27.04.2020 06:00

US-Telekom-Aktien: In welche Top-Titel Anleger investieren

Hohe Erwartungen: US-Telekom-Aktien: In welche Top-Titel Anleger investieren | Nachricht | finanzen.net
Hohe Erwartungen
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.01. zusätzlich! -W-

Starke Signale: Die Netze von AT & T, Verizon und T-Mobile US sind wegen Corona besonders stark ausgelastet. Der Ausbau von 5G kommt indes voran.
Werbung
€uro am Sonntag
von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Täglich 800 Millionen Handytelefonate, ein Drittel länger als üblich, plus neun Milliarden Textnachrichten, das meldete Amerikas zweitgrößter Telekomkonzern Verizon für März. Ausgangsbeschränkungen, Videokonferenzen, Streaming und Homeoffice bescheren den Netzen der US-Telekomfirmen eine permanent hohe Auslastung. "Wie sonst nur zu Neujahr und am Muttertag", sagt Verizon-Chef Hans Eric Vestberg über den Stresstest für Glasfaser- und Mobilfunknetze. In der bevorstehenden Berichtssaison zählen die Telekom- und Kabelnetzanbieter zu den wenigen Branchen, die von den Auswirkungen der Pandemie profitieren und gleichzeitig von Belastungen verschont bleiben.

Vestberg führt Verizon seit 2018 und war zuvor Chef des schwedischen Netzwerkausrüsters Ericsson. Er fokussiert das Unternehmen weitgehend auf den Ausbau seiner Glasfaser- und Mobilfunknetze. So widersteht der Konzern den Verlockungen in der Branche, das Geschäftsmodell um Streaming oder digitale Inhalte zu erweitern. Auch beim Ausbau von 5G läuft es gut. Ende 2019 war Verizons Mobilfunknetz mit dem künftigen ultraschnellen Mobilfunkstandard bereits in aussichtsreichen Arealen von 30 US-Städten verfügbar. Bis Jahresende soll die Anzahl verdoppelt werden.

Das Kerngeschäft, sprich die Netze sowie Telekom- und Internetdienstleistungen, liefert weitgehend unabhängig von größeren Schwankungen der Konjunktur stabile Mittelzuflüsse, den sogenannten Free Cashflow. Damit werden auch die meist großzügigen Dividenden der Telekomfirmen finanziert.

Das mobile Internet ist für viele Menschen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten inzwischen Alltag. Die meisten Handynutzer werden deshalb ihre Verträge behalten, auch wenn es wirtschaftlich eng wird. Mobilfunk ist damit weitgehend krisenresistent. Bei Verizon lieferte er 2019 rund 70 Prozent von knapp 132 Milliarden Dollar Umsatz.

Stabilität wird an der Börse belohnt


An den Börsen werden Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und zuverlässig hohen Mittelzuflüssen im gegenwärtig instabilen Umfeld besonders geschätzt. Während der Index der größten US-Konzerne S & P 500 seit Beginn der Turbulenzen am 20. Februar rund 17 Prozent verlor, hat Verizon seinen Börsenwert behauptet. Die Aktie ist ein krisenresistentes Investment.

Erst jüngst erhöhte der Konzern sein Investmentbudget für das laufende Jahr: Es gibt mehr Geld für ein höheres Tempo beim Ausbau der 5G-Netze und um mehr Kapazitäten im Mobilfunk zu schaffen. Damit soll Engpässen bei der wegen Corona dauerhaft hohen Auslastung vorgebeugt werden. Mit 500 Millionen extra will Verizon in diesem Jahr nun 17,5 bis 18,5 Milliarden Dollar investieren. Zudem übernahm der Konzern soeben Blue Jeans Network, einen Konkurrenten des Entwicklers von Software für Videokonferenzen, Zoom Video Communications. Anders als Börsenstar Zoom werden die Daten verschlüsselt und sind damit gegen unerlaubte Zugriffe gut geschützt. Kunden sind ausschließlich Unternehmen. Für Verizon ist der 400-Millionen-Dollar-Zukauf somit ein wichtiger Baustein für künftige Dienste via 5G-Mobilfunk.

Deutlich unter die Räder gekommen sind indes die Papiere von Amerikas Telekomprimus AT & T. Der Konzern aus Dallas büßte während der Turbulenzen ein Fünftel seines Börsenwerts ein. AT & T ist nicht nur Telekom-, sondern auch Medienkonzern. Das erweiterte Geschäftsmodell ist von konjunkturellen Schwankungen deutlich abhängiger als früher. 2014 kaufte AT & T den US-Satelliten-TV-Betreiber DirectTV und wenige Jahre später den breit aufgestellten Medienkonzerns Time Warner.

