09.11.2021 22:35

Morgan Stanleys Favorit auf dem EV-Markt ist nicht Tesla - Analysten sehen großes Potenzial für Ferrari

Erstes reines E-Auto 2025: Morgan Stanleys Favorit auf dem EV-Markt ist nicht Tesla - Analysten sehen großes Potenzial für Ferrari | Nachricht | finanzen.net
Erstes reines E-Auto 2025
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Der US-Elektroautobauer Tesla gilt als Pionier auf dem EV-Markt, doch auch die traditionellen Autobauer holen allmählich auf und stellen ihre Produktion auf E-Modelle um - so auch der italienische Sportwagenbauer Ferrari.
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• Ferrari legt gute Q3-Zahlen vor und hebt Gesamtjahresprognose an
• Erster vollelektrischer Ferrari soll 2025 auf den Markt kommen
• Ferrari wird zum Morgan Stanley-Favoriten auf dem boomenden EV-Markt


Wer an Ferrari denkt, denkt vermutlich an schnelle Sportwagen oder Fomrel-1-Fahrzeuge, aber eher nicht an klimaschonende, leise Elektrofahrzeuge. Doch nicht nur zahlreiche Elektroautostartups und traditionelle Autobauer wie VW, BMW oder Daimler stellen auf Elektromobilität um, auch der italienische Luxusautobauer will künftig reine Stromer auf den Markt bringen.

Während Ferrari am Markt von vielen übersehen wird, betrachten die Analysten der US-Großbank Morgan Stanley den italienischen Sportwagenbauer jedoch als aufstrebendes EV-Unternehmen und sehen ihn sogar als Favoriten im EV-Markt - vor Tesla.

Ferrari legt starke Q3-Zahlen vor

Anfang November erst hat Ferrari seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt. In Q3 lieferte der italienische Sportwagenbauer knapp 20 Prozent mehr Autos aus als im Vorjahresquartal. Den Umsatz steigerte das Unternehmen ebenfalls um fast ein Fünftel auf 1,05 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis sprang - stärker als von Analysten gedacht - um mehr als 20 Prozent auf 270 Millionen Euro hoch. Unter dem Strich verdiente Ferrari im dritten Quartal 2021 207 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es noch 171 Millionen Euro.

Nach dem starken Quartal blickt Ferrari auch zuversichtlicher auf das Gesamtjahr 2021. Das Ebit wird nun bei rund 1,05 Milliarden Euro erwartet, während zuvor noch 0,97 bis 1,02 Milliarden Euro angepeilt waren, teilte der Luxusautobauer bei seiner Zahlenvorlage Anfang November mit. Im dritten Quartal sei es durch einen reichhaltigeren Produktmix, dank der hybriden SF90-Familie und den Monza SP1- und SP2-Modellen zu einem zwölfprozentigen Wachstum der Kerngewinne gekommen. Dies habe laut Ferrari die Anhebung der Gesamtjahresprognose veranlasst.

Wie Reuters berichtet, verzeichnete das Unternehmen laut Konzernchef Benedetto Vigna, der das Unternehmen erst seit September leitet und zuvor beim Halbleiterhersteller STMicroelectronics tätig war, weltweit einen "Rekordauftragseingang" - insbesondere aber in China und den Vereinigten Staaten. Lieferkettenprobleme, über die derzeit viele Autobauer klagten, gebe es laut dem neuen CEO bei Ferrari derweil keine. "Das Team von Ferrari, auch mit der Unterstützung von Lieferanten, ist in der Lage, diese (Lieferketten-)Situation, mit der viele Spieler auf der ganzen Welt konfrontiert sind, richtig zu bewältigen", zitiert Reuters Vigna.

Technologiepartnerschaften im Fokus

Um den Übergang zu sauberer Mobilität zu meistern, will Ferrari laut CEO Benedetto Vigna, der das Unternehmen, das für schnelle Autos und geräuschvolle, leistungsstarke Motoren bekannt ist, in eine neue Ära leiser Elektroantriebe führen will, Technologiepartnerschaften suchen.

Sorgen über Ferraris Fähigkeit auf Technologien umzusteigen, die viele Investitionen erfordern, mache sich der Ferrari-Chef daher keine. "Ich würde sagen, dass die Lösung darin besteht, Partnerschaften einzugehen", zitiert Reuters Vigna. Ferrari sei seiner Meinung nach zwar "klein", aber habe eine starke Marke. "Ich denke, es ist wichtig, die Partnerschaften bestenfalls zu nutzen. Es ist wichtig, dass Sie die Bereiche auswählen, in denen Sie sich auszeichnen möchten", so der Ferrari-Chef. Und Vigna sehe sich laut Reuters in der Lage, Erfahrungen einzubringen, die er "in einer Umgebung, die sich ziemlich schnell verändert, sammeln konnte".

Neue Partnerschaften könnten sich Reuters zufolge dann nach dem Vorbild einer bestehenden Verbindung mit dem britischen Unternehmen Yasa entwickeln. Dieses ist inzwischen Teil von Daimler und liefert Ferrari elektrische Antriebstechnologien für den SF90 Stradale, das erste Plug-in-Hybrid-Fahrzeug des italienischen Autobauers, und den 296 GTB, das zweite Hybridmodell aus dem Hause Ferrari.

