09.08.2022 23:50

NVIDIA-Aktie & Co.: Diese Metaverse-Aktien könnten zukünftig vom VR-Trend profitieren

Metaverse-Trend vor Rückkehr: NVIDIA-Aktie & Co.: Diese Metaverse-Aktien könnten zukünftig vom VR-Trend profitieren | Nachricht | finanzen.net
Metaverse-Trend vor Rückkehr
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Das Metaverse galt im vergangenen Jahr als eine der großen Hoffnungen am Aktienmarkt. Zwar hat sich die anfängliche Euphorie mittlerweile wieder beruhigt, ein Einstieg in entsprechende Aktien könnte sich Experten zufolge vor dem Wiederaufflammen des Hypes nun aber lohnen.
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• Corona und Homeoffice als treibende Faktoren?
• Metaverse im beruflichen Kontext
• Starkes Wachstum in der VR-Branche


Metaverse vor Comeback?

Der Metaverse-Trend kam im vergangenen Jahr zwar ins Rollen, seitdem wurde es aber weitgehend still um den vermeintlichen Hoffnungsträger. Antrieb erhielt die Branche anfangs durch die COVID-Pandemie, die Kontaktreduktionen und ein vermehrtes Aufhalten in den eigenen vier Wänden zur Folge hatte. Mit neuen Virusvarianten ist Corona aber immer noch ein Thema. Darüber hinaus erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich den Ausbruch der Affenpocken zur internationalen Notlage. Damit könnten Konsumenten auch weiterhin physische Kontakte meiden wollen. Auch der Trend zum Homeoffice, der durch die Pandemie einen ordentlichen Schub erhielt, dürfte nicht allzu schnell im Sand verlaufen, da immer mehr Arbeitnehmer auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance bestehen. Auch hier könnten Metaverse-Lösungen die berufliche Kommunikation erleichtern.

Der Analyse-Plattform "TipRanks" nach könnte sich ein Einstieg in Aktien von Metaverse-Pionieren nun also lohnen, bevor der Hype möglicherweise wieder an Fahrt aufnimmt. Dazu untersuchte das Online-Medium mithilfe seines Comparison Tools drei Metaverse-Aktien, die von dem wieder aufkeimenden Hype profitieren und - so die Prognose der Experten - bis 2028 einen Kurs von jeweils 475 US-Dollar erreichen könnten.

Apples Mixed Reality-Headset offenbar vor Ankündigung

Der iPhone-Hersteller Apple arbeitet bereits seit Jahren an Augmented Reality-Lösungen. Mithilfe der für App-Entwickler bereitgestellten Frameworks ARKit und RealityKit können Objekte mithilfe der Smartphone-Kamera in die reale Welt geholt werden - zumindest in die Darstellung dieser auf dem iPhone-Display. Mit der eigenen Clips-App können Nutzer etwa "Konfetti regnen lassen, eine virtuelle Tanzfläche […] platzieren oder einen Sternenschweif hinter [sich] herziehen", so Apple auf der Projektseite. Aber auch in Kombination mit Drittanbieter-Apps kommt die Technologie zum Einsatz: So können Filter in der Snapchat-App auch auf die Umgebung angewendet werden, genauso wie Möbel mittels IKEA Place-App in den eigenen vier Wänden platziert werden können.

In Zukunft will Apple aber nicht nur im Bereich Augmented Reality vertreten sein, sondern auch Virtual Reality-Lösungen anbieten. Beide Technologien sollen in einem Mixed Reality-Headset verknüpft werden, das laut Lieferkettenanalyst Ming-Chi Kuo bereits im nächsten Jahr erscheinen soll. In einer Studie vom Juni, die dem Apple-Magazin "9to5Mac" vorliegt, erklärte der Experte, dass der iKonzern eine entsprechende MR-Brille bereits im Januar 2023 ankündigen werde. Zwar sei man lange der Meinung gewesen, dass das von Tim Cook geführte Unternehmen das lang ersehnte Headset noch in diesem Jahr auf den Markt bringe, software- und hardwareseitig sei dies jedoch nicht mehr möglich. Zu bedenken sei, dass es sich dabei um das "komplizierteste Produkt, das Apple je entworfen hat" handle. "Obwohl Apple wiederholt seinen Fokus auf AR bekräftigt hat, glaube ich, dass Apple AR/MR, das Video-See-Thru unterstützt, auch eine hervorragende immersive Erfahrung bieten könnte", zeigte sich Kuo optimistisch. "Daher wird die Einführung von Apple AR/MR die Nachfrage nach immersiven Spielen/Multimedia-Unterhaltung weiter ankurbeln." TipRanks zufolge soll im Headset außerdem der leistungsfähige M2-Chip verbaut werden, der erst kürzlich angekündigt wurde und im aktuellen MacBook Air und MacBook Pro 13 Zoll Anwendung findet. Das Betriebssystem, das auf der MR-Brille installiert ist, soll dem Portal zufolge realityOS oder rOS heißen. Dabei sei nicht nur der visuelle Aspekt des neuen Apple-Produkts vielversprechend, auch in Kombination mit der Audiokomponente könnte der Konzern mit Sitz im kalifornischen Cupertino das VR-Erlebnis intensivieren.

