Merck & Co. zieht bei Übernahmegesprächen die Reißleine - Revolution-Aktie vor Kurseinbruch?

Noch vor wenigen Wochen hatte eine potenzielle Milliardenübernahme von Merck Anleger elektrisiert. Zum Wochenstart kehrt allerdings Ernüchterung ein.
Werte in diesem Artikel
• Merck & Co. beendet Übernahmeverhandlungen wegen Preis-Differenzen
• Revolution-Marktbewertung stieg durch Übernahmespekulationen deutlich
• Zukunft ungewiss - Gespräche könnten wiederaufgenommen werden oder neue Bieter kommen
Zwischen 28 und 32 Milliarden US-Dollar hatte der Pharmariese Merck & Co. Presseangaben zufolge für den Krebsmittelspezialisten Revolution Medicines auf den Tisch legen wollen. Dies wäre eine der größten Transaktionen im Pharmasektor der vergangenen Jahre gewesen. Doch dazu wird es nun offenbar nicht kommen.
Gespräche vorerst beendet
Wie das Wall Street Journal am Sonntag berichtet, hat Merck die Übernahmegespräche nun vorerst abgebrochen. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen scheiterte eine Einigung vor allem an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Revolution Medicines hatte vor den ersten Übernahmegerüchten eine Marktkapitalisierung von etwa 16 Milliarden US-Dollar, nachdem das Interesse von Merck bekannt geworden war, war die Bewertung auf über 20 Milliarden US-Dollar angestiegen.
Merck muss Strategie ändern
Für Merck wäre die Übernahme ein bedeutender Schritt gewesen, um das eigene Onkologie-Portfolio zu stärken. Für den Pharmariesen bleibt damit die strategische Aufgabe bestehen, das eigene Krebstherapie-Portfolio über Kooperationen und Zukäufe weiter zu stärken, während Revolution als unabhängiges Biotech-Unternehmen zunächst weiter allein auf die klinische Entwicklung seiner vielversprechenden Onkologie-Programme setzt - begleitet von der offenen Frage, ob und wann ein neuer Anlauf für einen Milliardendeal folgt, denn Beobachter schließen dem Bericht zufolge nicht aus, dass die Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden oder dass andere große Pharmakonzerne, die bereits zuvor Interesse signalisiert hatten, ihre Chance nutzen und in die Lücke stoßen.
Anleger dürften Revolution-Aktie abwärts schicken
So wie die Aktie von Revolution Medicines vor einigen Wochen mit einem Kurssprung auf das milliardenschwere Übernahmeinteresse von Merck reagiert hatte, dürfte sie am Montag kräftige Einbußen hinnehmen müssen. Am Freitag hatte der Anteilsschein an der NASDAQ noch 0,99 Prozent tiefer bei 117,63 US-Dollar geschlossen, während die Merck-Aktie den Handel an der NYSE 0,92 Prozent tiefer bei 108,18 US-Dollar beendet hatte.
Redaktion finanzen.net
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