"Hefei-Modell"

Nach BYD & NIO steht auch VW in den Startlöchern: Hefei in China will globaler Elektroauto-Hub werden

26.02.24 22:17 Uhr

VW schließt sich den Tesla-Konkurrenten BYD & NIO an: Unbekannte chinesische Stadt strebt an, weltweiter Elektroauto-Hub zu werden | finanzen.net

Zukunftsbranchen wie erneuerbare Energien und E-Mobilität, kombiniert mit einer hochmodernen Produktion - das "Hefei-Modell" gilt als Vorbild Chinas. Die chinesische Stadt lebt einen einzigartigen Ansatz zur Förderung neuer Industrien. BYD und NIO nutzen die Vorteile dort bereits. Der Konkurrenzkampf, insbesondere auch unter E-Autoherstellern, wird jedoch zunehmend härter. So streben nun auch deutsche Autobauer wie Volkswagen danach, in die Provinz Anhui vorzudringen.

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• "Hefei-Modell" gilt als Vorbild in China
• Zukunftsbranchen, hochmoderne Fertigung, Milliardenförderungen locken
• Nach BYD und NIO sieht auch VW Vorteile in Hefei

Die chinesische Stadt Hefei hat bereits die E-Autohersteller NIO und BYD angelockt, mittlerweile haben auch deutsche Unternehmen wie Volkswagen Hefei ins Visier genommen.

Das "Hefei-Modell"

Hefei - die Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui - war lange landwirtschaftlich geprägt und galt als wirtschaftlich rückständig. Das hat sich in den vergangenen Jahren jedoch komplett geändert. Heute gilt Hefei als "florierender Cluster modernster Wissenschaft und Technologie sowie dynamischer technologieintensiver Industrien", wie die chinesische Tageszeitung China Daily schreibt. Im Rahmen dieses Wandels habe China im letzten Jahrzehnt zahlreiche Reformen vorangetrieben, um die Wirtschaft innovationsorienierter zu gestalten sowie eine höhere Entwicklungsqualität zu gewährleisten, so die Tageszeitung weiter.

Bekannt geworden ist Hefei besonders durch das "Hefei-Modell" - ein einzigartiger Ansatz zur Förderung neuer Industrien. Dabei werden staatliches Kapital und private Unternehmen effektiv kombiniert, erklärt China Daily. "Das ‘Hefei-Modell’ ist ein Weg zu einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung für unterentwickelte Städte. Es ist das Ergebnis jahrelanger Untersuchungen der lokalen Regierung, die ein angemessenes Gleichgewicht zwischen der Regierung und dem Markt gefunden hat", zitiert China Daily Liu Zhiying, Professor an der School of Management der University of Science and Technology of China (USTC). Hefei lockt Unternehmen außerdem mit Förderungen in Milliardenhöhe.

Die Wirtschaftsleistung von Hefei konnte dadurch in den vergangenen zehn Jahren um fast 150 Prozent gesteigert werden, ein Drittel mehr als im Landesdurchschnitt, heißt es beim Handelsblatt. Wie China Daily weiter hervorhebt, zählt die rund 10-Millionen-Einwohner-Stadt damit zu den am schnellsten wachsenden Städten des Landes.

Während in Hefei bereits LCD-Bildschirme für die ganze Welt produziert werden und sich zudem zahlreiche Halbleiterproduzenten angesiedelt haben, soll die Stadt nun auch noch zu Chinas Zentrum für intelligente E-Mobilität werden, betont das Handelsblatt. Mit der Eliteuniversität University of Science and Technology of China (USTC) würden zahlreiche kluge Köpfe herangezogen werden.

NIO und BYD bereits in Hefei vertreten

Die Investmentstrategie der Lokalregierung in Hefei ist sehr besonders: Sie investiert - ähnlich wie ein Wagniskapitalgeber - gezielt in vielversprechende Unternehmen, um sie in Hefei zu halten oder dort anzusiedeln, erklärt das Handelsblatt.

Das wohl bekannteste Investment ist Tesla-Konkurrent NIO, ein E-Auto-Startup aus Shanghai. Als das noch junge Unternehmen 2020 kurz vor der Pleite stand, erhielt es staatliche Kapitalinvestitionen in Millionen- oder gar Milliardenhöhe, und konnte so gerettet werden. NIO verlagerte daraufhin Teile seiner Produktion nach Hefei, im Oktober 2023 eröffnete das Elektroauto-Unternehmen offiziell ein neues Werk dort. Vor allem die gut entwickelte Lieferkette biete einen enormen Vorteil, wie das Handelsblatt John Jiang, Fabrikleiter von NIO, wiedergibt. Weiterhin hob er auch die Kooperation mit der Universität hervor.

