Weltpolitische Spannungen

Goldpreis steigt erstmals über die Schwelle von 5.000 US-Dollar

26.01.26 07:56 Uhr

Goldpreis-Rekord: Über 5.000 US-Dollar | finanzen.net

Der Goldpreis hat am heutigen Montag erstmals die Marke von 5.000 Dollar geknackt. Was die Kurse des Edelmetalls antreibt.

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Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) kletterte an der Metallbörse in London im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 5.093 US-Dollar und war damit so hoch wie noch nie. Zu den stärksten Treibern zählen geopolitische Risiken, die Käufe von Notenbanken und die Spekulation auf weiter sinkende Zinsen in den USA.

Gold hat sich in den ersten Wochen des Jahres um knapp 18 Prozent verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall im Vorjahr bereits um 65 Prozent gestiegen war. Dies war das höchste Jahresplus seit 1979. Der Preis ist 2025 um mehr als 2.000 Dollar gestiegen. Zum Vergleich: Für den Anstieg von 1.000 bis auf 2.000 Dollar hatte der Goldpreis etwa zehn Jahre benötigt.

Weltpolitische Spannungen treiben Preis

Preistreiber im vergangenen Jahr waren unter anderem die vielen Konflikte weltweit. Auch 2026 sorgten politische Spannungen für mehr Nachfrage. So führten Experten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres vor allem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück.

Auch Silber ist an der Börse begehrt: Der Preis für eine Feinunze war in der vergangenen Woche erstmals über 100 US-Dollar gestiegen. Silber ist ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

Gold als "sicherer Hafen" gefragt

Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als "sichere Häfen" in Krisenzeiten. Daneben gibt es Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Die wiederholten Angriffe von Trump auf Fed-Chef Jerome Powell schüren die Angst, dass die mächtige Notenbank künftig nicht mehr unabhängig agieren, sondern politisch gesteuert werden könnte.

Goldkäufe von Zentralbanken

Zentralbanken weltweit, insbesondere aus Schwellenländern wie China, haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. Diese Käufe sollen die nationalen Reserven unabhängiger vom US-Dollar machen und gelten als wichtiger Preistreiber.

Auch sinkende Zinsen, wie zuletzt von der US-Notenbank Fed, spielen oft eine Rolle, wenn der Goldpreis steigt. Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, verstärkt die Aussicht auf fallende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall. Bei niedrigeren Zinsen werden festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich dazu weniger attraktiv.

Empfehlungen für Anleger

Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Die Stiftung Warentest etwa empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Gold solle jedoch nur mit Geld gekauft werden, das man langfristig entbehren kann.

Trotz des Höhenflugs halten einige Banken noch höhere Goldpreise für möglich. So hob die US-Investmentbank Goldman Sachs jüngst ihre Prognose für Ende 2026 an von 4.900 auf 5.400 Dollar je Feinunze. Zugleich warnen manche Experten, der Gold-Rekordlauf sei übertrieben.

Deutschland hat riesige Goldreserven

Deutschland verfügt nach Angaben der Bundesbank über den weltweit zweitgrößten Goldbestand nach den USA. Der Goldbestand deckt einen großen Teil der deutschen Währungsreserven ab. Rund 37 Prozent des Goldbestands lagern in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York.

Ende 2024 hielt die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben rund 3.352 Tonnen, was schon damals einem Wert von gut 270 Milliarden Euro entsprach. Den privaten Goldbesitz der Menschen in Deutschland bezifferte die Steinbeis-Hochschule Berlin 2024 auf gut 9.000 Tonnen in Form von Barren, Münzen oder Schmuck.

Silberpreis klettert immer weiter - dieses Jahr schon Plus von 50 Prozent

Der Silberpreis hat am Montag seine jüngste Rally mit hohem Tempo fortgesetzt. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) zog im frühen Handel um bis zu sechs Prozent auf 109,46 Dollar an. Das Niveau hielt aber nicht ganz. Zuletzt kostete Silber noch 107,8 Dollar. In den ersten Wochen des Jahres hat sich das Edelmetall inzwischen um mehr als die Hälfte verteuert.

Silber war zuletzt auch stärker gefragt als Gold. Der Preis für Silber war 2025 um fast 150 Prozent nach oben geklettert und damit deutlich stärker als der Goldpreis. Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen in unsicheren Zeiten.

Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. Zuletzt gab es auch immer wieder regionale Engpässe beim Silberangebot.

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LONDON (dpa-AFX)

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