. So sprang der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) über die Marke von 25 000 Punkten und gewann zum Handelsschluss 1,77 Prozent. Der Eurokurs legte ebenfalls zu und lag bei 1,1480 US-Dollar. Die Kurse zehnjähriger US-Staatsanleihen legten merklich zu.

/bgf/jsl/he

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: fstockphoto / Shutterstock.com, spirit of america / Shutterstock.com
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