03.02.2021 21:40

Zulassung von BioNTech-Impfstoff in China geplant - chinesische Medien wettern dagegen

Corona-Impfstoffe in China: Zulassung von BioNTech-Impfstoff in China geplant  - chinesische Medien wettern dagegen | Nachricht | finanzen.net
Corona-Impfstoffe in China
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BioNTech plant, seinen Impfstoff gegen das Coronavirus mittels einer Kooperation mit dem chinesischen Fosun Pharma auch in die Volksrepublik zu bringen. Einige chinesische Medien machen allerdings Stimmung gegen das Vakzin aus Deutschland - und werfen westlichen Medien eine Schmierkampagne vor.
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• BioNTech-Impfstoff soll nach EU-Einführung auch in China starten
• Chinesische Staatszeitung wirft westlichen Medien einseitige Berichterstattung vor
• Wirksamkeit von chinesischem Sinovac-Vakzin unklar

Impfkampagne von Lieferengpässen geprägt

Mit der Corona-Pandemie wurde schnell die Entwicklung von zahlreichen Medikamenten und Impfstoffen gegen das Virus aufgenommen. Während der Pharmakonzern Merck & Co im Januar nun bekanntgab, sein Vakzinprojekt einzustellen, konnten andere Firmen mit ihrer Forschungsarbeit überzeugen. Seit Ende Dezember wird der Corona-Impfstoff vom deutschen Biotechunternehmen BioNTech, das in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmariesen Pfizer entwickelt wurde, in der EU angewendet. Nach einem holprigen Start sind in Deutschland nun bundesweit zahlreiche Impfzentren eingerichtet. Mittlerweile wird außerdem das Pendant des US-Mitbewerbers Moderna verimpft. Neuigkeiten um Lieferverzögerungen bringen die breit angelegte Impfkampagne allerdings ins Straucheln.

Kooperation soll BioNTech-Impfstoff auch nach China bringen

In Studien wies das BioNTech-Vakzin eine hohe Wirksamkeit gegen die Viruserkrankung auf, weswegen die Volksrepublik derzeit die Einführung des Impfstoffs vorbereitet, wie das Nachrichtenportal Fortune berichtet. So ging BioNTech erst kürzlich eine Partnerschaft mit dem chinesischen Pharmaunternehmen Fosun Pharma ein, das das Mittel auf dem chinesischen Festland, in Hongkong, Taiwan und Macau verteilen soll. Alleine für Festlandchina bestellte das Unternehmen 100 Millionen Dosen, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom vergangenen Dezember hervorgeht. In Hongkong sprach ein Regierungsgremium laut Bloomberg Mitte Januar außerdem eine Empfehlung für den Impfschutz aus. Damit könnte der Impfstoff in der Sonderverwaltungszone bereits in diesem Monat verteilt werden. Fosuns Chief Medical Officer Dr. Aimin Hui erklärte dem Portal gegenüber kürzlich, dass man eng mit den chinesischen Aufsichtsbehörden zusammenarbeite, damit das Vakzin in China bald eine Zulassung erhalte. Ernsthafte Sicherheitsbedenken räumte der Konzern aus und bezog sich auf zufriedenstellende Studienergebnisse. Sobald das Mittel in China zugelassen wird, soll der Impfstoff schnellstmöglich vermarktet werden.

Schmierkampagne gegen chinesische Hersteller

Dennoch riefen chinesische Staatsmedien in den letzten Wochen immer wieder zu Skepsis auf, was die Sicherheit des Mittels angeht, wie das Portal weiter aufzeigt. Bereits am 15. Januar warf die Global Times, eine staatlich unterstützte nationalistische Boulevardzeitung, westlichen Medien einseitige Berichterstattung vor. Mit Propagandamaßnahmen werde der BioNTech/Pfizer-Impfstoff beworben, während gleichzeitig eine Schmierkampagne gegen die Hersteller chinesischer Impfstoffe gefahren werde. "Diese groß angelegte Förderung des Impfstoffs von Pfizer ist ein kontinuierlicher Prozess von Tests am Menschen in großem Umfang", so das Blatt in Bezug auf die mRNA-Technologie, auf Basis derer das Vakzin entwickelt wurde. Impfgegner unterstellen dem Impfstoff häufig Unsicherheit, weil es sich dabei um das erste mRNA-Vakzin handelt, das von US-Behörden abgesegnet wurde. Das US-amerikanische Gesundheitsministerium räumte die Vorwürfe vermehrt aus. "Wie alle Impfstoffe wurden auch die COVID-19 mRNA-Impfstoffe streng auf ihre Sicherheit getestet, bevor sie für den Gebrauch in den Vereinigten Staaten zugelassen wurden", so die Behörde auf ihrer Internetpräsenz. "Die mRNA-Technologie ist neu, aber nicht unbekannt." So werden mRNA-Impfstoffe bereits seit mehr als einem Jahrzehnt untersucht.