Zu dessen Portfolio gehören neben TV-Sendern, einschließlich des Nachrichtenkanals CNN, auch die populären HBO-Filmstudios. Der defensive Mobilfunk liefert deshalb nur noch rund 40 Prozent der jährlichen Erlöse von zuletzt 181 Milliarden Dollar. Aus der von konjunkturellen Entwicklungen stark beeinflussten neuen Medien- und Filmsparte fließt ein Fünftel der Erlöse. Im gegenwärtigen Umfeld ist das eine Bürde. "Das neue Geschäftsmodell ist stark zyklisch", erklärt Telekomanalyst Craig Moffett von Moffett Nathanson die Kursverluste der AT & T-Aktie. Im konjunkturellen Aufschwung würde das erweiterte Geschäft dem Konzern ein stärkeres Wachstum bescheren. Die Texaner hätten einen höheren Anteil der Gewinne mit digitalen Medien, Internet und digitaler Vernetzung. Von diesem Ziel ist AT & T aber noch weit entfernt.

AT & T steckt in der Schuldenfalle


Auch weil mit den Übernahmen in der Bilanz 176 Milliarden Dollar Nettoschulden aufgetürmt wurden. Die Bonitätsnoten des Telekom- und Medienriesen, der sein Investment-Grade-Rating braucht, um sich bei den hohen Schulden weiterhin günstig zu refinanzieren, sind nur noch zwei Stufen vom Ramschstatus entfernt. Ohne Investment-Grade-Rating wird der Schuldenabbau teuer. Ende 2019 lag die Nettoverschuldung beim 2,9-Fachen des operativen Gewinns. Steigt sie auf das 3,5-Fache, droht eine Herabstufung. Zudem würden Vereinbarungen in einigen Kreditverträgen verletzt. Finanziell sind die nächsten Jahre eine Gratwanderung.

Die Mediensparte drückt auf den Gewinn. Zwar beschert die Corona-Krise CNN höhere Einschaltquoten und Werbeeinnahmen. Das aber reiche nicht aus, um die Ausfälle etwa im Sport-TV zu kompensieren, sagen Experten. Enttäuschen könnte zudem der für Mai geplante US-Start des Streamingdiensts HBO Max. HBO ist als Entwickler von "Game of Thrones", der erfolgreichsten Streaming-Serie weltweit, eine starke Marke. Allerdings tritt HBO gegen finanzstarke Neueinsteiger wie Disney und Apple an.

Indes fällt bei Telekomkonkurrent Verizon der ebenfalls teure Ausflug ins Mediengeschäft kaum noch ins Gewicht. Die New Yorker hatten 2015 den Internetkonzern America Online (AOL) und zwei Jahre später Yahoo übernommen. Die Sparte mit den beiden Marken liefert jedoch weniger als ein Zehntel der Erlöse. Um dort die Abhängigkeit von Internetwerbung zu verringern, sollen die Einnahmen von Abos und Onlinehandel in fünf Jahren mehr Erlös liefern.

Beim 5G-Standard, der in den USA mit niedrigen, mittleren und hohen Frequenzen angeboten wird, ist Verizon bisher ausschließlich im Hochfrequenzspektrum aktiv. Ein Vorteil sind die maximalen Übertragungsgeschwindigkeiten, ein Nachteil die geringen Reichweiten. Für Firmenkunden ist die Kombination allerdings attraktiv, weil sie leistungsfähige Netze für 5G-Anwendungen vor allem an ihren Standorten nutzen wollen. Zusätzliche mittlere Frequenzen im sogenannten C-Band will Verizon bei der US-Auktion im Sommer ersteigern. Damit ließe sich dann auch ein landesweites 5G-Netz aufbauen (siehe auch Investor-Info).

Aussichtsreicher Herausforderer


Währenddessen steigt T-Mobile US mit Fusionspartner Sprint nach Einschätzung von Analysten zu Verizons stärkstem Konkurrenten auf. Einschließlich der Mobilfunkkunden von Sprint telefonierten Ende 2019 rund 140 Millionen Amerikaner über das Netz von Amerikas Nummer 3 im Telekom-Business. Gemessen an den Kunden hat T-Mobile US Verizon sogar schon überholt. Amerikas Nummer 2 hatte Ende 2010 rund 120 Millionen Kunden, bei Primus AT & T waren es 166 Millionen.

Mit niedrigen und mittleren Frequenzen, die bei 5G nicht die maximalen Geschwindigkeiten, dafür aber deutlich mehr Reichweite bieten, errichtet die US-Tochter der Deutschen Telekom derzeit ein landesweites 5G-Netz. "T-Mobile US wird beim Aufbau schneller sein als AT & T und Verizon", sagt Jennifer Fritzsche, Analystin der Wells Fargo Bank. Für den Preisbrecher im US-Markt, der künftig dann auch bei 5G sein wird, sind das gute Aussichten.