Die Apple-Aktie wurde seit Jahresbeginn durch eine allgemeine Marktschwäche, die besonders Techwerte zu spüren bekamen, tief ins Minus gerissen. Zuletzt betrug der Kursschwund in diesem Jahr noch 7,15 Prozent. Damit kosteten Apple-Aktien zuletzt noch 164,87 US-Dollar (Schlusskurs vom 8. August). Von insgesamt 27 auf TipRanks gelisteten Analystenbewertungen raten 20 der Experten dazu, die Anteilsscheine zu kaufen. Die Aktie erhielt außerdem sechs "Hold"-Bewertungen und nur eine Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt damit bei 179,89 US-Dollar, was zwar über dem aktuellen Kursniveau liegt, jedoch leicht unter dem Rekordhoch von 182,94 US-Dollar vom Januar.

Bringt Microsoft Teams ins Metaverse?

Auch wenn der Software-Riese Microsoft vor allem für sein Betriebssystem Windows bekannt ist, hat das Unternehmen aus Redmond mit bisher vier Hauptgenerationen seiner Spielekonsole Xbox auch längst im Gaming-Markt Fuß gefasst. Darüber hinaus bietet der Tech-Riese den Abodienst Xbox Game Pass sowie die Cloud-Lösung Xbox Cloud Gaming an. Diese Kompetenzen könnten dem von Bill Gates mitgegründeten Konzern nun auch einen Vorteil verschaffen, wenn es um erste Schritte ins Metaverse geht. So könnte die Gaming-Sparte Xbox Game Studios, die hinter beliebten Titeln wie Minecraft, Age of Empires und Fable steckt, nicht nur Spiele in die virtuelle Realität holen, sondern auch das Interagieren der Spieler im Metaverse ermöglichen.

Darüber hinaus könnten Microsofts Programme laut TipRanks auch im professionellen Bereich Anwendung finden. Es sei etwa denkbar, dass Meetings mittels Microsoft Teams in der virtuellen Realität stattfinden und damit ein Gemeinschaftsgefühl zurückgebracht wird, das vielen Mitarbeitern im Homeoffice möglicherweise fehlt.

Bereits jetzt bietet Microsoft mit der Mixed Reality-Brille HoloLens 2 eine Möglichkeit, Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz zu unterstützen. Das Gadget könne laut Microsoft in der Automobilindustrie, im Gesundheitswesen oder im Handel eingesetzt werden und Mitarbeiter während der Arbeit mit wichtigen Informationen versorgen. So sollen Daten mittels Hologrammen sichtbar sein, gleichzeitig könne die Brille aber auch die Durchsicht auf den tatsächlichen Arbeitsplatz ermöglichen.

Auch die Microsoft-Aktie musste in diesem Jahr an der NASDAQ bereits ordentlich einbüßen. Seit Anfang Januar beträgt das Minus bereits 16,65 Prozent, damit wurde das Papier zuletzt bei 280,32 US-Dollar gehandelt (Schlusskurs vom 8. August 2022). Laut TipRanks sind die Analysten der Anteilsschein gegenüber aber positiv gestimmt. Mit insgesamt 29 Kaufempfehlungen und keinem "Hold"- oder "Sell"-Rating fällt das Urteil der Experten eindeutig aus. Das durchschnittliche Kursziel der Strategen liegt bei 331 US-Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Aktienpreis.

