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28.04.2016 12:31

Japanische Notenbank hält an Geldpolitik unverändert fest

Lockerung bleibt aus: Japanische Notenbank hält an Geldpolitik unverändert fest | Nachricht | finanzen.net
Lockerung bleibt aus
Folgen
Japans Zentralbank öffnet die Geldschleusen trotz Sorgen vor einem Rückfall in die Deflation vorerst nicht noch weiter.
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Zugleich verschob die Bank von Japan (BoJ) ihr Inflationsziel von zwei Prozent abermals nach hinten und senkte überdies ihre Wachstumserwartungen für die Wirtschaft, wie die Notenbank am Donnerstag nach Abschluss zweitägiger Beratungen bekanntgab. Die Tatenlosigkeit der BoJ sorgte an den Märkten für Enttäuschung: An der Börse stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 3,61 Prozent auf den Stand von 16 666,05 Punkten. Zudem wertete der Yen zum Dollar stark auf, was schädlich für Japans Exportwirtschaft ist.

Die schwachen Vorgaben der Tokioter Börse haben auch den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Der DAX stand am Mittag nahe seinem Tagestief mit 1,18 Prozent im Minus bei 10 178,35 Punkten.

Die Bank von Japan versucht verzweifelt, die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen dauerhaft zu überwinden und den Wachstumsmotor anzukurbeln. Anfangs hatte die massive Geldflut als zentraler Pfeiler der Abenomics genannten Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe tatsächlich eine Erholung bewirkt, da der Yen im Zuge der Geldpolitik drastisch abwertete. Doch dies wird nun schwieriger, da auch andere Notenbanken wie die EZB abwerten. Hinzu kommt, dass der Yen angesichts der Sorgen um China und der Weltwirtschaft als sicherer Hafen gilt und zuletzt wieder aufwertete.

NEGATIVZINSEN

Im Januar führte die BoJ wie zuvor die Europäische Zentralbank (EZB) Negativzinsen ein, um Geschäftsbanken davon abzuhalten, Geld bei der Notenbank zu parken, anstatt sie als Kredite für Investitionen zu vergeben. Doch eine Erholung der Kreditvergabe ist bislang nicht zu sehen. Man benötige mehr Zeit, die Auswirkungen der Negativzinspolitik einzuschätzen, sagte BoJ-Chef Haruhiko Kuroda.

Derweil schnallen die verunsicherten Verbraucher in Japan den Gürtel enger. Die durchschnittlichen Ausgaben der Privathaushalte, die zu 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beitragen, verringerten sich im März um 5,3 Prozent zum Vormonat. Zugleich sanken die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung frischer Lebensmittel erstmals seit fünf Monaten wieder, und zwar um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Regierung weiter mitteilte. Dies liegt vor allem an dem starken Rückgang der Energiepreise.

RÜCKFALL IN DEFLATION?

Die Daten schüren die Sorgen vor einem erneuten Rückfall in die Deflation. Verbraucher und Unternehmen könnten in Erwartung weiter sinkender Preise Käufe und Investitionen immer mehr verschieben. Dann könnte der gesamten Wirtschaft eine Abwärtsspirale drohen. Die Zentralbank sah sich am Donnerstag gezwungen, ihr Ziel einer Teuerungsrate von zwei Prozent abermals zu verschieben; hatte sie dies zuletzt für die erste Hälfte des Haushaltsjahres 2017/2018 angepeilt, das am 1. April beginnt, so heißt es jetzt, man wolle dieses Ziel "irgendwann" in dem Haushaltsjahr erreichen.

Zwar habe sich der Trend einer moderaten Erholung der Wirtschaft trotz schleppender Exporte angesichts der Flaute in China fortgesetzt. Trotzdem senkte die BoJ ihre Wachstumsprognose für das laufende Fiskaljahr von 1,5 auf jetzt noch 1,2 Prozent. Im kommenden Geschäftsjahr dürfte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt dann nur noch um 0,1 Prozent statt 0,3 Prozent zulegen, erklärte die BoJ.

WEITERE REFORMEN GEFORDERT

Die Daten verdeutlichen nach Ansicht von Ökonomen, dass die Geldpolitik allein kein dauerhaftes Wachstum generieren kann. Japans Unternehmen sehen keinen Grund, stärker zu investieren und der Forderung der Regierung nach Anhebung der Löhne groß nachzukommen.

Nötig sind nach Ansicht von Ökonomen weitere Reformen, um die Produktivität angesichts der rapide alternden Bevölkerung zu erhöhen. Doch daran mangelt es. Vor der Wahl zum Oberhaus des nationalen Parlaments im Sommer wird mit Reformen ohnehin nicht gerechnet. Stattdessen denkt die Regierung über weitere, schuldenfinanzierte Konjunkturspritzen nach- was ihr dank des massenhaften Ankaufs von Staatsanleihen durch die Zentralbank des Landes erleichtert wird.

/ln/DP/tos/stk

TOKIO (dpa-AFX)

Bildquellen: Lisa S. / Shutterstock.com, Antony McAulay / Shutterstock.com
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