Erster vollelektrischer Ferrari für 2025 geplant

Ferrari startete mit der Planung für den Wandel hin zur Elektromobilität zwar schon vor Jahren und präsentierte 2020 bereits sein erstes Hybrid-Modell, doch die Pläne für einen rein elektrischen Ferrari bestätigte das Unternehmen mit Verwaltungssitz in Maranello, in der italienischen Provinz Modena, erst im Frühjahr dieses Jahres. "Sie können sicher sein, dass dies alles sein wird, von dem Sie träumen", gibt Forbes die Aussge des Aufsichtsratsvorsitzenden John Elkann von der Jahresversammlung im April wieder. In diesem Zuge kündigte Elkann auch gleich an, dass das vollelektrische Fahrzeug von Ferrari 2025 auf den Markt kommen soll.

Wie Forbes berichtet, zeigen die im letzten Jahr eingereichten Patente, dass es sich bei Ferraris erstem Stromer um einen Zweisitzer handele, bei dem jedes Rad von einem eigenen Motor angetrieben werde. Dieses Antriebsstrang-Layout werde auch bereits von anderen Elektroautoherstellern wie Lotus und NIO verwendet.

Ferrari wird zum Morgan Stanley-Favoriten

Während die Tesla-Aktie vergangene Woche auf die Nachricht hin, dass der Autovermieter Hertz beim US-Elektroautobauer 100.000 Fahrzeuge bestellt haben soll, neue Höchststände erreichte, rief Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas, wie Forbes berichtet, den Luxusautobauer Ferrari zu seiner Lieblingsaktie aus dem boomenden EV-Markt aus. Jonas gehe davon aus, dass Ferrari den Wettbewerb in diesem Bereich weiter ankurbeln werde, wenn das Unternehmen sein erstes vollelektrisches Fahrzeug auf den Markt bringe. Er begründete seine Wahl damit, dass die aktuelle Marktkapitalisierung von Ferrari, die bei etwa 65 Milliarden US-Dollar liegt, dem Elektrofahrzeuggeschäft des Unternehmens, das 2025 mit dem Verkauf von E-Autos starten will, wenig bis keinen Wert beimesse.

Der Morgan Stanley-Analyst erwarte derweil, dass die Elektrofahrzeuge des Sportwagenbauers bis 2030 mehr als 30 Prozent des gesamten Fahrzeugabsatzes ausmachen werden. Laut Forbes nennt Jonas Ferraris Zugang zu Investitionskapital, den Rekordauftragsbestand von zwei Jahren und die Preismacht auf dem Luxusmarkt als Gründe, warum das aus dem Fiat Chrysler Konzern ausgegliederte Unternehmen, dessen Aktien seit Anfang 2016 an der Mailänder Börse notiert sind, zu einem der stärksten Akteure auf dem Elektrofahrzeugmarkt werden könnte. Bei Morgan Stanley gehe man davon aus, dass Ferrari bis 2030 einen Großteil seiner Investitionen - in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar - in die Entwicklung batteriebetriebener Elektrofahrzeuge stecken wird. Laut Morgan Stanley-Analyst Jonas dürften die neuen Stromer dann bis 2024 zu Preisen von rund 400.000 US-Dollar vorgestellt werden.

Dagegen bleiben andere Analysten, wie die der US-Großbank Goldman Sachs, dem Wandel Ferraris gegenüber skeptisch. Im Sommer hatten Goldman-Sachs-Analysten gewarnt, dass der Übergang "Unsicherheit in Bezug auf den potenziellen zukünftigen Investitionsbedarf" schaffe und die Kosten in diesem Jahrzehnt um mehr als 800 Millionen US-Dollar in die Höhe treiben werde, berichtet Forbes. Aber auch Adam Jonas betrachte unvorhergesehene Konstruktions- und Entwicklungskosten als die größten Risiken für Ferraris Elektrofahrzeuggeschäft.

Ferrari-Aktie im Fokus

Morgan Stanley-Analyst Jonas verpasste der Ferrari-Aktie ein Jahresziel von 265 US-Dollar. An der NYSE schloss die Aktie zuletzt bei 260,73 US-Dollar (Schlusskurs vom 08. November 2021) , womit noch ein Aufwärtspotenzial von knapp 1,6 Prozent bis zum Kursziel besteht. Für das an der NYSE gelistete Papier ging es in diesem Jahr um rund 13 Prozent hoch - allein innerhalb des letzten Monats konnte das Papier um knapp 21 Prozent zulegen.

In Mailand konnte die Ferrari-Aktie im letzten Jahr bereits um mehr als 30 Prozent zulegen und notiert derzeit bei 226,50 Euro (Stand: 08. November 2021). Hier konnte der Anteilsschein in den vergangenen vier Wochen einen Zuwachs von knapp 30 Prozent verbuchen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Tiggy Gallery! / Shutterstock.com, Shaun.P / Shutterstock.com

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