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11.08.2020 18:10

Uniper-Aktie tiefer: Uniper hebt Prognose an - Sorge um Nord Stream 2

Keine Beeinträchtigung: Uniper-Aktie tiefer: Uniper hebt Prognose an - Sorge um Nord Stream 2 | Nachricht | finanzen.net
Keine Beeinträchtigung
Folgen
Uniper hat der Corona-Krise wie erwartet auch im zweiten Quartal getrotzt.
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Der Energieversorger erzielte im Halbjahr einen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) von 691 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als das Doppelte des Vorjahres (308 Millionen Euro). Analysten hatten im Schnitt mit 699 Millionen Euro gerechnet. Uniper konnte bereits auf starke Zahlen zum Jahresauftakt aufbauen. In den ersten drei Monaten waren bereits 651 Millionen Euro operativer Gewinn eingefahren worden.

Der bereinigte Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter kletterte von 189 Millionen auf 527 Millionen Euro. Ursächlich sind vor allem Verbesserungen im Gasgeschäft zum Jahresauftakt. In der Europäischen Erzeugung profitierte Uniper von Wasser- und Atomkraft. Gestiegene Strompreise konnten die gesunkene Produktion mehr als ausgleichen. Anders als im Vorjahr gab es Erträge aus dem britischen Kapazitätsmarkt. Preis- und mengenbedingt sanken die Aufwendungen für CO2-Zertifikate. Schwächer als im Vorjahr fiel die russische Stromerzeugung aus.

"Die positive Ergebnisentwicklung nach dem ersten Quartal hat sich im zweiten Quartal weiter fortgesetzt - allerdings wie erwartet nicht mehr mit der vorherigen Dynamik", sagte Finanzchef Sascha Bibert. Zu den wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 sagte er, es sei "derzeit nicht absehbar, dass sie Uniper in der Entwicklung wesentlich beeinflussen".

Die Jahresprognose hob Uniper deshalb am unteren Ende etwas an. So werden ein bereinigtes EBIT zwischen 800 Millionen und 1 Milliarde Euro (bisher: 750 Millionen und 1 Milliarde) und ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 600 und 800 Millionen Euro (bisher: 550 und 800 Millionen) angestrebt. 500 Millionen Euro aus dem Überschuss von 2020 sollen als Dividende ausgezahlt werden, bekräftigte das Unternehmen.

Uniper befindet sich zu 73,4 Prozent im Besitz von Fortum. Der staatliche finnische Versorger hat zugesagt, bis Ende nächsten Jahres auf volle Durchgriffsrechte bei dem Düsseldorfer Energiekonzern zu verzichten. Uniper erklärte, die mit den Arbeitnehmerns vereinbarte Arbeitsplatzsicherheit sei eine gute Grundlage, um den Prozess über die künftige strategische Ausrichtung mit dem Mehrheitsanteilseigner Fortum zu starten.

Ein Händler nannte den Halbjahresbericht des Energiekonzerns durchwachsen. Für Analystin Deepa Venkateswaran von Bernstein Research schnitt Uniper wie erwartet schwach ab. John Musk von RBC bemängelte die geringeren Barmittel und die höhere Nettoverschuldung.

Unioer sorgt sich um Nord Steam 2

Der an der Finanzierung der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligte Energiekonzern Uniper hält ein Scheitern des Projekts für möglich. Wegen der zunehmenden Sanktionsdrohungen der USA gegen die Gasleitung von Russland nach Deutschland, habe "sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu Verzögerungen im Bau der Gasleitung oder überhaupt nicht zu einer Fertigstellung kommt", schreibt Uniper in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2020.

Bei einem Aus für die Pipeline müsse Uniper "gegebenenfalls den für Nord Stream 2 bereitgestellten Kredit wertberichtigen" und könne geplante Zinserträge "nicht realisieren". Uniper ist mit 950 Millionen Euro an der Finanzierung der Gasleitung beteiligt. Das Geld ist nach Uniper-Angaben bereits komplett geflossen.

Der US-Regierung ist Nord Stream 2 ein Dorn im Auge. Präsident Donald Trump wirft den Europäern eine zu hohen Energie-Abhängigkeit von Russland vor. Er hatte Ende 2019 erste Strafmaßnahmen gegen bestimmte Unternehmen ermöglicht, die am Bau von Nord Stream 2 beteiligt sind.

"Grundsätzlich betrachten wir die Entwicklung der Sanktionen mit Sorge", sagte Uniper-Vorstandschef Andreas Schierenbeck in einer Telefonkonferenz. Uniper sei als Finanzpartner nicht direkt von Sanktionen betroffen. "Wir glauben, dass das Projekt fertig wird", betonte Schierenbeck. Die Einstufung von Nord Stream als "bedeutendes Einzelrisiko" für Uniper, sei "ganz normales Risikomanagement", sagte Finanzvorstand Sascha Bibert. Dabei dürften auch "Extremszenarien" nicht ausgeschlossen werden. Uniper gehe trotz der Drohungen der USA davon aus, "dass durch diese Leitung Gas fließen wird".

Nach einem guten ersten Halbjahr schraubte Uniper seine Erwartungen für das Gesamtjahr etwas nach oben. Die Düsseldorfer erwarten nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 800 Millionen Euro und einer Milliarde. Zuvor lag die untere Grenze noch bei 750 Millionen Euro. Uniper zeige sich auch in der Corona-Pandemie krisenfest, sagte Schierenbeck.

Uniper hatte Ende Mai das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Betrieb genommen. Bis Ende 2025 will der aus dem E.ON-Konzern hervorgegangene Versorger Steinkohle-Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von rund 2900 Megawatt stilllegen. Schierenbeck ließ offen, ob sich Uniper an den Auktionen um Stilllegungsprämien beteiligen wird. "Natürlich prüfen wir, ob wir da reingehen", sagte er.

Deutschland will bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen. Die Betreiber von Steinkohlekraftwerken erhalten dabei keine festen Entschädigungen. Stattdessen sollen sie sich um Stilllegungsprämien bewerben. Dazu gibt es insgesamt acht Ausschreibungsrunden bis 2027, mit sinkenden Höchstpreisen. Die erste Auktion ist für den 1. September geplant.

Die Uniper-Aktie verlor im XETRA-Handel 4,82 Prozent und schloss bei 28,84 Euro.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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