Nachdem klar wurde, dass die Rettungsaktion Früchte trug, verkaufte die lokale Regierung einen Teil ihrer Anteile wieder und investierte in einen neuen Industriepark für die Herstellung intelligenter Elektrofahrzeuge, um eine nachhaltige Entwicklung der Branche zu sichern, berichtet China Daily. "Hefei ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Integration eines effizienten Marktes mit einer gut funktionierenden Regierung. Die lokale Regierung ist ausgestiegen, selbst als unsere Aktienkurse weiter stiegen, weil ihr Zweck darin bestand, eine ganze Branche zu unterstützen und nicht mehr Gewinne zu erzielen. Die Regierung hält immer noch Anteile, aber unser Betrieb ist unabhängig, ohne jegliche Einmischung der Behörden", zitiert China Daily NIO.

Auch der Elektroautogigant BYD produziert in der Provinz.

VW & Co. nehmen Hefei ins Visier

Aufgrund des immer härter werdenden Konkurrenzkampfes streben auch deutsche Unternehmen wie etwa Volkswagen in die Provinz. Die Wolfsburger haben in den vergangenen Jahren immer wieder Milliardensummen in Hefei investiert, um ihren Rückstand im Rennen mit NIO, BYD & Co. aufzuholen. Wie kürzlich bekannt wurde, investiert VW auch jetzt wieder rund eine Milliarde Euro in Hefei in den Bau des größten Forschungs- und Entwicklungszentrums des Konzerns außerhalb Deutschlands: "Wir wollen die innovative Kraft Chinas nutzen", wird VW-Chinachef Ralf Brandstätter auf der Website des Konzerns wiedergegeben. Dabei "schöpfen wir alle Möglichkeiten des Tech-Hubs in Hefei aus". Auch VW kooperiert darüber hinaus mit der Eliteuni USTC, um Fachkräfte heranzuziehen.

Der deutsche Autobauer wolle so "sehr schnell zum neuesten Stand aufholen", wie Brandstätter weiter erklärte. "Wir streben nach einer autonomen, kontrollierbaren Wertschöpfungskette", um nicht mehr abhängig vom Import und Export zu sein. VW entwickelt in China daher eine eigene Elektroauto-Plattform: "Mit der Entwicklung einer lokalen Elektro-Plattform für das Einstiegssegment, abgeleitet von dem modularen E-Antriebsbaukasten des Konzerns (MEB), sollen weitere Marktsegmente in China erschlossen werden", heißt es auf der Website von VW. "Mit unserer ‚in China, für China‘ Strategie integrieren wir uns ganz in das industrielle Ökosystem Chinas. So können wir unsere Produkte noch schneller auf die Wünsche der chinesischen Kunden ausrichten. In einem dynamischen Marktumfeld ist ein hohes Entwicklungstempo entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Volkswagen China Technology Company in Hefei ist dafür die zentrale Schnittstelle zu all unseren Joint Venture Gesellschaften und zu unseren chinesischen Partnern. Damit können wir alle Entscheidungen zu den Produkten, die für China bestimmt sind, auch direkt in China treffen. Dort, wo sie auf den Markt kommen. Das stärkt die Effizienz, erhöht die Entwicklungsgeschwindigkeit und optimiert unsere Kostenstruktur", heißt es von Brandstätter weiter. Die Fahrzeuge auf Basis der neuen Plattform sollen ab 2026 auf den Markt kommen. Wie die Tagesschau berichtet, sollen sie zwischen 140.000 und 170.000 Yuan kosten. "Ziel ist es, durch effiziente Entwicklungsprozesse und den Einsatz modernster Technologien die Zeit bis zur Marktreife von Fahrzeugen und Komponenten um 30 Prozent zu verkürzen", heißt es auf der Website von VW dazu weiter. "Es gibt für uns kein Argument, warum wir mittelfristig nicht auf der gleichen Kostenbasis in China Fahrzeuge entwickeln und herstellen können wie unsere chinesischen Wettbewerber", zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) VW-Chef Oliver Blume.

VW ist allerdings nicht das einzige deutsche Unternehmen, das Hefei ins Visier genommen hat - auch der Autozulieferer Continental hat bereits ein Werk sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in der chinesischen Stadt errichtet.

Redaktion finanzen.net

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