Norwegische Gesundheitsbehörde weist Impfstoff-Vorwürfe zurück

Auch Chinas größte Zeitung People’s Daily, die sich im Besitz der Kommunistischen Partei befindet, kritisierte, dass englischsprachige Medien chinesische Impfstoffe verunglimpfen, während Impfstoffe westlicher Hersteller wie Pfizer in den Himmel gelobt werden. "Die englischsprachigen Mainstream-Medien erwähnten wenig über den Tod von 23 älteren norwegischen Menschen, nachdem sie mit Pfizer-Impfstoffen geimpft worden waren, als ob diese Medien bereits einen Konsens erreicht hätten, den Vorfall herunterzuspielen", zitiert Fortune einen Bericht der Zeitung vom 18. Januar 2021. Damit bezog sich die Staatszeitung auf einige Todesfälle in Norwegen, zu denen es nach einer Injektion mit dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer gekommen sein soll. Norwegische Gesundheitsbehörden erklärten, dass es sich dabei um Patienten handelte, die über 75 Jahre alt waren und unter schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen litten. Einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung des Impfstoffes und den anschließend eingetretenen Todesfällen habe man nicht feststellen können.

Internationales Rennen um Corona-Impfstoff

Den möglichen Grund für die schlechte Presse für westliche Impfstoffe sieht Fortune darin, dass China das Rennen um ein Vakzin oft in den internationalen Vergleich rücke. So störten sich chinesische Medien oftmals an Kritik gegenüber dem chinesischen Mitbewerber Sinovac, der aufgrund der mangelnden Transparenz seiner Forschungsergebnisse getadelt wurde und dessen Mittel Experten eine möglicherweise niedrigere Wirkkraft unterstellen. In einer in Brasilien durchgeführten Studie kam Sinovac vor kurzem zu einer Wirksamkeitsrate von 50,4 Prozent, wie das Portal berichtet. Nur eine Woche zuvor sprachen brasilianische Behörden noch von einer 78-prozentigen Effektivität. Ohne die Vorlage von Nachweisen gaben türkische und indonesische Behörden außerdem an, dass Sinovacs Impfstoff zu 91 respektive 65 Prozent wirksam sei.

Größeres Vertrauen in ausländische Impfstoffe?

"Die chinesische Öffentlichkeit hat ein gutes Erinnerungsvermögen, wenn es um Fragen der Gesundheit und Sicherheit geht", erklärt Nicholas Thomas von der Universität Hongkong. "Es macht keinen Sinn, dass China einen der Impfstoffe angreift." Aufgrund einer Reihe von Impfstoffskandalen in China hält Thomas es für möglich, dass die chinesische Bevölkerung dem BioNTech-Mittel sogar mehr Vertrauen schenken könnte als den im eigenen Land entwickelten Schutzimpfungen von Sinovac und Sinopharm. Dafür spreche, dass die ausländischen Hersteller Studienergebnisse zu ihren Impfstoffen öffentlich machten. "Die chinesischen Firmen haben ihre Daten der dritten Phase noch nicht veröffentlicht", gibt Thomas zu bedenken. "Solange das nicht geschieht, gibt es keine Möglichkeit zu wissen, ob ihre Impfstoffe wirksam sind, in welchem Ausmaß sie wirksam sind und was - wenn überhaupt - die Nebenwirkungen sind."

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Henrik Dolle/AdobeStock, Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

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