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07.10.2014 16:00
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Ebay: Mach nie die Rechnung ohne Carl!

Bye, bye Paypal: Ebay: Mach nie die Rechnung ohne Carl! | Nachricht | finanzen.net
Bye, bye Paypal
Starinvestor Carl Icahn setzt die Abspaltung der Bezahltochter Paypal durch. Das bringt der Aktie des Web-Auktionators viel Fantasie. Eine Kalkulation.
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von Stephan Bauer, Euro am Sonntag

Am Ende saß Carl Icahn am längeren Hebel. Der überaus aktive Investor, der dafür bekannt ist, sich regelmäßig in die Geschäfte seiner Beteiligungen einzumischen, hat sich gegen Ebay-Chef John Donahoe durchgesetzt: Ebay wird die Bezahltochter Paypal 2015 abspalten. Schon Anfang des Jahres hatte Großaktionär Icahn auf eine Trennung gedrängt. Doch noch im Februar sagte Donahoe vor Fernsehkameras, Paypal bleibe Kernstück von Ebay.

Jetzt also die 180-Grad-Wende. "Wir sind zu einer Entscheidung gekommen, die die gleiche war wie die von Carl", wand sich der 54-Jährige nach dem Strategieschwenk. Dass Donahoe bislang dagegen war, liegt vor allem daran, dass Paypal seit Jahren Ebays stärkster Wachstums­treiber ist. Von Anfang 2011 bis Ende 2013 etwa hat der Konzern insgesamt den Umsatz um rund 75 Prozent auf 16 Milliarden Dollar gesteigert. Das macht gute 20 Prozent Zuwachs pro Jahr. Paypal aber ist beinahe doppelt so schnell gewachsen.

Der Kern der Idee Icahns: Selbstständig sei die Bezahltochter wesentlich flexibler als innerhalb des bisherigen Verbunds. Und sie könne sich besser auf neue Herausforderungen einstellen. Die Basis des Bezahldiensts sind über 150 Millionen aktive Inhaber von Paypal-Konten weltweit. Noch immer nutzt die überwiegende Mehrheit der Paypal-Kunden den Dienst vor allem am heimischen PC.

Der Markt der Zukunft aber liegt im mobilen Internet, also beim Bezahlen mit dem Smartphone oder Tablet-Computer. Laut US-Marktforscher eMarketer etwa soll das Volumen der mobil gezahlten Einkäufe allein in den USA von 3,5 Milliarden Dollar im laufenden Jahr auf 118 Milliarden Dollar im Jahr 2018 emporschnellen. Das mag übertrieben sein. Doch dass der mobile Markt schnell wachsen wird, gilt als sicher - spätestens seit der Hightechkonzern Apple unlängst seinen Bezahldienst Apple Pay eingeführt hat.

Paypal ist solo wendiger
Icahns Idee: Paypal soll den Wandel und die absehbare Konsolidierung im Bezahlmarkt aktiv angehen - und entweder selbst ein Unter­nehmen kaufen oder Teil einer Fusion werden. Auch hier war Donahoe zunächst anderer Meinung. "Die Abspaltung bedeutet nicht den Verkauf eines Unternehmensteils", sagte der Ebay-Chef, der einen Börsengang im kommenden Jahr bevorzugt.

Womöglich setzt sich Icahn hier abermals durch. Ein Verkauf jedenfalls gilt an der Wall Street als realistische Option, schließlich gibt es finanzkräftige potenzielle Interessenten - wie den Internetkonzern Google. Der Gegenspieler von Apple ist bislang mit seinem Bezahlsystem Wallet recht erfolglos geblieben. Mit der starken Marke Paypal könnten die Kalifornier eine Macht im Online-Bezahlmarkt werden. Beobachter schätzen den Marktwert von Paypal nach einem Börsengang auf etwa 50 Milliarden Dollar. In etwa so viel müsste wohl auch ein potenzieller Käufer auf den Tisch legen.

Die große Frage für Aktionäre lautet: Wie viel ist der Rest von Ebay, die Auktionsplattform, wert? Gegenwärtig wird Ebay von Börsianern mit rund 90 Milliarden Dollar angesetzt, blieben abzüglich geschätzter 50 Milliarden für Paypal etwa 40 Milliarden. Ist das viel? Wenn man den Rest etwa mit dem Onlinehändler Amazon vergleicht, schon. Mit dem Umsatzvielfachen von Amazon wäre Rest-Ebay etwa 20 Milliarden Dollar wert. Doch Ebay ist wesentlich profitabler. Die Auktionsplattform hat dank geringer Fixkosten ein Geschäftsmodell, das eher dem von Alibaba gleicht. Der chinesische Internetkonzern aber wird bei rund neun Milliarden Dollar Umsatz 2013 - das ist ziemlich exakt das Geschäftsvolumen von Rest-Ebay - mit über 200 Milliarden Dollar bewertet.

Auch unter Berücksichtigung der höheren Margen und des stärkeren Wachstums der Chinesen bliebe für Ebay ohne Paypal, von 40 Milliarden Dollar ausgehend, noch Luft nach oben. Carl Icahn mag mit seinen 78 Jahren schon betagt sein, doch verrechnet hat er sich bislang selten.

Bildquellen: George W. Bailey / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

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