NVIDIAs Omniverse ermöglicht Erstellen von "digitalen Zwillingen"

NVIDIA ist zwar vor allem als Chiphersteller bekannt, wagte in der jüngsten Vergangenheit aber bereits den ein oder anderen Ausflug in die Software-Branche. So gilt der Konzern nicht nur als massiver Treiber von KI-Lösungen, sondern hat auch - ebenso wie Metaverse-Mitbewerber Microsoft - den Trend um Cloud Gaming erkannt. Mit der Plattform GeForce NOW ermöglicht das Unternehmen Spielern, bereits gekaufte Spiele auf verschiedenen Plattformen zu spielen - darunter weniger leistungsfähige Computer, aber auch Smartphones oder Smart-TVs. Für den Spielspaß wird allerdings eine stabile und schnelle Internetverbindung vorausgesetzt. Auch im Metaverse-Bereich ist NVIDIA bereits stark aufgestellt. Mit der Echtzeit-Grafik-Kollaborationsplattform Omniverse will der Konzern Industrieunternehmen die Entwicklung von sogenannten "digitalen Zwillingen" ermöglichen, die dann in skalierbaren, realitätsgetreuen Simulationen eingesetzt werden können. "Omniverse revolutioniert die Art und Weise, wie wir als Einzelpersonen Inhalte erstellen, entwickeln sowie als Teams zusammenarbeiten, und bietet so mehr kreative Möglichkeiten und Effizienz für jeden Einzelnen und jedes Projekt in jeder Organisation", heißt es dazu auf der Projektseite. TipRanks zufolge könnten zukünftige Metaverse-Anwendungen anderer Entwickler außerdem auf den Anwendungen von NVIDIA laufen. Auch könnten Computer-Komponenten des Chip-Konzerns eine zusätzliche Nachfrage erleben, wenn Metaverse-Apps massentauglich geworden sind.

An der NASDAQ ging es für die NVIDIA-Aktie seit Jahresbeginn bereits um 39,50 Prozent abwärts auf zuletzt 170,25 US-Dollar (Schlusskurs vom 8. August 2022). Von insgesamt 30 auf TipRanks gelisteten Analysteneinschätzungen liegen derzeit 25 Kaufempfehlungen vor, während fünf Experten zum Halten der Aktie raten. Das durchschnittliche Kursziel von 245,55 US-Dollar bietet ebenfalls ein starkes Aufwärtspotenzial für die NVIDIA-Aktie.

Meta bekommt zunehmend Konkurrenz

Doch wie steht es um den Meta-Konzern, der bis Oktober 2021 noch unter Facebook bekannt war? Schließlich war es CEO Mark Zuckerberg mit dem Vordringen ins Metaverse so ernst, dass er den Namen zum Programm machte und den Betreiber der Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp kurzerhand umbenannte. Seit Dezember 2021 ist das unternehmenseigene Metaverse-Projekt "Horizon Worlds" in den USA und Kanada für Personen ab 18 Jahren verfügbar. Doch wie geht es weiter? Kuo attestierte dem VR-Vorreiter laut 9to5Mac zwar durchaus, die Branche angetrieben zu haben, was nicht zuletzt an den verhältnismäßig günstigen Headsets lag, zukünftig könnte sich der Platzhirsch aber aus dem Bereich zurückziehen, um sich auf sein Kerngeschäft, nämlich Werbung, zu konzentrieren. Dies dürfte der Branche aber nicht schaden - im Gegenteil. So könnten andere Hersteller von VR-Brillen von einem Rückzug Metas profitieren, da die Branche nach wie vor stark wachse, so Kuo. So bietet etwa der taiwanesische Hersteller HTC mit der VIVE-Serie verschiedene VR-Modelle an, und auch die Gaming-Plattform Steam ist mit der Valve Index auf dem Markt vertreten. Auch Sony startete bereits 2016 mit der PlayStation VR (PS VR) mit einer VR-Lösung für seine Spielekonsole PlayStation 4. Bereits im kommenden Jahr soll dann der Nachfolge PS VR2 kommen, der speziell an die nächste Konsolengeneration, die PlayStation 5, angepasst ist und unter anderem mit einer besseren Auflösung, einer komfortableren Anwendung und einer Vielzahl an neuen Spielen aufwartet, wie Sony verspricht.

An Konkurrenz mangelt es Meta also nicht. Im TipRanks-Check schlägt sich dies jedoch kaum nieder: Bei insgesamt 36 Experteneinschätzungen raten 28 Analysten zum Kauf der Papiere, während sechs Strategen die Scheine zum Halten empfehlen. Zwei Einschätzungen beinhalten gar eine Verkaufsempfehlung. Auch das durchschnittliche Kursziel der Meta-Aktie liegt mit 226,26 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Kursniveau von 170,25 US-Dollar (Schlusskurs vom 8. August 2022). Seit Jahresbeginn musste das Papier an der NASDAQ allerdings ein Minus von 49,38 Prozent einstecken.

Redaktion finanzen.net

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