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11.09.2020 22:42

Mehr Schein als Sein: Tesla-Aktie nur Illusion?

Kult um Tesla: Mehr Schein als Sein: Tesla-Aktie nur Illusion? | Nachricht | finanzen.net
Kult um Tesla
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Der Elektroautohersteller Tesla und sein Geschäftsführer Elon Musk sind in aller Munde. Dementsprechend gilt die Aktie des Konzerns mit Sitz im kalifornische Palo Alto in der Regel als Erfolgsgarant. Doch ist der Hype gerechtfertigt?
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• Tesla kurzzeitig mit höherer Marktkapitalisierung als Walmart
• Fans feiern Tesla-CEO Elon Musk
• Anhänger scheinen Problematiken zu ignorieren

Tesla schlägt Walmarts Marktkapitalisierung - zumindest vorübergehend

ZEIT-Autorin und US-Auslandskorrespondentin Heike Buchter sieht den Kult um Tesla und Geschäftsführer Elon Musk kritisch. Wie sie in einem Kommentar Ende August erklärte, erscheine es im chaotischen Jahr 2020 eher nebensächlich, dass Teslas Marktkapitalisierung die von Walmart zeitweise übertroffen hat. Mittlerweile liegt der Elektroautohersteller wieder etwa 80 Milliarden US-Dollar unter der Einzelhandeskette. Trotzdem sei es ein Statement, dass Investoren luxuriöse E-Autos für zukunftsfähiger gehalten haben als riesige Supermärkte, in denen die Mittelschicht Produkte des alltäglichen Lebens erwirbt. Den starken Anstieg des Tesla-Papiers in diesem Jahr erklärte Buchter sowohl mit dem Ende August vollzogenen Aktiensplit als auch damit, dass das Unternehmen bis zuletzt als heißer Kandidat für den US-Index S&P 500 gehandelt wurde. Der Börsenindex beinhaltet die 500 wichtigsten Unternehmen der USA. Laut Bloomberg umfasst der Investitionswert von Fonds, die den S&P 500 abbilden, etwa 11 Billionen US-Dollar. Mittlerweile erhielt der Elektroautohersteller aber eine Absage, stattdessen rücken der Onlinehändler Etsy, der Halbleiterhersteller Teradyne und der Medizintechnologiehersteller Catalent nach.

Gefährlicher Kult um Tesla-CEO Elon Musk

Um den Hersteller von Elektrofahrzeugen sei ein regelrechter Kult entstanden, angeführt von CEO Elon Musk, der dem Unternehmen 2004 beitrat und einiges an Kapital mitbrachte. Unter Musks Führung setzte sich Tesla zum Ziel, den Planeten zu retten, führte Buchter weiter aus. Und genau in diesem Punkt unterschied sich der E-Autobauer von traditionellen Unternehmen wie General Motors, Volkswagen, BMW oder Daimler. Zwar hatten diese Konzerne in der Vergangenheit ebenfalls Elektrofahrzeuge in ihren Programmen, behandelten diese aber eher wie "ungeliebte Stiefkinder", so Buchter.

Musks öffentliche Auftritte, die Buchter auch als "Eskapaden" bezeichnete, werden von Tesla-Fans gefeiert. Dabei kritisierte sie, dass Musk-Anhänger oftmals nur auf ausgewählte Situationen reagieren, wie bahnbrechende Ankündigungen zum Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX - oder den Konsum von Cannabis vor laufender Kamera. Solch ein Feedback fehle aber, wenn Musk über den US-Kurznachrichtendienst Twitter Kritiker beleidigt oder mit der Privatisierung des Elektroautoherstellers liebäugelt. Weiterhin habe er immer wieder betont, wie wenig er von der US-Regierung halte, habe für seine Firmen nichtsdestotrotz staatliche Unterstützung in Anspruch genommen. Weiterhin sei Teslas Erfolg zu großen Teilen auch Subventionen für E-Autos geschuldet, so Buchter.

Kritik an Musks Führung in der Corona-Krise

Während der Corona-Krise sei "Musks libertäre Überzeugung" aber zur Gefahr geworden. So habe er das Virus immer wieder verharmlost und die Eindämmungsmaßnahmen der Regierung kritisiert. Inmitten des Lockdowns habe Musk außerdem die Produktion in der kalifornischen Tesla-Fabrik wieder hochgefahren, obwohl der Bundesstaat hohe Fallzahlen zu vermelden hatte. Infolgedessen seien mehrere Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden.

So profitiere der Kurs des Tesla-Papiers zwar von der "Hoffnung auf einen starken Helden", der sich dem Virus und damit auch der Natur mit modernster Technologie widersetzt. Außerhalb des Aktionärskreises sei dies aber nur Illusion, resümierte Buchter.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Josh Edelson/AFP/Getty Images, VCG/VCG via Getty Images

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