Meme-Aktien-Hype

2021 vs. 2024: Meme-Aktien-Rally bei GameStop und AMC verläuft viel ruhiger - Faraday Future-Aktie explodiert erneut

20.05.24 23:19 Uhr

Meme-Aktien-Rally bei NYSE-Titeln GameStop und AMC: 2021 und 2024: Diesmal ist die Rally deutlich zahmer - Faraday-Future-Aktie springt erneut an | finanzen.net

In der vergangenen Woche ist der Meme-Aktien-Hype wieder aufgeflammt. Experten erklären jedoch, dass die diesjährige Meme-Aktien-Rally deutlich ruhiger ausfällt, als sie im Jahr 2021 vonstattengegangen ist.

• Erste Meme-Aktien-Rally in 2021
• Meme-Aktien-Hype lebt wieder auf
• Diesjährige Rally verläuft ruhiger

Meme-Rally in 2021 noch immer in Erinnerung

Die GameStop-Aktie ist spätestens seit 2021 allen Marktteilnehmern ein Begriff. Das Unternehmen geriet wegen des zunehmenden Online-Handels immer stärker unter Druck, was dazu führte, dass zahlreiche Hedgefondsmanager Short-Positionen gegen den US-Videospielhändler eingingen. Kleinanleger reagierten darauf, indem sie sich im Reddit-Unterforum WallStreetBets organisierten und begannen, GameStop-Aktien zu kaufen. Diese koordinierte Aktion trieb den Aktienkurs sprunghaft in die Höhe, was bei Hedgefonds, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, zu hohen Verlusten bis hin zum Beinahe-Ruin führte. Letztlich waren diese dann gezwungen, ihre Positionen zu liquidieren, um Verluste zu minimieren.

Zu Beginn dieser Bewegung schien es noch, als würde der Kurs der GameStop-Aktie unaufhaltsam steigen. Schließlich kam jedoch ein Wendepunkt, und der Aktienkurs des Videospielhändlers fiel wieder. Was darauf folgte, war also eine Phase der Korrektur mit teils erheblichen Verlusten bei den Meme-Aktien.

Meme-Aktien-Rally lebt wieder auf

Doch auch wenn die Meme-Rally nicht von Dauer war, ist sie den meisten Marktteilnehmern noch immer lebhaft in Erinnerung geblieben.
Nun erlebte die Meme-Aktien-Rally kürzlich ein Comeback. Angetrieben von der Rückkehr des bekannten WallStreetBets-Investors Roaring Kitty, begann in der vergangenen Woche ein beeindruckender Aufwärtstrend: Auch ohne wesentliche Unternehmensneuigkeiten bei GameStop reichte Roaring Kittys Rückkehr aus, um die Aktie am Montag (13.05.2024) um 74,46 Prozent und am Folgetag um 61,74 Prozent in die Höhe zu treiben. Und auch weitere Meme-Aktien folgten der Richtung von GameStop. So stieg der Aktienkurs der angeschlagenen Kino-Kette AMC am Montag um 78,35 Prozent und am Dienstag um weitere 32,76 Prozent.

Kurz darauf äußerten sich einige Experten jedoch kritisch zu der wieder aufflammenden Meme-Aktien-Rally. So erklärte beispielsweise CNBC-Moderator Jim Cramer zuletzt in seiner Sendung "Mad Money": "Wenn ich sehe, dass der Meme-Aktienwahn wieder überhandnimmt, angeführt von GameStop und AMC, muss ich Sie daran erinnern, dass das irrational ist." Seiner Ansicht nach sei es unmöglich, dass diese Papiere von sich aus in solche Höhen vordringen könnten. Deshalb riet Cramer den Anlegern eher dazu, die entsprechenden Papiere zu verkaufen.

Auch der Hedgefonds-Manager Cole Smead äußerte sich kritisch gegenüber der jüngsten Meme-Aktien-Rally. In einer CNBC-Sendung bezeichnete er den Meme-Aktien-Hype sogar als "Glücksspiel". "Man muss bedenken, dass es sich um junge Leute handelt, um vierzigjährige Leute wie mich, die offen gesagt einfach dumme Dinge tun".

Daneben zeigte sich auch Barrington Research-Analyst James Goss skeptisch gegenüber dem Meme-Papier AMC. AMC tue zwar alles, um die Ausgaben einzuschränken, das Unternehmen warnte jedoch gleichzeitig davor, dass die Hollywood-Streiks des letzten Jahres die Einnahmen des Kinobetreibers beeinträchtigen könnten, da die kommenden Filme deshalb wohl keinen Blockbuster-Charakter haben würden.

Meme-Aktien-Rally 2024 verläuft zahmer

Doch auch wenn die letzten deutlichen Kurszunahmen dazu einladen, die diesjährige Rally mit der von 2021 zu vergleichen, zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass es in diesem Jahr deutlich zahmer zugeht als noch vor einigen Jahren. Wie Yahoo!Finance berichtet, sei in diesem Jahr die Wall Street der Vorreiter. Zahlen von Vanda Research würden zeigen, dass GameStop und AMC nur einen Bruchteil der Zuflüsse von 2021 verzeichnet hätten. "Glauben wir, dass in den kommenden Tagen mehr Händler auf den Trend aufspringen können? Ja. Glauben wir, dass es sich um eine Wiederholung von 2021 handelt? Nein, und die Chancen, dass wir dieses Stadium erreichen, sind gering", heißt es in der Kundenmitteilung von Vanda, die Yahoo!Finance vorliegt.

Ohne einen Blick auf einen einzelnen Aktienkurs zu werfen, lasse sich leicht sagen, dass das Jahr 2021 wahrscheinlich eine historische Ausnahme darstellte, die durch die pandemiebedingten Konjunkturpakete und deren gelangweilte Empfänger befeuert wurde. Die Wall Street sei auf dem falschen Fuß erwischt worden. Doch inzwischen hätten institutionelle Anleger aus den Ereignissen des Jahres 2021 gelernt und seien jetzt besser vorbereitet, so die Einschätzung von Vanda.
"Quant-/Hedgefonds sind heutzutage viel besser für den Umgang mit solchen Situationen gerüstet", erklärt Marco Iachini, Senior Vice President von Vanda. "Wenn überhaupt, glauben wir, dass die Chancen hoch sind, dass sie zusammen mit den Privatinvestoren an dem Engpass teilhaben, sich aber auch gegen diese Geschäfte lehnen und sie dann vor den Kleinanlegern verlassen."

Inzwischen haben die berühmt berüchtigten Meme-Aktien wieder in den Rückwärtsgang geschaltet. Für die GameStop-Aktie ging es am Donnerstag letztlich um 30,04 Prozent abwärts, am Freitag ging es weitere 22,21 Prozent nach unten. Und auch die Papiere von AMC verloren in den letzten beiden Handelstagen 15,33 und 5,17 Prozent.

Turbulenzen bei Faraday Future halten an

Beim Elektroautobauer Faraday Future, der 2021 noch nicht Teil der Meme-Rally war, zeigen sich unterdessen anhaltende Kursturbulenzen. Nach einer massiven Kursrally von rund 1.500 Prozent innerhalb von fünf Handelstagen wurden vielen Anlegern am Freitag die Luft offenbar zu dünn und sie nahmen in großem Stil Gewinne mit. Doch nur ein Wochenende später flammt die Kauflaune wieder auf: Die Faraday-Future-Aktie gewinnt am Montag im Handel an der NASDAQ abermals 83,01 Prozent auf 1,88 US-Dollar. Die Aktie bleibt eine der am meisten geshorteten Aktien des US-Marktes, hat sich inzwischen aber trotz angeschlagener Geschäftslage über die Marke von einem Dollar gekämpft und ist kein Pennystock mehr.

Wie nachhaltig diese Kurshöhen sind, bleibt abzuwarten, insbesondere vor dem Hintergrund der schwindenden Euphorie für GameStop- und AMC-Titel.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: JIM WATSON/AFP via Getty Images, Ken Wolter / Shutterstock.com

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