Investor-Info

5G-Mobilfunk in Amerika
Drei Varianten


Mit dem 5G-Mobilfunkstandard sollen Daten mit geringerer Verzögerung, in größerem Volumen und bis zu 100-mal schneller übertragen werden als mit 4G. Der Standard funktioniert in jedem Frequenzspektrum. In den USA sind viele Frequenzen im mittleren Bereich mit anderen Nutzungen belegt. Deshalb wird 5G dort verstärkt im niedrigen und hohen Bereich aufgebaut. In Deutschland und Südkorea soll dagegen überwiegend im mittleren Frequenzbereich schneller gefunkt werden. Maximale 5G-Geschwindigkeiten sollen nur mit hohen Frequenzen möglich sein, dafür ist die Reichweite sehr gering. Die hochfrequenten Signale können häufig Wände nicht durchdringen. Bei niedrigen und mittleren Frequenzen sind die Geschwindigkeiten geringer, die Reichweiten jedoch viel größer.

Verizon
Sichere Dividende


Am 24. April liefert Verizon die Bilanz für das erste Quartal. Der Verkauf von Handys und Zubehör, etwas mehr als ein Fünftel von knapp 132 Milliarden Dollar Jahresumsatz, wird vorübergehend von Corona betroffen sein. Weiterhin robust sollte dagegen der Mobilfunk sein, der 70 Prozent der Erlöse liefert. Während der Turbulenzen erwies sich der Dividendentitel als solides Investment.

T-Mobile US
Ehrgeiziger Angreifer


Am 23. April zieht die US-Tochter der Deutschen Telekom Bilanz. Derzeit sind 80 Prozent der T-Mobile-US-Läden geschlossen. Das belastet vorübergehend. Mit Sprint ist Amerikas drittgrößter Telekomkonzern im Mobilfunk auf Augenhöhe mit seinem Rivalen. Das Verhältnis der Nettoschulden zum Gewinn (Ebitda) soll 2020 auf das 1,8-Fache sinken. Das bringt finanziellen Spielraum. Kaufen.







__________________________________
Bildquellen: MaxFX / Shutterstock.com, Rido / Shutterstock.com

Nachrichten zu Walt Disney

  • Relevant
    3
  • Alle
    4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Walt Disney

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13.11.2020Walt Disney overweightJP Morgan Chase & Co.
13.10.2020Walt Disney Sector PerformRBC Capital Markets
05.08.2020Walt Disney OutperformCredit Suisse Group
06.05.2020Walt Disney NeutralUBS AG
20.04.2020Walt Disney NeutralCredit Suisse Group
13.11.2020Walt Disney overweightJP Morgan Chase & Co.
05.08.2020Walt Disney OutperformCredit Suisse Group
25.11.2019Walt Disney overweightJP Morgan Chase & Co.
13.11.2019Walt Disney OutperformCredit Suisse Group
08.11.2019Walt Disney overweightJP Morgan Chase & Co.
13.10.2020Walt Disney Sector PerformRBC Capital Markets
06.05.2020Walt Disney NeutralUBS AG
20.04.2020Walt Disney NeutralCredit Suisse Group
20.08.2019Walt Disney In-lineImperial Capital
17.06.2019Walt Disney In-lineImperial Capital
18.06.2018Walt Disney SellPivotal Research Group
09.01.2018Walt Disney SellPivotal Research Group
14.12.2017Walt Disney SellPivotal Research Group
20.01.2017Walt Disney UnderperformBMO Capital Markets
12.01.2017Walt Disney SellPivotal Research Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Walt Disney nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Wall Street leichter -- DAX mit Verlusten -- Citigroup-Gewinn sinkt nicht so stark wie befürchtet -- BMW blickt zuversichtlich auf 2021 -- JPMorgan, Wells Fargo, SAP, Daimler im Fokus

Amazon macht Alexa-Technik für fremde Sprachassistenten verfügbar. KKR verkauft fast alle Aktienanteile an ProSiebenSat.1. Pfizer liefert vorübergehend weniger Corona-Impfstoff nach Europa. Nordex kann Auftragsvolumen 2020 fast stabil halten. Moody's ändert Ausblick für TUI-Rating auf stabil. Commerzbank sieht sich als Opfer im Wirecard-Skandal. LANXESS übernimmt französischen Biozid-Spezialisten Intace.

Umfrage

Die Demokraten planen ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump. Macht dies Ihrer Meinung nach noch Sinn?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln